Mit der Startnummer 20 ging es mit unserem VW SP 2 um 12.11 Uhr auf die 17. Sachsenclassic 2019.

Von der Kongresshalle am Elbufer in Dresden fuhren wir mit dem aus Brasilien stammenden Coupé durch die historische Stadt  in Richtung Glashütte und Erzgebirge.

Der VW SP2

Volkswagen do Brasil war in vielerlei Hinsicht eigenständig. 1953 in Brasilien gegründet, entwickelte das Unternehmen Fahrzeuge, die auf dem südamerikanischen Markt sehr erfolgreich waren und immer noch sind.

Ende der 1960er Jahre sollte ein Sportcoupé das Portfolio erweitern. Ingenieur Schiemann und sein Team nutzen die Basis des brasilianischen VW 1600 Variant. Der Motor, ein Vierzylinder-Boxermotor, ein sogenannter Flachkühler, wie beim Typ 3, wurde auf 1.700 ccm vergrößert.

Damit werden 67 PS an Leistung erzielt, die den VW SP2 in 17,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigten und eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h ermöglichten. Diese Leistungsmangel, der in hoher Diskrepanz zur immer noch coolen und extrem sportlichen Optik steht, brachte dem Modell in Brasilien den scherzhaften Beinamen „Sem Potência“, brasilianisch für „ohne Leistung“, ein.

Die Typenbezeichnung soll, wie Wikipedia vermutet, angeblich für Sao Paulo stehen, , oder aber auch für Sport-Prototyp oder Spezielles Projekt. Unser weißer VW SP2 mit seiner Karmann-Karosserie ist einer von zwei Fahrzeugen, die in Wolfsburg angemeldet sind. Unserer gehört Volkswagen Classic, der orangefarbene der Autostadt.

Von Dresden über Glashütte nach Altenberg und zurück

Kurz nach 12 Uhr fiel der Startschuss der Sachsenclassic 2019 und unser erster Stopp, nach zwei Wertungsprüfungen über die wir den Mantel des Schweigens legen, fand in der Uhrmacherstadt Glashütte statt. Von dort führte uns der Weg tiefer in das Erzgebirge zum Enso Eiskanal nach Altenberg.

Von der weltberühmten Bob- Rodel- und Skeletonbahn dort führte uns der Weg über Dippoldiswalde und Freital zurück nach Dresden. Gute 100 Kilometer absolvierten wir am ersten Tag und unser VW SP2 schnurrte dabei wie ein zufriedenes Kätzchen im typischen Boxersound.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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