Eine Klimaanlage gehört inzwischen für die meisten Autokäufer zum unverzichtbaren Komfort. Allerdings schalten viele Autofahrer sie nur mit schlechtem Gewissen ein, schließlich kostet der Betrieb Treibstoff. Was liegt also näher, als die Klimaanlage bei kühleren Temperaturen am besten auszuschalten – sie nützt ja eh nichts.

Das könnte ein Denkfehler sein. Denn die Klimaanlage nützt sehr wohl, und der regelmäßige Betrieb sorgt dafür, dass das System funktionstüchtig bleibt.

Der große Vorteil: Keine beschlagenen Scheiben

Der größte Nutzen einer Air Condition: Die Anlage entzieht der Luft im Fahrzeug Feuchtigkeit. Das hat den schönen Effekt, dass sich diese nicht mehr an den Scheiben niederschlagen kann. Durch den Einsatz der Klimaanlage werden beschlagene Scheiben sehr schnell wieder klar. Das sorgt für ungetrübte Rundumsicht, auch bei nasskaltem Wetter, und senkt somit die Unfallgefahr – gerade an trüben Tagen und in der Dämmerung.

Wenn es zu kalt wird, schaltet die Klimaanlage automatisch ab

Prinzipiell kann die Klimaanlage Schaden nehmen, wenn sie bei zu niedrigen Temperaturen läuft, also unterhalb des so genannten Vereisungspunkts. Allerdings brauchen sich Autofahrer darüber keine Gedanken zu machen, denn die Anlagen sind so gesteuert, dass sie sich spätestens bei Temperaturen um drei Grad Plus selbst abschalten.

Kondenswasser-Pfütze: Kein Grund zur Besorgnis

Liegen die Außentemperaturen in dem Bereich, in dem die Anlagen arbeiten, sollte man die Klimaanlage auch einschalten. Wenn schon nicht dauerhaft auf der „Auto“-Position, dann zumindest für  eine halbe Stunde oder die Dauer der Fahrt. Dadurch wird verhindert, dass sich Lager festsetzen, denn durch den regelmäßigen Betrieb werden alle Systemkomponenten ausreichend geschmiert. Dass sich beim Betrieb Kondenswasser bildet (im Sommer nach dem Parken als große Pfütze unter dem Auto zu sehen), ist ein gern gesehener Nebeneffekt, denn so werden Verunreinigungen am Verdampfer weggespült. Somit verringert sich auch das Risiko, dass unangenehme Gerüche entstehen. Wer die Klimaanlage kurz vor Fahrtende bei laufendem Gebläse ausschaltet, tut ein weiteres gegen Geruchsbildung, denn so reduziert sich die Restfeuchte am Verdampfer.

Anlage spätestens alle vier Jahre warten lassen

Generell sollte bei jeder Inspektion geprüft werden, ob das ganze System noch für ausreichende Kühlleistung sorgt. Bringt die Anlage nämlich nur noch einen Teil ihrer Leistung, ist eine so große Menge an Kühlmittel aus dem System entwichen, dass über kurz oder lang Folgeschäden drohen. Nach Schätzungen von ADAC-Experten verliert eine Klimaanlage rund acht bis zehn Prozent des Kühlmittels pro Jahr. Spätestens nach vier Jahren sollte die Anlage deshalb gewartet werden. Wenn die Kühlleistung sinkt oder unangenehme Gerüche aus den Lüftungsgittern in den Innenraum strömen, auch schon vorher.

Klimaanlage nicht zu kalt einstellen

Eine Punkt, den viele Autofahrer bei der Regelung der Klimaanlage machen: Sie stellen die Temperatur zu kalt ein.  Im Winter ist das zwar weniger ein Problem, sondern an heißen Sommertage. Sommer wie Winter sollte die gewählte Temperatur im Wohlfühlbereich zwischen 20 und 22 Grad liegen. Der Luftstrom sollte zudem nicht direkt auf den Körper gerichtet werden.

Klaus Justen
Folgen Sie

Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
Klaus Justen
Folgen Sie