Wenn der Kauf von neuen Sommerreifen ansteht, sind schnell 500 Euro weg. Muss es eine Premiummarke sein beim Reifenkauf? Was taugen Produkte aus Fernost oder Indien – und wie gut sind die Zweit- oder Drittmarken der großen Hersteller?

In einem aktuellen Test hat die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) Sommerreifen  der Größe 215/55 R17 unter die Lupe genommen. Diese passen auf viele kompakte SUV oder Mittelklassefahrzeuge. Zu dem Test traten neun Reifenmodelle an, die zum Preis von 360 bis 480 Euro pro Reifensatz im Handel erhältlich sind.

Diese Sommerreifen wurden von der GTÜ getestet

Maxxis Premitra 5 (taiwanesischer Hersteller)
Sava Intensa UHP 2 (Goodyear-Dunlop)
Fulda SportControl 2 (Goodyear-Dunlop)
Apollo Aspire XP (indischer Hersteller)
Toyo Proxes Sport (japanischer Hersteller)
Kleber Dynaxer HP4 (Michelin)
Firestone Roadhawk (Bridgestone)
Hankook Ventus Primes 125 (südkoreanischer Hersteller)
Avon ZV7 (Cooper Tyres)

Getestet wurde im November 2019 auf einem Bridgestone-Testgelände in Italien. Dabei wurden die Qualitäten der Testkandidaten in drei Kategorien  unter die Lupe genommen: Sicherheit bei Nässe, Sicherheit bei Trockenheit sowie Umwelt und Wirtschaftlichkeit. Beim letzten Punkt spielte der Preis für einen Reifensatz natürlich eine Rolle.

Nur einmal die Note “sehr empfehlenswert”

Von den neun getesteten Reifenmodellen erreichte nur der Maxxis Premitra 5 die Bestnote “sehr empfehlenswert”. Damit entschied der Sommerreifen aus Taiwan den Test für sich. Vier Fabrikate erhielten das Prädikat “empfehlenswert”: Sava Intensa UHP 2, Fulda SportControl 2, Apollo Aspire XP sowie der Toyo Proxes Sport. Die restlichen vier Testmodelle wurden mit “bedingt empfehlenswert” benotet.

Der Maxxis Premitra 5  überzeugt, so die GTÜ,  mit guten Werten und muss sich auch vor Premiumreifen nicht verstecken. Zugleich bietet der Hersteller den mit Abstand besten Regenreifen in dieser Riege an: Neben sehr kurzen Bremswegen bei Nässe überzeugte der Maxxis Premitra 5 auf dem Nassparcours mit nahezu perfekter Seitenführung. Beim Preis konnte er ebenso punkten: Vier Reifen kosten rund 360 Euro.

Auf trockener Straße nur kleine Unterschiede

“Auf trockener Strecke konnten alle getesteten Reifen überzeugen, die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken sind äußerst gering”, fasst die GTÜ das Ergebnis ihrer Messungen zusammen . Die Spitzengruppe besteht aus Maxxis, Sava, Hankook, Fulda und Toyo. Alle dieser Sommerreifen bieten ein gutes Lenkverhalten, untersteuern kaum und überzeugen auch in den technisch anspruchsvollen Streckenabschnitten durch guten Grip. Der Maxxis war dabei der schnellste Reifen. Sava, Hankook, Fulda und Toyo sind auf trockener Strecke ebenfalls sehr empfehlenswert. Apollo, Avon, Kleber und Firestone liegen laut GTÜ dahinter, doch kritisch wird das nicht. Im Alltag auf trockener Straße sind auch diese Reifen absolut konkurrenzfähig.

Bremswege auf nasser Piste

Nicht ganz so überragend fällt das Testergebnis auf nasser Fahrbahn aus. “Keiner der neun Kandidaten erlangte in der Kategorie Sicherheit bei Nässe bemerkenswerten Ruhm”, fasst die GTÜ die Testergebnisse zusammen. Bei sommerlichen 20 Grad Celsius Streckentemperatur vergehen je nach Reifensatz zwischen 26,5 und 28,8 Meter, um das Testfahrzeug Audi Q2 von 80 km/h bis zum Stillstand zu bremsen. Trotzdem liefern Fulda, Toyo, Kleber und Maxxis respektable Werte, so die Reifentester.

Sommerreifen im Test: Sparen beim Kauf

Wenngleich der Maxxis Premitra 5 den Test 2020 souverän für sich entschied, liefern nach GTÜ-Einschätzung  auch die Zweitmarken der großen Reifenhersteller solide Ergebnisse. So zeige der Sava Intensa UHP2, der aus dem Goodyear-Dunlop-Konzern kommt, dass Reifenkäufer gute Qualität zu günstigen Preisen bekommen können.

“Wer sparen will, kann auf alle der ersten fünf gelisteten Reifen setzen. Denn für die Verkehrssicherheit ist es besser, öfter einen guten und günstigeren Reifen zu kaufen als den Premiumreifen bis auf die Karkasse abzufahren”, so die GTÜ in ihrem Fazit.

Sparen kann man allerdings auch bei Premiumreifen, wenn ein Reifenwechsel ansteht: Indem man zum Beispiel im Internet die Preise vergleicht. So ist auch die getestete Reifengröße 215/55 R17 bei Reifendirekt für 400 Euro und weniger zu haben – als Produkt von Bridgestone, Dunlop oder Pirelli, um nur einige Premiummarken zu nennen.

Auf welche Automodelle passen Reifen der Dimension 215/55 R17?

Reifen der getesteten Dimension 215/55 R17 sind verbreitet. Unter anderem passen sie auf diese Autos: Audi Q2 (ab 2016); DS 4 (ab 2011); Opel Insignia (ab 2017);  Peugeot 508 (ab 2018); Seat Ateca (ab 2016); Škoda Superb (ab 2015); Škoda Karoq (ab 2017); Subaru Forester (bis 2013); Suzuki SX4 (ab 2012); Toyota Mirai (ab 2015); Volkswagen Passat (ab 2014); Volkswagen Touran (ab 2015).

 

Klaus Justen
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