Tote Insekten und der Staub des Sommers: Das ergibt eine hartnäckige Schmutzschicht auf der Windschutzscheibe. Also gehört ein guter Scheibenreiniger in die Scheibenwaschanlage des Autos. Welcher ist der Beste? Das hat die Prüforganisation GTÜ ermittelt.

Scheibenreiniger-Fertigmischungen sind groß in Mode gekommen. Gebrauchsfertig wird der Scheibenreiniger in den Vorratsbehälter im Auto gekippt. Kein Rechnen wie beim Einsatz von Konzentraten, bei denen ein oder zwei Verschlusskappen des Scheibenreiniger-Konzentrats mit der passenden Menge an Wasser gemischt werden müssen.

Eine Reinigung der Scheibe kostet mal 40 Cent, mal sind es 8 Cent

Aber diese Bequemlichkeit hat ihren Preis, ergab der Test der GTÜ. Bei der besten Fertigmischung, dem Sonax Xtreme Scheibenreiniger Sommer, kostet ein ScheibenReinigungsvorgang 40 Cent. Zum Vergleich: Setzt man  das qualitativ vergleichbare Dr. Wack cw 1:100 Super Scheibenreiniger Komzentrat ein, ist man für nur 8 Cent am Ziel, einem Fünftel des Preises.

Wer also das Thema Scheibenreinigung kosten- und umweltbewusst angehen will, nimmt am besten ein gutes Konzentrat und legt sich das kleine Viertelliter-Fläschchen in den Kofferraum.

Wird man jedoch unterwegs aber kalt erwischt und die Auto-Waschanlage meldet „leer“, dann bleibt nur der Abstecher zur nächsten Tankstelle oder Baumarkt. Die Autozubehörabteilungen bieten oft eine große Auswahl an Reinigungsmitteln.

Zwei Scheibenreiniger mit Problemen bei der Materialverträglichkeit

Ein Ergebnis des GTÜ-Tests kann beruhigen: Richtig falsch liegen kann man bei der Wahl des Scheibenreinigers nicht. Denn die meisten Fertigmischungen für die Autoscheibenwaschanlage reinigen gut bis sehr gut. Dabei sind sie in der Regel auch recht materialschonend.

Eine Ausnahme sind die zwei Produkte Kerndl Scheibenklar und Total wash Sommerscheibenreiniger. Diese erhielten Punktabzug für die Materialverträglichkeit gegenüber Polycarbonat, aus dem etwa Scheinwerfer-Abdeckungen bestehen. Bei der Prüfung nach DIN im Trockenschrank (48 Stunden bei 80 Grad Celsius)  kam  es bei Kerndl zu kleineren und bei Total zu größeren Rissen auf den Polycarbonat-Biegestreifen.

Positiv hingegen: Keiner der getesteten Scheibenreiniger hinterließ Lackschäden. Alle Produkte schafften auch den Test auf Alkoholverträglichkeit. Dieser Test ermittelt, ob die Mischung von Sommerreiniger mit alkoholhaltigem Winterscheibenreiniger zu Ausfällungen führt. Die dabei entstehenden Feststoffe könnten Bauteile der Scheibenwaschanlage beschädigen.

Fünfmal Note „sehr empfehlenswert“, Testsieger ist Sonax

Testsieger mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ wurde der Sonax Xtreme Scheibenreiniger Sommer im Dreilitergebinde zum Preis von knapp acht Euro. Auf den Plätzen zwei bis fünf ermittelten die GTÜ-Prüfer vier weitere „sehr empfehlenswerte“ Fertigmischungen, nämlich OMV Caristal, Dursol Nature Line, Robbyrob Klarblick und Ernst Scheibenklar.

Dahinter platzierten sich  vier Scheibenreiniger mit der Note „empfehlenswert“ . Dieses Gesamtergebnis erreichten Aral Klare Sicht, Kerndl Scheibenklar, Dr. Wack cw 1:100 Super Scheibenreiniger Fertig-Mix und Shell EasyClean. Die Fertigmischungen von Aral, Dr. Wack und Shell leisteten sich zwar keine richtigen Patzer bei Reinigung und Materialverträglichkeit, verpassten die Bestnote aber deshalb, weil sie nochmal deutlich teurer sind als die ja auch nicht gerade billigen Markenprodukte von Sonax und OMV.

Können Konzentrate mit Fertigmischungen mithalten?

Ebenfalls mit „sehr empfehlenswert“ benotet wurde das außer Konkurrenz mitgetestete Konzentrat von Dr. Wack. Dabei wollten die GTÜ-Tester die Frage klären, ob die praktischen, aber auch relativ teuren Fertigmischungen leistungsfähiger als die viel billigeren 1:100-Konzentrate sind.

Ergebnis: Das Konzentrat erreichte zwar nicht ganz die Reinigungsleistung der beste Fertigmischungen, lag dabei aber immer noch in einem sehr guten Bereich. Im Kostenkapitel spielte das Konzentrat dann seine Vorteile aus, so dass es im Gesamtergebnis gleichauf mit Testsieger Sonax liegt (Detailergebnisse siehe Tabelle).

 

 

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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