Vor der großen Reise ist die richtige Vorbereitung des Reisemobils oder Wohnwagen essentiell wichtig.

Die wichtigsten Tipps haben die Profis der Knaus Tabbert GmbH zusammengestellt. Der Hersteller von Freizeitfahrzeugen hat seinen Hauptsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn. Zu den weiteren Standorten gehören Mottgers, Hessen sowie Schlüsselfeld und Nagyoroszi in Ungarn.

Gefahrenquellen erkennen

Bei älteren Reisemobilen sind Defekte an der Licht-, Brems- und Abgasanlage sowie den Reifen die am häufigsten vorkommenden Mängel. Oft sind sie mit Reinforced-Reifen mit verstärkten Flanken oder C-Reifen mit verstärkter Lauffläche ausgerüstet. Die Bereifung muss einheitlich sein!

Außerdem brauchen diese Commercial-Reifen einen höheren Luftdruck, sonst können sie im Extremfall platzen. Daher ist es notwendig, den Reifenfülldruck regelmäßig zu kontrollieren.

Weitere Mängelquellen bei Freizeitfahrzeugen

Zu den häufigsten Mängeln bei Wohnwagen älterer Baujahre zählen Defekte an den Bremsen und beim Licht. Hinzu kommen oft Probleme an Deichsel, Stützrad, Abreißseil oder Zugkugelkupplung, marode Leitungen und Korrosionsschäden.

Im Vergleich zu Reisemobilen werden Caravans in der Regel weniger häufig bewegt. Lange Standzeiten, gerade bei Dauercampern, verursachen auch entsprechende Standschäden. Zum Beispiel an den Reifen. Für sie schreibt der Gesetzgeber außerdem eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Besser und vor allem sicherer sind jedoch drei Millimeter.

Das Höchstalter beträgt bei Caravans mit 100-km/h-Zulassung maximal sechs Jahre. Eine Faustregel, die man bei allen Wohnwagen berücksichtigen sollte. Aufschluss über das Reifenalter gibt die sogenannte DOT-Nummer auf den Flanken. Die vierstellige Zahl steht für die Kalenderwoche und das Jahr der Produktion. Beispiel: 0313 steht für die dritte Kalenderwoche im Jahr 2013.

HU-Intervalle einhalten

Je nach Gewichtsklasse gelten bei Reisemobilen unterschiedliche Fristen für die Hauptuntersuchung. Reisemobile bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht müssen erstmals nach drei Jahren zur HU, dann alle zwei Jahre. In der Gewichtsklasse über 3,5 bis 7,5 Tonnen ist alle zwei Jahre eine HU fällig, ab dem sechsten Jahr nach Erstzulassung eine jährliche Prüfung. In der Gewichtsklasse über 7,5 Tonnen ist eine jährliche HU Pflicht.

Für Wohnwagen und Anhänger gelten andere Fristen: Haben sie ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 750 kg, steht nach drei Jahren die erste HU an, danach alle zwei Jahre. In der Gewichtsklasse über 750 kg bis 3,5 Tonnen ist sie von Beginn an im Zwei-Jahres-Rhythmus fällig, im Segment über 3,5 bis 10 Tonnen jährlich.

Gasprüfung nicht vergessen

Bei Reisemobilen und Wohnwagen muss die Gasanlage alle zwei Jahre geprüft werden. Sind Wohn- und Fahrgastraum bei einem Reisemobil nicht durch eine Trennwand voneinander abgeteilt, verweigert der Prüfer ohne gültige Prüfbescheinigung die HU. Gasflaschen und Entlüftungsöffnungen müssen frei zugänglich sein. Die Flaschen selbst dürfen maximal zehn Jahre alt sein. Bei der Gasprüfung werden außerdem die Anschlüsse, Druckregler und Leitungen im Innenraum unter die Lupe genommen. Ohne gültige Gas-Prüfbescheinigung zahlt die Versicherung bei Brandschäden nicht!

Checkliste erstellen

Wenn sich beispielsweise eine Familie mit zwei Kindern zum ersten Mal ein Reisemobil mietet, kommt einiges an Gepäck zusammen. Gerade Neulinge verlieren jedoch beim Beladen gern das zulässige Gesamtgewicht und damit die erlaubte Zuladung aus den Augen.

Wer überladen erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Außerdem ist die Fahrsicherheit gefährdet. Deshalb sollte man vor der Fahrt mit dem Reisemobil oder dem Wohnwagen auf eine öffentliche Waage fahren und das Gewicht kontrollieren. Adressen sind unter diesem Link zu finden. Übrigens gehört Leichtes gehört beim Beladen nach oben, Schweres nach unten.

Motorölstand und Reifendruck müssen stimmen und die komplette Beleuchtung muss funktionieren. Zudem sollte der Gasvorrat aufgefüllt und die Bordbatterie vollgeladen sein. Der Frischwassertank nur mit maximal 10 Litern befüllen und die volle Ladung erst am Stell- oder Campingplatz zufügen. In die Toilettenkassette gehören für unterwegs zwei bis drei Liter Wasser und Sanitärflüssigkeit. Und in jedem Fall gehört eine Kabeltrommel plus CE-Adapter an Bord.

Dann kann die Reise losgehen. Aber bitte immer darauf achten, wo man sich mit seinem Reisemobil hinstellen darf. Stellplätze findet man beispielsweise auf Mein Platz. Viel Spaß!

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka