Am 7. März 2022 feiert Walter Röhrl seinen 75. Geburtstag.

Wir gratulieren dem sympathischen Rallye-Weltmeister herzlich zu seinem Ehrentag. Den er nach eigenen Aussagen ohne großes Brimborium verbringen wird. „Ich werde an dem Tag eine Skitour unternehmen“, verrät er und gesteht, dass er früher nicht einmal seine eigenen Siegerehrungen mochte.

Der in Regensburg geborene Röhrl absolvierte nach der Schule eine kaufmännische Ausbildung beim Bischöflichen Ordinariat seiner Heimatstadt und wurde mit dem Erwerb seines Führerscheins Fahrer eines Verwaltungsbeamten. Nebenbei schloss der begeisterte Wintersportler die Ausbildung zum Staatlich geprüften Skilehrer ab.

Vor 40 Jahren mit Opel Rallye-Weltmeister

1982 war das das erfolgreichste Jahr für Walter Röhrl bei Opel. Zusammen mit seinem Beifahrer Christian Geistdörfer gewann er gleich zum Auftakt der Rallye-Weltmeisterschaft die Rallye Monte Carlo. Sein neues Auto, der Opel Ascona B 400 mit 191 kW (260 PS) und Hinterradantrieb war seinerzeit eines der zuverlässigsten Motorsportfahrzeuge.

Stärkste Konkurrentin war Michèle Mouton im Audi quattro. Erst auf der Rallye Elfenbeinküste, dem vorletzten und 5.000 Kilometer langen Lauf der WM entschied der Oberpfälzer den Fahrer-Weltmeistertitel für sich.

Die Anfänge

1968 startete Walter Röhrl bei der Rallye Bavaria auf einem Fiat 850 Coupé. Ein Jahr später war es auf der gleichen Rallye ein BMW 2002 ti. Nachdem er 1970 seine vierte Rallye, natürlich die Rallye Bavaria, mit einem alten Safari-Porsche 911 dominierte, stellte Ford ein Werksauto zur Verfügung. 1971 gewann er auf einem Ford Capri RS die Rallye Wiesbaden.

1973 wechselte er aufgrund fehlenden Engagements seitens Ford zu Opel. Besser gesagt zum Tuner Irmscher. Mit einem Gruppe-2-Commodore und Beifahrer Jochen Berger kämpfte er gegen Sandro Munari, der in diesem Jahr noch mit einem Lancia Fulvia Coupé HF 1600 unterwegs war. Die nachfolgenden drei Jahre waren für Walter Röhrl und Opel ein Desaster. Nur ein Beispiel: 1977 fiel er bei fünf WM-Starts fünfmal aus.

Fiat und Lancia

Ein Fiat 131 Abarth war die Rettung für Walter Röhrl. 1978 wurde er Vierter bei der Rallye Monte Carlo und nach einigen Ritten auf einem Lancia Stratos holte er mit dem 131er Fiat 1980 die Fahrer- und Marken-Weltmeisterschaft. Nach dem Erfolgsjahr 1982 bei Opel kehrte Walter Röhrl ein Jahr später noch einmal zu Lancia zurück. In seinem nach eigenen Aussagen „schönsten Motorsportjahr“ seines Leben, fuhr er mit dem Lancia 037 rally fast seinen dritten Weltmeistertitel ein.

Audi und der quattro

1984 ging Walter Röhrl zu Audi. Die örtliche Nähe zu seiner Heimat und der Allradantrieb quattro waren überzeugende Argumente für den Wechsel. Die Zeit bei Audi war geprägt von Höhen und Tiefen. Eine der positiven Höhepunkte war der Sieg beim Pikes Peak International Hill Climb, auf der er mit dem Audi S1 Pikes Peak zudem mit einer Laufzeit von 10 Minuten und 47,85 Sekunden einen neuen Rekord aufstellte.

Porsche

1981 stand Porsche für Walter Röhrl zur Seite, als ihm die Stuttgarter für zwei Einsätze einen Porsche 911 zur Verfügung stellten. Im gleichen Jahr fuhr er mit einem 924er in der Deutschen Rallyemeisterschaft und zudem bei der Serengeti-Safari-Rallye. Zum
40. Jubiläum der Rallye-Saison 1981 überraschte die Abteilung Porsche Heritage und Museum Walter Röhrl mit seinem frisch restaurierten 924 Carrera GTS Rallye von damals.

Seit 1993 ist Röhrl Porsche-Markenbotschafter und war bis vor kurzem auch Porsche-Versuchsfahrer. Er verpasste allen neuen Serienautos auf der Nordschleife den letzten Schliff. Besonders in die Entwicklung der Supersportwagen 959, Carrera GT und 918 Spyder war der gebürtige Regensburger involviert. 2019 trafen wir Walter Röhrl bei der Pressevorstellung des Porsche 911 Carrera S und drehten mit ihm ein Video.

Walter Röhrl
Dietmar Stanka