Dodge war mal. Ram ist mittlerweile eine eigene Marke innerhalb der FCA Gruppe. Neben dem von uns getesteten Ram 1500 Rebel umfasst das Portfolio weitere Modelle der 1500er Baureihe.

Dazu kommen die nochmals größeren Heavy-Duty Pickups Ram 2500 und Ram 3500 sowie das Ram Chassis Cab. Für den Lieferverkehr sind der Ram Promaster City, der bei uns als Doblo bekannt ist, sowie der Ram Promaster, bei uns Ducato, prädestiniert.

Rebel Yell

Der offizielle Dodge und Ram Importeur AEC bietet neben dem Ram Rebel Crew Cab, den Rebel Black, den Laramie Night, den Longhorn sowie den Limited und den Limited Black an.  In Nordamerika ist das Portfolio dieser Produktfamilie noch ein bisschen umfangreicher. Zudem wird neben der großzügig bemessenen Crew Cab für alle Märkte auch noch die etwas kleinere Quad Cab angeboten.

Mit einer Länge von über 6,14 Metern ist der Ram 1500 Rebel Crew Cab Longbed nahezu genauso lang wie der größte VW Crafter. Von einem Truck zu reden, ist also durchaus legitim. Wobei sich einiges getan hat in Sachen Qualität, Materialien und Verarbeitung. Obwohl der Rebel mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 73.600 Euro das günstigste Derivat ist, steht er in diesen Punkten seinen teureren Brüdern nicht nach.

Aber von Anfang an. Die erste Begegnung mit einem Ram 1500 ist durchaus beeindruckend. Noch dazu, wenn er wie unser Rebel in einem kräftigen rot lackiert ist und mit schwarzen Applikationen für einen echten Wow-Effekt sorgt. Mächtig ragt der Kühlergrill nach vorne, mittig mit dem Schriftzug versehen.

Rechts und links wird der schwarze Lufteinlass, der übrigens mit Jalousien versehen ist, die je nach Bedarf öffnen oder schließen und damit aerodynamische Vorteile erzeugen, von LED-Hauptscheinwerfern eingerahmt. Die Ladefläche des Longbed misst 1.937 x 1.687 Millimeter und verfügt über ein Volumen von 1.741 Litern.

Links und rechts ist diese von zwei abschließbaren und beleuchteten Aufbewahrungsboxen flankiert. In diesen Behältnissen finden Taschen, kleinere Einkäufe sowie sonstige Utensilien genügend Platz. Dieses RamBox Cargo Management System ist optional für 1.500 Euro erhältlich.

Ein Blick nach innen

Die rechts und links in Höhe der Türen montierten Schweller erleichtern den Ein- und Ausstieg erheblich. Ist der Ram 1500 Rebel einmal geentert, wird die Höhe der Sitzposition nur noch von größeren Lieferwagen oder Lkw übertroffen. Selbst ansonsten mächtig erscheinende SUV wie ein Range Rover wirken plötzlich zierlich.

Das Cockpit bedarf etwas Eingewöhnung. Auf den ersten Blick scheint alles aufgeräumt zu sein und sich nahezu alle wesentlichen Bedienelement auf den senkrecht stehenden 12-Zoll-Touchscreen zu konzentrieren. Nach ein paar Momenten entdeckten wir jedoch links und rechts vom Lenkrad noch einige andere Schalter und Knöpfe.

Dazu gehören beispielsweise die Einstellungen für die Bremsbalance des Anhängers, die Antriebsart (Hinterradantrieb, Allradantrieb und Untersetzung) sowie die Höhenverstellung des Luftfahrwerks.

Eine Unmenge von Ablagen sind ein weiteres Merkmal. Angefangen bei den Türeinlässen vorne wie hinten bis hin zu einer individuell einstell- und verschiebbaren Mittelkonsole. In den dort integrierten Schubfächern ist Platz für ein Sammelsurium unterschiedlichster Sachen. Wichtig nur zu wissen, wo was verstaut worden ist, ansonsten kann die Suche auch gerne mal länger dauern.

