In Italien designt und im französischen Sochaux gebaut. Der Peugeot 504 war von 1968 bis 2005 mit über 3,7 Millionen gebauter Exemplare der Bestseller des französischen Automobilherstellers. In Frankreich lief die Produktion 1983 offiziell aus, einzig der Pickup wurde bis 1993 weiter gefertigt. Die bis 2005 gebauten Exemplare liefen in Nigeria als Lizenzbau vom Band.

Neben der viertürigen Limousine mit dem eigentümlich wirkenden Stummelheck und dem Pickup wurden vom 504er die von Meister Sergio Pininfarina selbst gezeichneten Coupés und Cabrios gefertigt. Insgesamt wurden von 1969 bis 1983 26.629 Coupés und 8.185 Cabrios hergestellt. Dazu kamen ab 1971 drei Kombiversionen mit den Bezeichnungen Break, Commerciale und der sieben- bis achtsitzige Familiale.

Christian Kluft und sein Peugeot 504

Christian Kluft aus Stuttgart fährt seit 4 Jahren einen roten Peugeot 504 und kommt aus dem Schwärmen nicht heraus: „Schon seit vielen Jahren habe ich ein Interesse an Autos, die ein besonders komfortables Fahrwerk haben. Es macht mir einfach sehr viel Freude, durch schöne Landschaften auf kleinen Nebenstraßen zu fahren und dabei die gute Federung zu genießen. Hinzu kommt, dass man mit relativ geringen Mitteln das Auto warten und reparieren kann. Es ist also ein gut finanzierbares Hobby.“

Seiner Vermutung nach, ist seine Peugeot 504 Limousine aus dem Juli 1969 die älteste mit deutscher Erstzulassung. Sie ist im kompletten Originalzustand, auch was den Lack anbetrifft und rostfrei. Nachgerüstet wurden nur die Sicherheitsgurte und der Außenspiegel. Außenspiegel waren 1969 in Frankreich noch keine Pflicht, sodass die in Deutschland zugelassenen Peugeot 504 damals mit einem Klemmspiegel versehen wurden.

Exzellenter Fahrkomfort

Christian Kluft erwähnte es bereits. Der Fahrkomfort ist auch heute noch fantastisch zu nennen. Einzelradaufhängung sei Dank. Das Gestühl entspricht dem Zeitgeist der späten 1960er. Samtiger Velours als Bezug, Seitenhalt und Beinauflage dagegen nicht vorhanden.

Unter der Haube waren entweder Diesel oder Benziner eingebaut. Geschaltet wurde manuell oder auch mit einer Automatik. Empfehlenswert sind für Cabrio und Coupé die V6-Euromotoren, in die anderen Modellreihen wurden nur Vierzylinder eingebaut, die als äußerst zuverlässig gelten.

Preise

Sparen sollte man nicht beim Kauf eines Peugeot 504. Gute und vor allem rostfreie Exemplare der Limousine sind ab rund 7.000 Euro zu bekommen. Cabrios und Coupés starten ab etwa 12.000 Euro.

Tipps für Sammler

Solide, robust und mit Großserienmechanik versehen. Die Ersatzteilversorgung ist nahezu lückenlos. Der Peugeot 504 ist ein Auto, das so gut wie keine Probleme bereitet. Schwachpunkte sind an den vorderen Kotflügeln, den A-Säulen, Schwellern, Türen und Hinterachsträgern zu finden. Liebhaber der Cabrio und Coupés empfiehlt sich eine Mitgliedschaft beim 504 CC-Club. Im 504-Forum  finden sich weitere Tipps und Hilfestellungen.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka