Ja, es gibt ihn schon. Den 3-Liter-TFSI von Audi als CNG, der als Benziner satte 250 kW (340 PS) leistet.

Bekannt unter anderem aus dem A6 sowie dem A7 und bei diesen Baureihen 55 TFSI quattro genannt. Was gäbe es der saubersten Antriebsart für einen Schwung, würde Audi diesen Motor in die Serie bringen?

Es geht aber noch weiter mit möglichen CNG-Antriebsszenarien aus Ingolstadt. Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, wird auch bei den Sportmodellen S und RS mit dem CNG-Antrieb experimentiert. So könnten ein S4, S5, S6 oder sogar ein RS4, RS5, RS6 oder ein RS7 mit CNG-Power auf die Straße kommen.

Spitzenleistungen kombiniert mit höchster Effizienz und sauberer Technologie. Eine fantastische Kombination, die der Antriebstechnik CNG einen größeren Kundenkreis öffnen könnte. Dazu mögliche weitere Modelle wie die großen SUV Audi Q5, Q7, Q8 und die Limousine A8.

Aktuelle CNG-Modelle von Audi

Bis dato haben die Ingolstädter drei Modelle im Portfolio. Den A3 Sportback g-ton mit 110 PS und einer CNG-Reichweite von 400 Kilometern. Zudem den bereits von uns ausführlich in einem Fahrbericht und einem Video vorgestellten Audi A4 Avant g-tron. Last but not least den A5 Sportback g-tron, den wir im Lauf des Jahres 2019 testen werden.

Der A4 und der A5 werden jeweils von einem 2-Liter-Turbo angetrieben, der eine Leistung von 170 PS und 270 Nm an Drehmoment aufweist. In unserem Test kam der A4 Avant g-tron auf eine CNG-Reichweite von guten 350 Kilometer.

Ziele von Audi

Wie Audi selbst immer wieder erklärt, ist das Ziel der Marke, eine CO2-neutrale Mobilität im Premium-Sektor zu erreichen. Die Nutzung von CNG ist dafür ein wesentlicher Baustein, wie auch Rainer Mangold, Leiter für nachhaltige Produktentwicklung bei Audi, in einem Interview des Bayerischen Fernsehens erläuterte.

Zudem ist Audi mit e-gas Projekt im niedersächsischen Werlte an vorderster Front tätig. In dieser Anlage entsteht aus überschüssiger Windkraft per Elektrolyse zunächst Wasserstoff, mit dem jetzt schon Brennstoffzellen-Fahrzeuge betrieben werden könnten.

Unter Zuführung von CO2 entsteht aber im Moment Methan, also synthetisches Power-to-Gas, das in die bestehende Erdgasleitung eingeleitet wird. Pro Jahr produziert die Audi e-gas-Anlage etwa 1.000 Tonnen Gas und bindet dabei zirka 2.800 Tonnen CO2. Das entspricht etwa der Menge, die ein Wald mit über 220.000 Buchen im Jahr aufnimmt. Als Nebenprodukte fallen lediglich Wasser und Sauerstoff an.

Fazit

Es wäre schön, wenn sich Audi nicht nur auf die Elektromobilität konzentrieren würde. CNG ist ein herausragender Treibstoff, der mit hoher Energie glänzt. Über Power-to-Gas und Biomethan ist er zudem CO2-neutral. Ergo wäre damit eines der wichtigen Ziele von Audi erreicht.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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