Ram Rebel 1500 V8-Power

Der 5,7-Liter-Hemi-V8 mit 295 kW (401 PS) ist vom Grundprinzip ein gute Bekannter aus dem Hause Dodge und Ram. Mit einem Drehmoment von 556 Nm sorgt der Smallblock für ein kräftiges Vorwärtskommen und fast schon Sportwagen-würdige Beschleunigungswerte. Der Sprint aus dem Stand von 0 auf 100 km/h dauert tatsächlich nur 7 Sekunden.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass rund 2,4 Tonnen in Wallung kommen müssen, um diesen Vortrieb zu ermöglichen. Im Gegensatz zu seinem Konzernschwestern Dodge Charger oder Challenger, die ebenfalls ein 5,7-Liter-Kraftwerk unter den Motorhauben tragen, taugt der Ram 1500 Rebel eher weniger für sportliche Aktivitäten.

Dagegen ist er ein herausragender Cruiser, der mit einer immensen Fahrfreude selbst lange Reisen zu einem großen Vergnügen macht. Da sind einerseits die herausragende Laufruhe und das Minimum an Innengeräuschen, andererseits die souveräne Sitzposition und die sehr gute Rundumsicht.

Die selbst bei Rangiermanövern hilft, wenn man es vor langer Zeit gelernt hat, mit Spiegeln zu fahren. Dennoch waren wir durchaus dankbar für die Parkpiepser vorne und hinten sowie das Bild der Rückfahrkamera. Enge Parkhäuser sind dagegen nur mit äußerster Umsicht zu befahren.

Fein ist die Kraft des V8 bei zügigen Überholmanövern auf Landstraßen. Auf denen sorgt auch die optionale Luftfederung mit der Absenkfunktion, das Kurven lässig durcheilt werden können. Auf solchen Pfaden ist auch der Verbrauch am niedrigsten. In Summe haben wir bei unseren Testfahrten, die auch mal im Stopp-und-Go-Verkehr durchgeführt worden sind, rund 14,5 Liter auf 100 Kilometern verbrannt.

Betrachten wir uns die Ladefläche und die Zugkraft des Ram 1500 Rebel, wird schnell klar, für welche Zwecke dieses Fahrzeug konstruiert worden ist. Baufirmen, Handwerker, aber auch Pferde- oder Bootsbesitzer sind die Zielgruppen.

Aber immer mehr auch ehemalige SUV-Fahrer, die ihren Lifestyle deutlich anders ausdrücken wollen. Und vielleicht ja auch mal rund 1,1 Tonnen zuladen und bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast benötigen.

Ausstattungsumfänge

Die Aufpreisliste des Ram 1500 Rebel ist angenehm kurz. Für Sparfüchse sei gleich der Umbau auf Autogas, will heißen ein LPG-System, erwähnt. Das Investment von 3.420 Euro wird sich je nach jährlicher Laufleistung recht schnell amortisieren und spart auf Dauer viel Geld.

Serienmäßig sind unter anderem die LED-Hauptscheinwerfer, das auf europäischen Stand gebrachte Navigationssystem, die schwarze Lederausstattung, der schlüssellose Zugang sowie die bereits erwähnten Einparkhilfen inklusive Rückfahrkamera.

Wer den Ram 1500 Rebel im tatsächlichen Geländeeinsatz nutzt, sollte sich mit dem Offroad-Paket für 1.200 Euro anfreunden. Dann besteht die Möglichkeit, die Hinterachse elektronisch zu verriegeln. Dazu sind wesentliche Teile durch einen Unterfahrschutz abgedeckt und mit der Bergabfahrhilfe sind die 2,4 Tonnen leichter zu beherrschen.

Fazit

Landbewohner werden mit dem Ram 1500 Rebel auch in unseren Gefilden viel Freude haben. Der mächtige Pickup braucht Platz und der findet sich in städtischen Gebieten nur selten. Insgesamt betrachtet, ist dieses Fahrzeug ein Arbeitstier mit einem hohen Freizeitwert. Und definitiv auch ein megacooles Gerät, mit dem Auffallen ein Leichtes ist.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ram 1500 Rebel

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: V8-Benziner Hemi

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 5.654

Leistung in kW (PS) bei U/min: 295 (401)/5.600

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 556/3.950

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,0

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 170

Tankinhalt: 98 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 14,9 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 352

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 6.142/2.084/1.973

Radstand in mm: 3.569

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.405

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.500

Ladefläche in l: 1.526

Anhängelast in kg: 3.500

Bereifung: 275/65 R18

Felgen: 10 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 73.600

 

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka