Steckbrief Audi TT RS Roadster

Die fünf Zylinder des Audi TT RS Roadster sind gerade einmal die Hälfte des Triebwerks eines Audi R8. Dennoch trennen die beiden Sportwagen nur 140 PS. Der 2,5-Liter-Motor leistet mit Hilfe eines Turboladers satte 294 kW (400 PS) und flitzt in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Testwagen von Auto360.de war zudem erst ab 280 km/h reguliert. Offener Fahrspaß, der die Frisur gehörig durcheinanderbringt.

Klassische TT-Formen

50 Jahre ist es her, dass der NSU TTS seine Premiere feierte. Ein bisschen TTS steckt auch im Audi TT RS Roadster. Gerade einmal 4,19 Meter lang, sind Motorhaube, Fahrgastzelle und Kofferraum in Drittelform aufgeteilt. Die Front betont ein quattro-Schriftzug, Wabengitter, große Kiemen und ein tiefer Spoiler. Das Heck wird von einem festen Heckflügel gekrönt und neben der RS-Abgasanlage ist ein Diffusor angebracht.

Der mit zwei RS-Sportsitzen ausgefüllte Innenraum wird im Bereich des Cockpits mit reduzierten Bedieneinheiten betont. Der Starterknopf befindet sich, genau wie beim R8, am unten abgeflachten Sportlenkrad. Sämtliche Informationen werden auf dem serienmäßigen 12,3 Zoll großen Audi Virtual Cockpit dargestellt und die Regelung der Zweizonen-Klimaautomatik erfolgt direkt über die Lufteinlässe.

Ein klares Unterscheidungsmerkmal zum R8 Spyder ist das ungemein größere Kofferraumvolumen des TT RS Roadster. 280 Liter passen unter die Ladeluke mit dem Spoiler, egal ob mit offenem oder geschlossenem Verdeck. Das übrigens in jeweils 10 Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h öffnet oder schließt.

Der Racer

Der Umstieg von einem Audi R8 Spyder in einen Audi TT RS Roadster ist weniger gewöhnungsbedürftig als vielleicht anzunehmen. Auch wenn die Fahrleistungen marginal abweichen, spielt das um 200 kg niedrigere Gewicht des TT RS eine erhebliche Rolle. Die ungemeine Agilität, verbunden mit dem stets Traktion zur Verfügung stellenden quattro Allradantrieb, scheint die Physik aus den Angeln zu heben.

Solchermaßen verführt, musste ich mich zügeln, nicht permanent Kreise um die anderen Verkehrsteilnehmer zu drehen. Neben dem perfekt austariertem Handling des Audi TT RS Roadster hat mich der sonore Klang des Fünfzylinders fasziniert. Betont durch den Druck auf den Knopf mit dem Auspufflogo, schmatzt und gurgelt der 400 PS starke Motor fast wie der V10 des R8.

Das ist nur eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zu einem ebenfalls zweisitzigen offenen Roadster aus dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen. Der ja seit der 718er Generation mit einem Vierzylinder dahinröchelt und damit trotz guter Fahrleistungen viel von seinem ursprünglichen Reiz verloren hat.

Die Fahrerlebnisse mit dem TT RS Roadster zu beschreiben, könnte in eine Art Schwärmerei ausarten. Die breite Spreizung zwischen sanftem Dahingleiten und brutalster Sportlichkeit in Rennwagengüte könnte nicht größer sein. Die vier Fahrmodi comfort, auto, dynamic und individual bieten eine Palette, die vom sanften Säuseln romantischer Abende bis hin zu extremen Nordschleifen-Umrundungen führen.

Ausstattung des Audi TT RS Roadster

69.200 Euro kostet das offene Teilchen, 2.800 Euro mehr als das Coupé. Für diesen stolzen Betrag spendierte Audi dem in Heilbronn gefertigten Modells reichlich viel an Ausstattung. Es beginnt bei LED-Hauptscheinwerfern, nach unserer Ansicht heutzutage in einem neuen Automobil unabdingbar und Matrix OLED-Rückleuchten im 3D-Design.

Bereits erwähnt wurden das Audi virtual cockpit, das RS-Sportlederlenkrad mit Multifunktion sowie die RS-Sportsitze mit integrierten Kopfstützen. Auf Wunsch strömt aus diesen warme Luft, um den Nacken zu umschmeicheln.

Die herausragende Fahrdynamik des Audi TT RS Roadster wird durch Audi drive select mit den Modi comfort, auto, dynamic und individual unterstützt. Dazu gesellt sich die Progressivlenkung, die ausnahmslos fantastische Rückmeldungen parat hält. Die Einparkhilfe plus hilft mit optischen und akustischen Signalen auch kleinste Lücken zu entern.

Meiner Ansicht sollte der TT RS noch mit der MMI Navigation plus für 2.490 Euro aufgewertet werden. Dazu noch Audi connect und die moderne Vernetzung ist perfekt. Darin enthalten sind unter anderem ein LTE-Datenmodul, Navigation mit Google Earth, WLAN-Hotspot sowie diverse Services wie Kraftstoffpreise, Parkplatzinfos und Zieleinspeisung über myAudi oder Google maps.

Fazit

Der Audi TT RS Roadster spielt schon fast in der Liga eines Porsche Carrera 4. Die unbändige Leistungsentfaltung, die herausragende Performance von Fahrwerk und Antrieb stellen den Neckarsulmer deutlich über den eines 718 Boxster. Der allein schon wegen seines seltsam klingenden Vierzylinders das Nachsehen hat. Last but not least bietet der Audi bei gleich hoher Qualität das bessere Preis- Leistungsverhältnis.

Fotoshooting Audi TT RS Roadster mit Nicole

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Audi TT RS Roadster

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 5-Zylinder-Benziner

Getriebe: 7-Gang S tronic

Hubraum in ccm: 2.480

Leistung in kW (PS) bei U/min: 294 (400)/5.850 – 7.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 480/1.700 – 5.850

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 3,9

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 250, optional: 280

Tankinhalt in l: 55

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,5

CO2-Emission kombiniert in g/km: 194

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.191/1.832/1.346

Radstand in mm: 2.505

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.605

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.850

Kofferrauminhalt in l: 280

Bereifung: 245/35 R19

Felgen: 9 x 19″ Alu-Gussräder

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 69.200

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka