Niemand geringeres als der italienische Star-Designer Giorgetto Giuagiaro entwarf 1989 für den Autosalon in Tokyo das Sportcoupé-Concept SVX (Subaru Vehicle X).

Nur zwei Jahre später wurde nach einer Finalisierung der Formen in den japanischen Designateliers von Subaru aus dem Showcar ein Serienmodell. Die künstlerische Leitung übernahmen dabei Tetsuya Hayaschi und Hiroshi Sarukawa.

Kräftiger Boxer

Avantgardistisch und mit einem leistungsstarken 3,3-Liter-Sechszylinder-Boxer versehen, kam der allradgetriebene Japaner auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 249 km/h (Werksangabe 235 km/h). Ab 1994 wurde ein Geschwindigkeitsbegrenzer eingebaut, der das Coupé auf 230 km/h einbremste. Zudem verlor der SVX 1996 10 PS und musste sich bis zum Ende der Bauzeit mit 220 PS und einem Drehmoment von 304 Nm begnügen.

Die Motorkraft musste ein Leergewicht von gut 1600 Kilogramm vorwärtsbewegen. Der Boxer war eine Viergang-Automatik mit wählbarem Sportmodus gekoppelt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolvierte das Coupé in 7,5 Sekunden.

Das Fahrverhalten fühlt sich wegen der Viergang-Automatik ein wenig eingeschnürt vor. Da ändert auch der Sportmodus nicht viel. Der Allradantrieb mit variabler Drehmomentverteilung und die damit verbundene hohe Traktion, lassen ein einfaches Handling zu. Wer es nicht extrem sportlich braucht, wird sich mit dem SVX schnell anfreunden können.

Das außergewöhnliche Design des Subaru SVX

Viel Glas rundherum bestimmte den ersten Eindruck vom Subaru SVX. Ebenfalls ein Hingucker sind die durch Rahmen geteilten Seitenscheiben. Deshalb können auch nur die unteren Elemente versenkt werden. Um diese Konstruktion überhaupt zu ermöglichen, entwickelte Mutterkonzern Fuji Heavy Industries eigens ein neues Verfahren für das Formen von Glas.

Das Interieur wurde ähnlich schwungvoll gestaltet. Die Rundinstrumente sind klassisch eingebettet und werden zum Beifahrer hin durch eine Mittelkonsole begrenzt. Der Beifahrer selbst hat einen flauschig bezogenen Träger inklusive Handschuhfach in seinem Blickfeld. Das Gepäckraumvolumen konnte mit der umklappbaren Rücksitzlehne von 240 auf 466 Liter erweitert werden.

Nicht wirklich erfolgreich

Trotz der bis heute zuverlässigen und langlebigen Technik war dem Subaru SVX kein großer Erfolg beschert. Insgesamt wurden nur knapp 25.000 Modelle gebaut. 14.257 Exemplare bereicherten die USA, gerade mal 854 wurden in Deutschland verkauft. Schließlich waren 73.350 DM auch kein Pappenstiel. Der Opel Calibra Turbo 4×4 glänzte mit ähnlich hohen Fahrleistungen, kostete aber rund 24.000 DM weniger.

Tipps für Sammler

Wegen der geringen Anzahl zählen anständig gepflegte SVX heute zu den begehrten Objekten der Begierde. Rund 14.000 Euro sollte man investieren. Billiger geht es zwar auch, dann darf aber an der Substanz gezweifelt werden. In der Summe darf dem Subaru SVX ein technisch hochwertiges Attest ausgestellt werden. Langlebigkeit war und ist bei Subaru praktizierte Firmenphilosophie.

Subaru SVX 3.3 Modelljahr 1997

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Subaru SVX 3.3

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Sechszylinder-Boxer

Getriebe: Elektronisch gesteuerte 4-Stufen-Automatik mit ACT 4

Hubraum in ccm: 3.319

Leistung in kW (PS) bei U/min: 169 (230)/5.600

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 309/4.800

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 8,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 235

Tankinhalt in l: 70

Kraftstoffverbrauch in l/100 km bei 120 km/h: 9,0

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.625/1.770/1.300

Radstand in mm: 2.610

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.610

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.045

Kofferrauminhalt in l: 240 – 466

Bereifung: vorne 225/50 R16

Felgen: vorne 7 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in DM inklusive Mehrwertsteuer: 73.350 (1991)

Dietmar Stanka