Im März 1952 wurde  der erste Mercedes-Benz 300 SL als Fahrzeug für den Motorsport vorgestellt.

Vier der fünf Rennen der Saison gewinnt der Neuling, nur auf der Mille Miglia muss sich der Stuttgarter Automobilhersteller mit dem zweiten und vierten Platz zufriedengeben. Karl Kling und Hans Klenk waren 1952 die Sieger auf der Carrera Panamericana. Das Kuriosum war dabei, dass ein Geier in die Windschutzscheibe flog und den Beifahrer Klenk im Gesicht verletzte. Der aber trotzdem bis zum Sieg weiter fuhr.

Ein sensationeller Einstieg in den internationalen Motorsport so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf Bitten von Max Hoffmann, der Importeur von Mercedes-Benz in den USA, wurde 1954 einer der bekanntesten und viel zu oft kopierten Mercedes-Benz auf den Markt gebracht. Das Serienfahrzeug des 300 SL mit den faszinierenden Flügeltüren.

Der auch Gullwing genannte Sportwagen trug unter der langen Haube einen Sechszylinder Reihenmotor mit 3-Liter Hubraum. Obwohl der in Deutschland 29.900 Euro teure Sportwagen „nur“ 215 PS leistete, war er mit einer Spitze von 235 km/h seinerzeit das schnellste Serienfahrzeug der Welt.

Gegen Aufpreis wurde eine „scharfe“ Nockenwelle angeboten, die die Leistung auf 240 PS steigerte. Als technisches Schmankerl kann die Benzinversorgung über eine Direkteinspritzung genannt werden. Die Produktion des 300 SL wurde nach nur 1.400 gebauten Fahrzeugen 1957 eingestellt.

Die Roadster

Ebenfalls auf die Initiative von US-Importeur Hoffmann gingen 1955 der 190 SL und 1957 der 300 SL Roadster in die Serienproduktion. Der „kleine“ und mit 105 PS nicht so üppig motorisierte erreichte mit seinem 1,9-Liter-Vierzylinder und zwei Solex-Vergasern eine Höchstgeschwindigkeit von etwas mehr als 170 km/h. Der 300 SL Roadster entsprach technisch weitgehend dem Flügeltürer. Durch eine entsprechende Anpassung des Gitterrohrrahmens konnten normale, vorne angeschlagene Türen realisiert werden.

Eine der bis heute bekanntesten Fahrerinnen eines 190 SL, der nur als Roadster angeboten wurde, war wohl die Prostituierte Rosemarie Nitribitt. Ihr kurzes Leben, sie wurde 24-jährig 1957 unter mysteriösen und nie aufgeklärten Umständen ermordet, wurde bereits 1958 mit Nadja Tiller, 1995 mit Catherine Fleming und 1996 mit Nina Hoss verfilmt.

Die Nachfolger

1963 wurden der 190 SL und der 300 SL Roadster vom 230 SL, auch Pagode genannt, abgelöst. Nur acht Jahre später feiert die Baureihe R 107 Premiere. Erstmals mit Achtzylindermotoren im 350 SL und 450 SL.

Sagenhafte 18 Jahre später übernimmt die nächste Generation den Platz ein. Der automatische Überrollbügel und das sportlich-elegante Design erweckt Begehrlichkeiten, die zu mehrjährigen Lieferfristen führt. Die Zwölfzylinder 600 SL mit 394 PS und der SL 73 AMG mit 525 PS sind jetzt noch legendär.

Mit dem Variodach aus Stahl wird  mit der Baureihe R 230 2001 eine Kombination aus Cabrio und Coupé möglich. 2012 begeistert bei der nächsten Generation ein Glasdach mit einstellbarer Tönung und Transparenz. 2021 wurde die aktuelle Baureihe des SL vorgestellt.

Tipps für Sammler

Wer sich einen 300 SL zulegen möchte, sollte über ein lockeres und mindestens siebenstelliges Vermögen verfügen. Ein Mercedes-Benz 190 SL ist dagegen schon ab etwa 100.000 Euro zu bekommen. Grundsätzlich gilt für diese Fahrzeuge, dass Ersatzteile teuer sind und die Wartung zusätzlich viel Geld verschlingt.

Dietmar Stanka