Sehnsucht auf vier Rädern. Oldtimer lassen Bilder von den glamourösen Formel-1-Rennen und Präsidenten-Diners der Vergangenheit wach werden.

Doch längst nicht jeder Oldtimer ist ein wertvolles Stück Autogeschichte. Als Oldtimer wird nämlich jeder Wagen jenseits der 30 bezeichnet. In Deutschland ist der VW Käfer die Nummer eins unter den Wagen mit H-Kennzeichen. 2017 wurden bundesweit 51.009 Exemplare gezählt.

Doch Oldtimer sind in. Waren die Deutschen 2015 bereit, im Schnitt 17.620 Euro für einen Oldtimer auszugeben, stieg dieser Wert zwei Jahre später auf 18.480 Euro. Der Grund dafür? Oldtimer sind eine gute Geldanlage, denn die Klassiker gewinnen mit jedem Jahr an Wert. Auf dem Vergleichsportal für Autofinanzierung kann man sich über die aktuellen Preise beliebter Oldtimer informieren.

Oldtimer – ein kostspieliges Vergnügen

Selbst wenn man keinen der teuersten Oldtimer aller Zeiten gekauft hat, sollte man sich als stolzer Besitzer eines Oldtimers dennoch auf bestimmte Kosten gefasst machen. Erfreulich ist, dass dank des 1997 eingeführten H-Kennzeichens eine jährliche Steuerpauschale von 192 Euro anfällt.

Dabei ist es egal, was sich unter der Motorhaube verbirgt, denn Hubraumgröße und Schadstoffeinstufung spielen bei der Kfz-Steuer eines Oldtimers keine Rolle. Doch der Spaß fängt erst bei Reparaturkosten so richtig an. Wer seinen Oldtimer lieber permanent in der Garage aufbewahrt, kann diese weitgehend vermeiden, doch sobald ein Oldtimer ausgefahren wird, kommt auch der Moment, wenn ein Einlassventil oder eine Bremsscheibe ausgewechselt werden müssen.

Hier spielt natürlich das Modell eine entscheidende Rolle. Ersatzteile für einen Käfer oder einen alten VW Golf bereiten kein Kopfzerbrechen, während bei einem Alfa Romeo Spider oder einem Jaguar XJ6 mit erheblichem Aufwand und nicht minder hohen Kosten gerechnet werden muss. Zudem muss ein Mechaniker her, der sich mit klassischen Modellen auskennt, was seinerseits zusätzliche Ausgaben zur Folge hat.

Oldtimer als Geldanlage

Bei derart hohen Wartungskosten stellt sich prompt die Frage, ob sich die Anschaffung eines Oldtimers überhaupt lohnt. Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Der Wert eines Käfers wird kaum steigen, doch wer einen VW-Bus T1 sein Eigen nennt, darf sich freuen. Zwischen 2008 und 2017 stieg der Wert des kultigen Busses um satte 250 Prozent. Auch der Porsche 924 konnte einen Wertanstieg von 132 Prozent verzeichnen.

Rennwagen-Sammler haben es natürlich besonders gut. Die flotten Boliden erzielen bei internationalen Auktionen regelmäßig Preise in Millionenhöhe. Der teuerste Oldtimer aller Zeiten ist der Ferrari 335 Sport Scaglietti. Der letzte Rennwagen in der Reihe der „Viernockenwellen-Ferrari“ wurde 1957 gebaut und verhalf Wolfgang von Trips zum zweiten Platz beim Langstrecken-Rennen „Mille Miglia“.

1970 kaufte der französische Sammler und Ferrari-Enthusiast Pierre Bardinon den Boliden, 2016 wurde der Ferrari 335 Sport Scaglietti in Paris für sagenhafte 35.8 Millionen Euro versteigert.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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