Wenn das Auto nach einer kalten Nacht nicht mehr starten will, ist meist die leere Batterie daran schuld. Gut, wenn man weiß, wie die richtige Starthilfe den Wagen wieder zum Laufen bringt.

Rund zwei Drittel aller winterlichen Panneneinsätze der Automobilclubs gehen auf Startprobleme zurück. Starthilfe ist gefragt. Die Kälte belastet die Batterie enorm, das morgendliche Drehen des Anlassers fällt mit zähflüssigem Motoröl schwerer, häufig eingeschaltetes Fahrlicht, Heckscheibenheizung und auf Hochtouren drehendes Gebläse saugen zusätzliche Ampere aus dem Akku.

Ein Starthilfekabel sollte zur Bordausrüstung gehören

Deshalb sollte für alle Fälle ein Starthilfekabel an Bord sein. Somit kann man anderen Autofahrern, die mit schwächelnder Batterie liegen bleiben, unkompliziert helfen. Oder aber selbst Starthilfe in Anspruch nehmen, ohne stundenlang auf den Pannenservice warten zu müssen. Wie man am besten vorgeht bei der Stromspende, dafür hat der ACE eine Reihe von Tipps parat. Wenn man sich an die richtige Reihenfolge beim Anschließen der Starthilfekabel hält, sollte nichts schiefgehen.

Auch bei Autos, deren Batterie im Kofferraum untergebracht ist, muss man zur Starthilfe an den Motorraum. Dort sind die entsprechenden Anschlüsse markiert, um ans Bord-Stromnetz heranzukommen. Am besten zuvor in der Betriebsanleitung des eigenen Fahrzeugs nachschauen.

So gehen Sie bei der Starthilfe vor

  1. Spenderfahrzeug und Empfängerfahrzeug müssen  ein Bordnetz mit gleicher Batteriespannung haben. Das sind derzeit in der Regel 12 Volt.
  2. Stellen Sie die Autos  Motorhaube an Motorhaube gegenüber. Die Autos dürfen sich aber auf keinen Fall berühren.
  3. An beiden Autos die Zündung ausschalten.
  4. Die Zange des roten Pluskabels zuerst an den Pluspol der Empfängerbatterie anschließen, dann am Pluspol des Spenderfahrzeugs.
  5. Zange des schwarzen Massekabels zuerst an den Minuspol der Batterie des Spenderfahrzeugs anschließen. Das andere Ende des Massekabels möglichst nicht an der Batterie des Empfängerauto anschließen, sondern an einen speziell dafür vorgesehenen Kontakt oder an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock.  Direkt an der Batterie kann eventuell austretendes Knallgas explodieren.
  6. Darauf achten, dass die Kabel so verlegt sind, dass sie sich nicht in Lüfterrad oder Keilriementrieb verheddern.
  7. Jetzt den Motor des Spenderfahrzeugs starten.
  8. Ist die Batterie des Empfängerautos tiefentladen (erkennbar daran, dass zuvor bei eingeschalteter Zündung die Armaturenlampen nicht mehr leuchteten), mit dem ersten Startversuch mindestens zehn Minuten warten, damit die leere Batterie genügend Strom ziehen kann.
  9. Jetzt ist Zeit, das Empfängerauto zu starten. Nicht lange orgeln!  Springt der Motor nach drei bis vier Sekunden nicht an, Startvorgang abbrechen und nach einer kurzen Pause wiederholen.

Spannungsspitzen beim Abklemmen der Kabel vermeiden

Wenn die Batterie nur leer war und durch kalte Frostnächte nicht den Exitus erlitten hat, ist die Starthilfe durch ein anderes Fahrzeug meist erfolgreich. Aber auch beim Abklemmen der Starthilfekabel sollte man gewissenhaft vorgehn.

  1. Läuft der Motor am Empfängerfahrzeug,  Verbraucher mit hohem Strombedarf einschalten, etwa Heckscheibenheizung und Gebläse. Damit lassen sich Spannungsspitzen beim Entfernen des Starthilfekabels vermeiden, die zu Elektronik-Schäden führen können.
  2. Das Abklemmen der Kabel geschieht in umgekehrter Reihenfolge: Zunächst das schwarze Kabel am Massepunkt des Empfängerfahrzeugs zu lösen, danach am Minus-Kontakt des Spenders.
  3. Danach  das rote Kabel erst vom Kontakt des Empfänger- und dann vom Pol des Spenderfahrzeugs abklemmen.
  4. Anschließend Heckscheibenheizung und Gebläse wieder abschalten, denn jetzt muss der laufende Motor die leere Batterie wieder aufladen.
  5. Damit die Lichtmaschine die leere Batterie wieder ausreichend lädt, das Auto mindestens eine halbe Stunde fahren, am besten ein Stück Autobahn oder Landstraße.

 

Foto: ACE/Tschovikov

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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