Mit dem Opel Kadett A starteten die Rüsselsheimer ihre eigene Wirtschaftswunderrakete.

1962 war der kleine Opel mit vier Plätzen, einem ordentlichen Kofferraum sowie einem 40 PS starken Vierzylinder ganz weit vorne. Vor allem im Vergleich zum größten Konkurrenten aus Wolfsburg.

Gegenüber dem VW Käfer ist der erste Kadett nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner zweitürigen Karosserie moderner gestaltet. Große Glasflächen sorgen für eine gute Rundumsicht. Ab März 1963 erweitert der Caravan das Angebot um einen praktischen Kombi. Bis zur Ablösung durch den Kadett B werden vom A bis 1965 fast 650.000 Einheiten verkauft.

Deutlich länger wird der Nachfolger gebaut. Bis 1973 ist der Opel Kadett B ein Verkaufsschlager in 120 Ländern. Die Linienführung erinnert an Fastbacks aus den USA. Kein Wunder, gehört doch Opel seit 1931 komplett zu General Motors. 55 PS aus dem höher verdichteten 1,1-Liter waren das Maß der Dinge für diese Baureihe.

Moderner Einspritzer

Der Opel Kadett C GT/E protzte mit gelb-schwarzer Kriegsbemalung und einem 1,9-Liter-Triebwerk und der L-Jetronic-Einspritzung von Bosch mit satten 105 PS. Damit erreichte das auch heute noch sportlich-elegante Coupé eine Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h. Dieses Modell bildete zudem eine erfolgreiche Basis für den Motorsport.

Neben dem Sportler wurde der Kadett C als Zwei- und Viertürer, Caravan, City sowie als Cabriolimousine Aero angeboten. Mit dem Facelift 1977 wuchs der Hubraum des sportlichen Kadett auf 2 Liter und die Leistung beim Rallye-Kadett 2000 E auf 110 PS und die des GT/E auf 115 PS.

Eine Besonderheit dieser Baureihe war der Opel Chevette, der von Vauxhall in Großbritannien hergestellt wurde. Opel wollte ein preiswertes Auto anbieten, das aber vom Oktober 1980 bis April 1982 nur etwas mehr als 12.000 Abnehmer fand. Ein Grund war die Verwendung von Schrauben und Gewinden im britischen Zoll-Format, die bei Reparaturen zu Problemen führten.

Frontantrieb für den Opel Kadett D

Die Frankfurter IAA sorgte im September 1979 für eine neue Ära des Rüsselsheimer Autobauers. Der neue Kadett war das erste Frontantriebsmodell und bot trotz einer über 12 Zentimeter kürzeren Karosserie mehr Platz als der Vorgänger. Neu waren auch eine Verbundlenkerachse hinten für mehr Komfort sowie der 1,3-Liter-Motor mit obenliegender Nockenwelle.

Der Caravan der vierten Baureihe, die bis 1984 insgesamt 2,1 Millionen mal gebaut wurde, war mit einem Kofferraumvolumen von bis zu 1.425 Litern ein echter Lademeister. Erst ein Jahr vor Ende der Bauzeit wurde der GTE mit 115 PS von der Leine gelassen.

Opel Kadett E – Der letzte mit dem großen Namen

Die herausragende Aerodynamik war eines der Kennzeichen des Opel Kadett E. Nach dem Kadett D mit einem cw-Wert von 0,39 erreichte der Neue sagenhafte 0,32. Der sportliche GSi mit dem 150 PS starken 16-Ventil-Motor kam sogar auf 0,30. Knapp 3,8 Millionen Einheiten wurden bis 1991 gebaut bevor der Astra die Namenskultur mit den Marine-Dienstgraden beendete.

Tipps für Sammler

Die Alt-Opel Interessengemeinschaft ist mit vielen Regionalgruppen ein guter Ansprechpartner für Opel-Fans. Rost ist bei allen Modellen immer ein wichtiges Thema, die Technik ist dagegen durchaus robust zu nennen.

Prominente Fahrerin

Die zweimalige Rallyeweltmeisterin Isolde Holderied aus Bad Bayersoien erzielte 1987 ihre ersten Erfolge mit einem Opel Kadett GSi.

Dietmar Stanka
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