Das achte Modell von Skoda nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach dem lateinischen Begriff „octavus“ (der achte), Octavia benannt. In der Römerzeit ein beliebter Name, trugen ihn doch zum Beispiel die Frau des berühmten Feldherrn Marcus Antonius und die ältere Schwester des ersten römischen Kaisers Augustus.

So hat sich anscheinend über zwei Jahrtausende die Beliebtheit des Octavia in die Gegenwart übertragen. Einem Automobil, dessen erste Exemplare im Januar 1959 im Werk in Mladá Boleslav vom Band liefen.

Ein 1,1-Liter mit vier Zylindern und 40 PS trieb die ersten Octavia an. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Viergang-Getriebe auf die Hinterräder. In der Spitze wurden 110 km/h erreicht und der Durchschnittsverbrauch lag bei 7,7 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

Technische Neuerungen wie die Vorderachse mit Spiralfedern und Drehstabstabilisator bescherten dem Octavia einen hohen Fahrkomfort und für damalige Zeiten ein angenehmes Handling. Die Einführung der asymmetrischen Scheinwerfer im Laufe des Jahres 1959 erhöhte die aktive Sicherheit. Die leistungsstärkere Variante mit einem 1,2-Liter-Motor und 45 PS wurde ebenfalls 1959 in den Markt eingeführt.

Motorsport

1960 legte Skoda mit dem Skoda Octavia Touring Sport (TS) den Grundstein für herausragende motorsportliche Erfolge. Der 50 PS starke TS bekam von der FIA die Homologation für Rennen und Rallyes in der Klasse der nicht modifizierten Straßenfahrzeuge. Mit Klassensiegen bei der Rallye Monte Carlo in den Jahren 1961, 1962 und 1963 zeigte der Octavia TS seine Stärke.

Der Octavia Combi

Mit der Einführung des Octavia Combi stellte Skoda schon 1960 die perfekte Raumausnutzung unter Beweis. Der Kofferraum des Fünfsitzers hatte ein Volumen von 690 Litern. Dieses ließ sich nach dem Umklappen der hinteren Rücksitzlehnen sogar auf 1.050 Liter erweitern.

1964 wurde der Bau der Limousine eingestellt, die mit Heckmotor versehenen Modelle 1000 und 1000 MB standen bereits in den Startlöchern. Der letzte Combi verließ am 21. Dezember 1971 das Werk Kvasiny. Zwischen 1959 und 1971 entstanden insgesamt 360.000 Octavia, darunter mehr als 54.000 Combis.

Nach dem Mauerfall

Kurz nach der Eingliederung von Skoda in den Volkswagen Konzern wurde der Octavia 1992 wieder ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Chefdesigner Dirk van Braeckel entstand ein Bestseller, der 1996 die Märkte eroberte. Ende 2019 wird die vierte Generation des außer in Mladá Boleslav auch in China, Indien, Russland, Kasachstan und Algerien produzierten Skoda Octavia das Licht der Welt erblicken.

Tipps für Sammler

Der Skoda-Oldtimerclub ist seit 1986 aktiv. Die Mitglieder des Clubs besitzen Fahrzeuge aus der Zeit von 1920 – 1980. Der Club setzt sich für die Erhaltung, Pflege und Restaurierung alter Skoda-Typen ein, gibt Hilfestellung bei der Informations- und Ersatzteilbeschaffung und verfügt über technisches Knowhow.

Sammler

Peter Sudeck ist ein erklärter Fan des Octavia und beeindruckt von der überaus reichhaltigen Historie von Skoda. Mit seinem Octavia verbinden ihn und seine Frau tausende Kilometer bei diversen Einsätzen bei Oldtimer-Rallyes. Zudem begann genau mit seinem Octavia 2003 die historische Kommunikation bei Skoda Deutschland beim Einsatz auf der Histo Monte mit dem damaligen Deutschen Rallyemeistern Kahle/Göbel, die mit einem Klassensieg gekrönt wurde. 2009 fuhr das gleiche Team auf der Histo Monte sogar den Gesamtsieg ein.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka