Im September 1965 stellt Porsche auf der IAA in Frankfurt den 911 Targa vor.

Dieses Fahrzeug war weder Cabriolet noch Coupé, weder Hardtop noch Limousine. Sondern ein Fahrzeug mit feststehendem Überrollbügel und herausnehmbaren Dach: Der Porsche 911 Targa.

Die Targa Florio als Namensgeber

Porsche reagierte mit dem neuen Konzept auf gestiegene Sicherheitsbedürfnisse bei offenen Fahrzeugen auf dem amerikanischen Markt. Damals gab es Stimmen, die Cabriolets in den USA ganz verbieten wollen.

Mit der Suche nach einem geeigneten Namen orientierte sich Porsche an Rennstrecken mit besonders erfolgreichen Einsätzen. Die „Targa Florio“, das Straßenrennen auf Sizilien, war schnell die erste Wahl.

Kurzfristig stand „911 Flori” im Raum, bis Inland-Verkaufsleiter Harald Wagner die Suche eher beiläufig mit der Frage entscheidet: „Warum sagen wir eigentlich nicht nur Targa?” Dass der italienische Begriff auch noch „Schild” bedeutet, fällt, so sagt es die Legende, erst den Textern des Verkaufsprospekts auf.

Targa Ursprünge bis zur dritten Generation

An der technischen Konzeption des Targa-Dachs ändert sich bei der zweiten Generation nichts. Allerdings gibt es den in gebürstetem Edelstahl gehaltenen Targa-Bügel nun auch in Schwarz.  Im Herbst 1988 stellte Porsche mit dem 911 Carrera 4 Typ 964 den ersten allradgetriebenen 911 vor und damit die dritte Generation vor.  Wie bisher mit dem klassischen Targa-Bügel und dem herausnehmbaren Dachmittelstück.

Die Abkehr vom Targa-Bügel – Glasdach beim 911 Targa Typ 993

Mit einer komplett neuen Dachkonstruktion ohne Targabügel zeigte sich der 911 Typ 993 Targa ab November 1995. Innerhalb einer jetzt längs verlaufenden Sicherheitsstruktur befindet sich ein Dach aus getöntem Wärmeschutzglas, das vom vorderen Scheibenrahmen bis zum Heckteil reicht. Aufgeteilt in elektrisch bewegliche Segmente, öffnet es auf Knopfdruck stufenlos und zieht sich wie ein überbreites Schiebedach hinter die Heckscheibe zurück.

911 Targa Typ 996 und 997 – Targa mit Heckklappe

Der Typ 996 war die erste Generation mit wassergekühlten Motoren. Der Targa besaß ebenso wie der Vorgänger ein elektrisch bedienbares Glasdach mit einer Fläche von mehr als 1,5 Quadratmetern sowie eine Heckscheibe zum Aufklappen. Beim Typ 997 blieb Porsche bei dieser Konstruktion, setzte aber Spezialglas ein, das eine Gewichtsreduzierung um 1,9 Kilogramm ermöglichte.

911 Targa Typ 991 und 992 – Rückkehr zum Targa-Bügel

2014 präsentierte Porsche den Targa wieder mit Bügel. Wie der legendäre Ur-Targa besitzt das neue Modell den charakteristischen breiten Bügel anstelle der B-Säulen. Dazu kommen ein bewegliches Dachteil über den Vordersitzen und eine umlaufende Heckscheibe ohne C-Säule. Anders als bei den Klassikern wird beim neuen Targa das Dachsegment jedoch auf Knopfdruck geöffnet und geschlossen. Für Betrachter ein immer wieder spektakulärer Vorgang.

Tipps für Sammler

Die Baureihen einschließlich der dritten Generation sind die echten Targa-Klassiker. Fahrzeuge aus den Modelljahren 1978 bis 1983 mit den 3-Liter-Boxern gelten als besonders ausgereift. Die Kaufpreise liegen bei rund 40. bis 50.000 Euro. Rost ist beim Targa trotz Feuerverzinkung ein Thema. Ersatzteile sind teuer und für einen Kauf sollte ein Profi ins Boot geholt werden.

Dietmar Stanka