25, 30, 35, 40. Wer bietet mehr? Audi hat vor einiger Zeit in unseren Augen seltsame Typbezeichnungen eingeführt.

Sie sollen die Stärke der Triebwerke erkennen lassen. Was nun die 40 für unseren Testwagen, den Audi A1 Sportback 40 TFSI mit 147 kW (200 PS) zu tun hat, wird mit der Tatsache begründet, dass dieser Motor der bis dato leistungsstärkste dieser Baureihe ist. Ein feines Teil, das uns in ähnlicher Konfiguration aus dem VW Polo GTI bekannt ist.

Das neue Kleid des Audi A1 Sportback

Die Weichheit und die eher feminine Ader des ersten Audi A1 Sportback ist Vergangenheit. Deutlich kantiger, sportlicher und maskuliner ist er geworden. Nichts gegen die Sanftheit von früher, aber in unseren Augen hat der Neue optisch megamäßig zugelegt.

Auffällig sind vor allem in der S Line Version unseres Testwagens die riesigen Lufteinlässe, zusätzliche Schwellerleisten sowie die drei unterhalb der Motorhaube angebrachten Schlitze, von denen der mittlere länger ist, als die beiden äußeren.

Die Höhe von gerade einmal 1,41 Meter lassen den neuen Audi A1 Sportback geduckt und immer auf dem Sprung wirken. Genau wie die Schlitze der Motorhaube soll die Seitenlinie mit der breiten und flach geneigten C-Säule eine Erinnerung an den Ur-quattro und den Sport quattro hervorrufen.

In der Länge ist er auf knapp 4,03 Meter gewachsen und damit um 2 Zentimeter kürzer als der bereits erwähnte VW Polo GTI. Der Radstand von etwas mehr als 2,56 Metern schafft im Inneren verdammt viel Platz.

Allein das Kofferraumvolumen ist gegenüber dem Vorgänger um 65 auf 335 Liter gewachsen. Legt man die Rückbank um erweitert sich der Laderaum auf 1.090 Liter. Und ja, das Rennrad passt ohne Demontage des Vorderrades locker rein.

Im Interieur haben sich die Designer in einer wunderbaren Art und Weise austoben dürfen. Farbakzente sorgen an den Luftausströmern, der Mittelkonsole und den Schalen der Türgriffe für hübsche und freundliche Tupfer im Cockpit.

Genialer Fahrspaß

Rund 1,3 Tonnen müssen die 200 PS und das Drehmoment von 320 Nm inklusive Fahrer in Bewegung halten. Das geschieht mit Bravour und Werten, die nicht nur auf dem Papier überzeugen. Von 0 auf 100 km/ marschiert der Audi A1 Sportback 40 TFSI S tronic in 6,5 Sekunden. Die Spitze liegt bei 235 km/h, der Tacho bewegt sich sogar über die 250 km/h hinaus.

Dabei donnert und spotzt es aus den Auspuffrohren? Na ja, nicht so ganz. Soundadduktoren befördern das Klangerlebnis eines Sportwagens nach innen und außen und lassen unser kindlich dominiertes Herz höherschlagen.

Gekoppelt ist der 2-Liter-Turbobenziner serienmäßig an die 6-stufige S tronic, das Doppelkupplungsgetriebe von Audi. Diese lässt sich über die Schaltpaddels am Lenkrad wie gewohnt auch manuell schalten.

Über das in der S Line serienmäßig integrierte Performance-Paket ist das Fahrdynamiksystem Audi drive select automatisch beinhaltet. Die vier frei wählbaren Modi auto, dynamik, efficieny und individual beeinflussen die Fahrcharakteristik je nach Lust und Laune. Zudem sind die S tronic, die adaptive Geschwindigkeitskontrolle mit Stopp & Go-Funktion, die Geschwindigkeitsregelanlage, das Start-Stopp-System, der Motorsound und das Sportfahrwerk daran gekoppelt.

Was uns gleich zu den umfangreichen Assistenzsystemen führt, die über Ultraschallsensoren, Radar und Kameras den Verkehr überwachen und die insgesamt die Sicherheit erhöhen.

Bei so viel Fahrspaß fließt natürlich auch einiges an Sprit durch die Einspritzdüsen. Im Schnitt lagen wir bei rund 7,5 Litern, was unserer durchwegs flotten Fahrweise entsprach. Denn was nützen die 200 PS, wenn man nur effizient fährt?

Ausstattungsoptionen des Audi A1 Sportback

Der 1,0-Liter-Benziner mit drei Zylindern, den wir auch aus dem VW Polo kennen, wird im Audi A1 Sportback mit 95 (25 TFSI) und 116 PS (30 TFSI) angeboten. Die günstigste Version startet in der Basis bei 19.950 Euro. Der 35 TFSI wird ab 25.050 Euro angeboten und ist mit dem neuen 1,5-Liter-Benziner und 110 kW (150 PS) sowie der 6-Gang S tronic unterwegs.

Die nächsthöhere Ausstattungslinie advanced startet bei 21.150 Euro, die S Line bei 22.250 Euro. Unser Testwagen, das Spitzenmodell 40 TFSI kostet satte 29.100 Euro. Im Serienumfang sind unter anderem die Klimaanlage, das MMI Radio plus, Bluetooth, das Sportfahrwerk mit schaltbaren Dämpfern sowie das Dynamikpaket und Voll-LED-Scheinwerfer verbaut.

Für viele nette Annehmlichkeiten, beispielweise dunkler getönte Scheiben hinten, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel sowie die Klimaautomatik muss man dagegen den Geldbeutel weiter öffnen. Das gilt auch für das Navigationssystem MMI plus, das für den Audi A1 Sportback 40 TFSI mit 1.495 Euro zu Buche schlägt.

Fazit

So hammermäßig cool der neue Audi A1 Sportback 40 TFSI daherkommt, so teuer ist er leider auch. Das kleinste Sahnestückchen aus Ingolstadt ist zwar gut ausgestattet, aber mit den weiteren Gimmicks unseres Testwagens lag der Gesamtpreis bei knapp 40.000 Euro. Nicht weit weg von einem A3 mit 190 PS und dem Allradantrieb quattro. Und das ist dann schon eine Überlegung wert.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Audi A1 Sportback 40 TFSI

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: 6-stufige S tronic

Hubraum in ccm: 1.984

Leistung in kW (PS) bei U/min: 147 (200)/4.400 – 6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 320/1.500 – 4.400

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 6,5

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 235

Tankinhalt in l: 40

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,0

CO2-Emission kombiniert in g/km: 137

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.029/1.740/1.433

Radstand in mm: 2.563

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.260

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.775

Kofferrauminhalt in l: 335 – 1.410

Bereifung: 215/45 R17

Felgen: 7,5 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 29.100

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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