Achtung, Autobesitzer: Die rosafarbene Prüfplakette verrät seit dem Jahreswechsel 2017/2018 auf den ersten Blick, dass die Hauptuntersuchung überschritten ist. Das kann kosten.

Die Fahrt zur Hauptuntersuchung ist vor allem für Besitzer älterer Fahrzeuge ein Schreckensmoment, den sie gerne vor sich herschieben. Denn bei dem alle zwei Jahre vorgeschriebenen technischen Check finden die Prüfer häufig Sicherheitsmängel, die teure Reparaturen nach sich ziehen. Oder sie bedeuten das Ende eine langen Freundschaft, wenn es keine neue Prüfplakette gibt und das geliebte Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen wird.

Wie lange gilt eine Prüfplakette?

Ab dem Jahreswechsel erkennen Polizeibeamte schon von weitem, ob ein Autos, Anhänger, Motorrad oder anderes Kraftfahrzeug den Prüftermin überzogen hat. Denn rosafarbenen Prüfplaketten mit der Zahl 17 auf den hinteren Kennzeichen  verlieren Ende 2017 ihre Gültigkeit.

In welchem Monat genau, das erkennt man an der Zahl, die nach oben zeigt – zum Beispiel 12 für den Dezember. Die Strafen für das Überziehen des Prüftermins sind in Deutschland jedoch recht milde.  Ist die obenstehende Zahl eine 10, wäre die Hauptuntersuchung also im Oktober 2017 fällig gewesen, droht ab Januar ein Verwarnungsgeld von 15 Euro. Wer im August 2017 zur Prüfung gemusst hätte, wird ab Januar mit 25 Euro zur Kasse gebeten. Erst wenn der Prüftermin um acht Monate überzogen wird, gibt es zum Bußgeld von 60 Euro auch einen Punkt in Flensburg.

Allerdings warnt der TüV Süd ausdrücklich vor weiteren Konsequenzen: „Fahrer, die 2018 noch mit rosafarbener Plakette unterwegs sind, riskieren auch ihren Versicherungsschutz. Wer ohne gültige Plakette einen Unfall verursacht oder an einem Unfall beteiligt ist, muss womöglich für entstandene Schäden tief in die eigene Tasche greifen.“

Vor allem Besitzer alter Autos überziehen den Prüftermin

Immerhin jeder dritte Autofahrer in Deutschland nimmt es mit dem Prüftermin nicht so genau, zeigt eine Auswertung der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung .  Von den rund 1,73 Millionen Pkw, die im ersten Halbjahr 2017 von den GTÜ-Ingenieuren auf ihren technischen Zustand überprüft wurden, wurden weit mehr als ein Drittel verspätet zur Hauptuntersuchung vorgestellt.

Dabei gilt offensichtlich eine Grundregel: Wer zur spät zur Hauptuntersuchung fährt, tut dies aus gutem Grund. Mit der steigenden Zahl der Überzieher gehen auch die Zahlen der sicherheitsrelevanten Mängel in die Höhe. Wiesen die von der GTÜ untersuchten und fristgerecht vorgefahrenen Pkw 18,7 Prozent erhebliche Mängel auf, so waren es bei den Autos, die drei Monate und mehr verspätet zur Hauptuntersuchung fuhren, bereits 30,4 Prozent, die wegen schwerwiegender technischer Mängel keine neue Prüfplakette erhielten

Prüfplakette wird nicht mehr rückdatiert

Neben dem offenbar vorhandenen Wissen, dass bei der technischen Prüfung teure Mängel gefunden werden, gibt es lauf GTÜ noch einen weiteren Grund für die Terminüberziehung. Denn seit  Mitte 2012 gilt die Prüfplakette am Fahrzeug immer 24 Monate und wird nicht mehr auf den ursprünglichen Fälligkeitstermin rückdatiert. Mit dem Überziehen gewinnt man also ein paar Monate – im höheren Fahrzeugalter durchaus kostbare Monate.

 

 

Klaus Justen
Folgen Sie

Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
Klaus Justen
Folgen Sie