Mit einem H-Kennzeichen können Besitzer eines alten Autos bares Geld sparen. Für welche Oldtimer lohnt sich das, wann dürfen Autos in Deutschland das Oldtimer-Kennzeichen tragen? Die sieben wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema H-Kennzeichen.

Ein großes H am Ende der Buchstaben-Ziffernkombination signalisiert, dass hier ein Auto kommt, dass nicht nur alt ist – sondern auch in einem guten Original- und Pflegezustand. Rund eine Viertelmillion Autos sind in Deutschland mit einem H-Kennzeichen unterwegs. In einer neuen Broschüre hat die Prüforganisation alle wichtigen Punkte zum Thema H-Kennzeichen zusammengestellt. Hier die sieben wichtigsten Fragen und Antworten zum Oldtimer-Kennzeichen.

1. Wie alt muss ein Fahrzeug sein, um als Oldtimer eingestuft werden zu können?

Ein Fahrzeug kann nur dann als Oldtimer eingestuft werden, wenn es nachweislich vor mehr als 30 Jahren hergestellt wurde oder in den Verkehr gekommen ist.

2. Welche Kriterien werden an das Fahrzeug gestellt?

Guter Pflege- und Erhaltungszustand, also besser als normale alte Fahrzeuge. Die Hauptbaugruppen müssen, angelehnt an den damaligen Originalzustand, vorhanden oder zeitgenössisch ersetzt sein. Durch zusätzliche Ausrüstung und Ausstattung darf der Originaleindruck des Fahrzeugs nicht beeinträchtigt werden.

3. Welche Abweichungen vom Originalzustand sind erlaubt?

Änderungen, die nachweislich innerhalb der ersten zehn Jahre nach Erstzulassung oder  Herstellungsdatum erfolgt sind oder hätten erfolgen können und damit zeitgenössisch sind. Technische Änderungen, die innerhalb der Fahrzeugbaureihe bereits für zulässig/möglich erklärt wurden. Nicht zeitgenössische Änderungen, die nachweislich vor mindestens 30 Jahren durchgeführt wurden.

4. Wie kann die Originalität der technischen oder optischen Änderungen vom Halter nachgewiesen werden?

Originalitätsnachweise können sein: damalige Gutachten, Fahrzeugbrief (oder Zulassungsbescheinigung Teil II) eines Fahrzeugs desselben Typs, damalige Herstellerfreigaben, einschlägige Fachliteratur wie Betriebsanleitungen oder Originalprospekte, Presseveröffentlichungen (Vorstellungen, Testberichte).

Für die Beschaffung von Nachweise kann man sich auch an Prüforganisationen wie die GTÜ wenden oder Online beim GTÜ-Oltimerservice  selbst recherchieren.

5. Erhält auch ein Fahrzeug mit Nachrüst-Kat ein H-Kennzeichen?

Ja, die Nachrüstung von Abgasreinigungssystemen ist aus Umweltschutzgründen generell erlaubt, wenn deren Zulässigkeit nachgewiesen werden kann.

6. Muss auch ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen zur HU/AU?

Auch diese Fahrzeuge unterliegen der periodischen Überwachung wie Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung. Bei Fahrzeugen mit Fremdzündungsmotor, also Ottomotor oder Wankelmotor, bei Erstzulassung ab dem 1. Juli 1969, bei Fahrzeugen mit Dieselmotor ab dem 1. Januar 1977. Liegt das Erstzulassungsdatum nach diesen Stichtagen, ist eine Abgasuntersuchung turnusmäßig vorgeschrieben.

7. Wie viel Steuern lassen sich mit einem H-Kennzeichen sparen?

Der einheitliche Steuersatz für Autos mit H-Kennzeichen liegt bei 191,73 Euro pro Jahr. Mit der Einstufung als Oldtimer beginnt bei Dieselfahrzeugen das Steuersparen bereits bei einem Hubraum von 600 Kubikzentimetern. Benziner sparen ab 800 Kubikzentimetern – jeweils im Vergleich zur regulären Zulassung.

Wenn Sie mehr wissen wollen, zum Beispiel: Wieviel zahle ich, wenn ich ein altes Auto als Oldtimer mit H-Kennzeichen, mit Saisonkennzeichen in der normalen oder der H-Version oder mit einem ganzjährig gültigen Normalkennzeichen zulasse? Dann hilft die aktuelle Broschüre der GTÜ mit umfangreichen Vergleichsrechnungen  weiter. Und sie gibt viele weitere Tipps  rund um das Thema. Die Broschüre kann kostenlos heruntergeladen werden.

 

 

Die wichtigsten Informationen zum H-Kennzeichen bietet die Broschüre der GTÜ
Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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