MAN hat im Rahmen seiner Projektpartnerschaft mit dem österreichischen Firmenkonsortium CNL am 13. September 2018 die Phase der Praxistests gestartet.

Die Übergabe fand am Produktionsstandort Steyr in Anwesenheit von Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus AG und seinem Vorstandskollegen Dr. Ulrich Dilling, verantwortlich für Produktion & Logistik, statt. Insgesamt neun MAN Elektro-Lkw sind ab sofort für die CNL-Mitgliedsunternehmen Gebrüder Weiss, HOFER, Magna Steyr, METRO, Quehenberger Logistics, REWE, Schachinger Logistik, SPAR und Stieglbrauerei in Österreich unterwegs.

MAN eTGM

Bei den neun Elektro-Fahrzeugen handelt es sich um vier 6x2-Fahrgestelle mit Kühlkoffer plus Ladebordwand für den Einsatz bei den Unternehmen HOFER, METRO, REWE und SPAR. Drei 6x2-Fahrgestelle mit Wechselbrückenaufbau sind es für die Speditionen Gebrüder Weiss, Quehenberger Logistics und Schachinger Logistik. Ein 6x2 Fahrgestell fährt für den Getränketransport der Stieglbrauerei, eine 4x2-Sattelzugmaschine für die Werkslogistik bei Magna Steyr.

Die Praxistests werden im Rahmen des Projekts „Megawatt“ durchgeführt und mit Mitteln des Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung im Rahmen seines Programmes „Leuchttürme der Elektromobilität“ mit 3.012.648,- Euro gefördert.

Die Technik der MAN Elektro-Lkw

Nach Angaben von MAN bilden diese Fahrzeuge einen repräsentativen Querschnitt der gängigsten Verteiler- Transportaufgaben in der urbanen Logistik ab. Die Fahrgestellbasis für die MAN Elektro-Lkw ist der MAN TGM. Der zentral im Rahmen angeordnete Elektromotor leistet 264 kW und sendet das maximale Drehmoment von 3100 Nm ohne Schaltgetriebe an die Antriebsräder. Im Juli 2018 konnten wir uns bei einer ersten Fahrt mit dem neuen MAN Elektro-Lkw von der Leistungsfähigkeit des MAN eTGM überzeugen.

Die Lithium-Ionen Batterien sind unter dem Fahrerhaus und seitlich am Rahmen untergebracht. In der Variante als 26 Tonnen Solo-Fahrgestell (MAN TGM 6X2-4 LL) sind insgesamt zwölf Batterien verbaut, die je nach Aufbaukonfiguration, Einsatz und Fahrprofil eine Reichweite bis 200 Kilometer ermöglichen. Bei der zweiachsigen Variante als Sattelzugmaschine (MAN TGM 4X2 LL) können bis zu acht Batteriepakete zum Einsatz kommen. Dann liegt die Reichweite bei bis zu 130 Kilometern je nach Einsatzprofil und Art des Aufliegers.

Die nahe Zukunft

Die gemeinsamen Praxistests mit den Mitgliedsunternehmen des Council für nachhaltige Logistik sind Teil der eMobility Road Map von MAN. In deren Rahmen wird MAN Ende 2018 den Prototyp seines Batteriebusses (BEV) Lion’s City E der Öffentlichkeit präsentieren. Der Markteintritt folgt 2020 mit der entsprechenden Anlaufkurve. Die nun gestarteten Praxistests durch die Unternehmen des CNL stellen die Basis für eTruck-Folgeprojekte und die daraus folgende Serienentwicklung dar.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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