Lange bevor der Begriff des Sports Utility Vehicle (SUV) in aller Munde war, kam 1970 der Range Rover auf den Markt.

Neben dem Land Rover und dem Freight Rover war es das dritte Geländewagen-Modell von Rover. Wesentlicher Unterschied waren die luxuriöse Ausstattung sowie das deutlich bessere Fahrverhalten auf asphaltierten Wegen.

1967 wurden die ersten Prototypen aus Gründen der Geheimhaltung als Velar (Vee Eight Land Rover) bezeichnet. Eine weitere Erläuterung des Tarnnamens stammt aus dem Italienischen. Velare steht für verschleiern oder verdecken. Heute sind diese Fahrzeuge teure Sammlerstücke. Konzipiert als Dreitürer verlangte die Klientel aber rasch eine fünftürige Version.

Deshalb baute der Schweizer Sportwagenhersteller Monteverdi von 1980 bis 1982 insgesamt 167 fünftürige Range Rover. Teile der Konstruktion wurden von Range Rover übernommen und so entstand ab August 1981 werksseitig der Range mit fünf Türen.

Unter der Haube werkelte damals ein V8 von Buick, der auch im Rover P6 3500 seinen Dienst tag. Der 3,5-Liter-Motor leistete im Range Rover anstatt 167 aber nur noch 132 PS. Trotz der Reduzierung hing der 1,9 Tonnen schwere Geländewagen gut am Gas und erreichte problemlos die damals wichtige 100-Meilen-Marke, also eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 160 km/h.

Vier Generationen

1985 folgte eine weitere Modellauffrischung, drei Jahre später wurde der Hubraum des Alu-Motors auf 3,9 Liter erweitert. 1992 wurde der um etwas mehr als 20 Zentimeter verlängerte Range Rover LSE präsentiert. Erstmals mit Luftfederung und ein 4,2 Liter großes Triebwerk.

Nach einer Bauzeit von 24 Jahren startete die zweite Generation durch. BMW hatte kurz vorher Rover gekauft und so war neben zwei V8-Benzinern ein 3-Liter-Diesel-Reihensechszylinder im Angebot. Die runden Scheinwerfer wurden durch eckige ersetzt und das Interieur wurde noch luxuriöser gestaltet. Der Range befand sich somit auf dem Niveau von Oberklasse-Limousinen.

Nach nur 7 Jahren Bauzeit wurde 2001 die dritte Generation vorgestellt. Der Range Rover verabschiedete sich vom Leiterrahmen und erhielt eine Einzelradaufhängung sowie eine selbsttragende Karosserie. Etwas Unruhe bei der Entwicklung entstand durch den Besitzerwechsel von BMW zu Ford. Unter anderem wurden neben einem V12 von BMW, Triebwerke von Jaguar und 3,6-Liter-V8-Biturbo-Dieselmotor mit 272 PS von PSA verwendet.

2012, Jaguar und Land Rover gehörten mittlerweile zu dem indischen Megakonzern Tata, kam die wegen einer Alu-Karosse um 420 Kilogramm leichtere vierte Generation des Range Rover auf den Markt. Der edle SUV blieb in den vergangenen Jahren aber nicht alleine. Neben einem bis zu 575 PS starken Range Rover Sport SVR ergänzten der Evoque und der Velar das Angebot.

Tipps für Sammler

Voraussetzung einer langen Haltbarkeit ist eine gründliche Hohlraumversiegelung. Rost ist zwar ein Thema beim Range Rover, dennoch sind Reparaturen relativ leicht möglich. Jaguar und Land Rover Classic in Essen bietet zudem eine gute Ersatzteilversorgung sowie die Vermittlung von zertifizierten Partnerwerkstätten an.

Range Rover Fifty

Das mit einzigartigen Merkmalen und Ausstattungsdetails ausgestattete Sondermodell Range Rover Fifty umfasst nur 1.700 Exemplare. Der Fifty basiert auf der Autobiography Ausführung. Zur Wahl stehen die Lackfarben Carpathian Grey, Rosello Red, Aruba und Santorini Black. Für einige wenige Exemplare der Jubiläumsedition bietet Land Rover Special Vehicle Operations ferner drei klassische Lackierungen an. Diese entsprechen den Tönen aus der Farbpalette der ersten Range Rover Generation. Tuscan Blue, Bahama Gold und Davos White. Bei den Antrieben können die Kunden ebenfalls nach ihrem Geschmack auswählen. Das Sondermodell gibt es mit Diesel, Benzinmotor und als P400e Plug-in Hybrid.

Dietmar Stanka
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