Skoda Mountiaq nennt sich eine Pickup-Studie der Volkswagen-Tochter. Die Auszubildenden am Skoda-Stammsitz in Mladá Boleslav entwarfen den Mountiaq und bauten ihn in Handarbeit.

Was man aus den SUV der Marke so alles machen kann, zeigten die Skoda-Auszubildenden  bereits im vergangenen Jahr. Auf Basis des Karoq bauten die Nachwuchsfachkräfte ein Cabrio, das luxuriöses Offenfahren mit ungewohnt hoher Sitzposition erlaubt. Beim nunmehr sechsten Azubi Concept Car nahmen sich 35 junge Männer und Frauen der Skoda-Berufsschule in den vergangenen acht Monaten den Kodiaq vor – und zeigen mit der beeindruckenden Studie Mountiaq, wie ein Pickup  aussehen könnte. Es handelt sich wohlgemerkt nicht um eine Studie, die Marktpotenzial austarieren soll. Sondern darum, «die große technische und handwerkliche Kompetenz unserer Auszubildenden und die erstklassige Qualität der Ausbildung an unserer Berufsschule zu zeigen», sagt Carsten Brandes. Er ist Leiter der Skoda Akademie, an der in 13 Ausbildungslehrgängen und drei Aufbaustudiengängen der Autohersteller seinen Nachwuchs ausbildet. Die besten dürfen sich jedes Jahr an ein besonderes Projekt wagen: Die Entwicklung und den Bau eines Concept Cars.

Azubis investierten 2000 Arbeitsstunden in den Mountiaq

Acht Monate und rund 2000 Arbeitsstunden stecken im Skoda Mountiaq. Er ist knapp fünf Meter lang –exakt ein Millimeter fehlt an diesem Gardemaß – und  stellt auch mächtig die Schultern raus. Die Karosseriebreite beträgt  2005 Millimeter, die Höhe liegt bei 1710 Millimetern. Damit übertrifft der Mountiaq den Technikspender Kodiaq zum Teil beträchtlich. Auch bei der Bodenfreiheit gab es einen Zuwachs von 10 auf 29 Zentimeter; möglich machen dies 17-Zoll-Räder mit speziellen Offroad-Reifen. Diese bringen auch eine um vier Zentimeter breitere Spur.

Dach weg, Karosserieverstärkungen hinein in den Mountiaq

Das macht den Mountiaq prinzipiell geländetauglich. Weil kurz hinter den vorderen Türen der Dachaufbau komplett entfernt wurde, mussten unter dem Blech zahlreiche Karosserieverstärkungen  eingeschweißt werden. Dadurch kletterte das Gesamtgewicht des Skoda Mountiaq  auf fast 2,5 Tonnen. Bei den Umbauarbeiten entfernten die Auszubildenden  nicht nur das Dach des Kodiaq und bauten eine neue Rückwand für die Fahrerkabine. Auch die Seitenfenster sowie das hintere Fenster konstruierten die Nachwuchskräfte neu, die Türen passten sie  an die neuen Fahrzeugdimensionen an.

Ladefläche mit integriertem Fach für Koffer

Die Ladefläche aus Edelstahl bietet Platz für alles, was transportiert werden muss – vom Gartenzubehör bis zum Sportgerät. Soll es auf Reisen gehen, finden Koffer oder nässeempfindliche Dinge in zwei versteckten Ablagefächern unterhalb der Ladefläche trockenen Stauraum. Die Heckklappe der Ladefläche ist massiv gebaut und im aufgeklappten Zustand voll begehbar. Lackiert ist der Mountiaq im auffälligen Farbton Sunset Orange. Die Ladefläche ist beleuchtet, auf dem Dach prangt eine grosse Lichtleiste, Kühlergrill, Motorraum und das Markenlogo auf der Motorhaube sind mit LED-Leuchten illuminiert. Die Verzierungen auf den Radnaben stammen aus dem 3D-Drucker.

Hifi-Sound mit 2000 Watt Verstärkerleistung

Die Kreativität ging im Innenraum weiter: Den Fahrer erwartet nicht nur ein integrierter Kühlschrank, sondern auch kräftiger Sound. Statt der Rücksitze verrichten hier ein 2000 Watt starker Verstärker sowie ein entsprechender Subwoofer ihren akustischen Dienst. Dazu gibt es ein luxuriöses Ambiente. Die dunkelgrauen Ledersitze sind mit orangefarbenen Ziernähten und einem aufgestickten Modelllogo verziert – einem Pickup vor einer stilisierten Bergkulisse. Das ist übrigens die  einzige Arbeit, die nicht vom Azubi-Team selbst erledigt wurde, denn den Ausbildungsgang des Sattlers gibt es nicht.

Kerniger Auftritt mit Seilwinde an der Fahrzeugfront

Unterstrichen wird der kernige Auftritt durch das hochgezogene Ansaugrohr. Ein weiterer Tribut an das Einsatzgebiet tief in Wald und Flur ist das Seilwinde an der Fahrzeugfront. Es  verspricht Hilfe, wenn es im tiefen Gelände aus eigener Allradkraft nicht mehr weitergehen sollte. Angetrieben wird der Mountiaq von einem Direkteinspritzer-Benziner. Der 2.0 TSI leistet 140 kW (190 PS), und weil das Concept Car nicht in Verlegenheit kommen wird, auf öffentlichen Strassen gefahren zu werden, sondern auf Showbühnen zu posen, spendierten die Azubis der Auspuffanlage einen betont sportiven Klang.

Der Mountiaq ist das sechste Azubi-Projekt von Skoda

Der Mountiaq ist das sechste Fahrzeug, das die Ausbildungsjahrgänge des Unternehmens bauten. Als erstes Azubi Car entstand 2014 eine zweisitzige Version des Kleinwagens Citigo, sie trug den Namen Citijet. Ein Jahr später folgte der Pickup Funstar auf Basis des Fabia, gefolgt vom Atero, einem Coupé auf Basis des Skoda Rapid Spaceback. 2017 bildete wieder der Citigo die Basis des  Azubi-Projekts mit Namen Element: er fährt rein elektrisch. Das fünfte Modell war 2018 die Cabriolet-Studie Sunroq auf Basis des Kompakt-SUV Karoq.

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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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