Steckbrief Cadillac Escalade

Der wunderschöne Indian Summer ist Anfang November in New England schon fast vorbei. Nur vereinzelt sind die bunten Blätter noch an den Bäumen zu sehen. Dennoch ist es eine wunderbare Reisezeit, da die Saison vorüber und die Unterkünfte preiswerter und die Straßen leerer sind. Wir starteten unsere Reise am Logan Airport von Boston. Dort wartete ein Cadillac Escalade auf uns. In der kurzen Version mit knapp 5,18 Metern Länge. Selbst für europäische Verhältnisse kein Riese mehr, ist doch ein Audi Q7 gerade mal 11 Zentimeter kürzer.

Die Reise durch New England

Sechs Bundesstaaten umfassen eine der untypischsten Gegenden der USA. Wildromantische Küsten, pittoreske Ortschaften und alpine Landschaften paaren sich mit dichten Wäldern und unberührter Natur. Die erste Übernachtung führte uns nur wenige Meilen außerhalb von Boston nach Rockport.  Die Rockport Inn & Suites laden mit freundlichem Ambiente und einem kleinen Frühstückbuffet zum Verweilen ein. Ein Traum ist der kleine Hafen der Gemeinde auf Cape Ann.

Am nächsten Morgen hielten wir uns in Richtung Norden so nahe wie nur möglich an der Küste. Wer es eilig hat, kann aber auch den Interstate 95 nutzen, um über Portsmouth nach Portland zu kommen. Dort steuerten wir das Cape Elizabeth mit dem berühmten Leuchtturm inmitten alter Wehranlagen an.

Hoch in die Berge

Einen Tag später riefen die Berge der White Mountains. Unser Quartier schlugen wir im Merill Farm Resort in North Conway auf. Das kleine Städtchen am Saco River begeistert durch seine Lage und ein Outlet-Center für Shopping-Wütige. Ein Highlight für eine fantastische Tour mit unserem Cadillac Escalade war der knapp 36 Meilen lange Kancamagus Highway, der uns bis zum Wintersportort Lincoln führt.

Lincoln passierten wir auch auf unserer Fahrt in eine der hübschesten US-Bundesstaaten-Hauptstädte. Montpelier liegt eingebettet in einer Hügellandschaft und ist so ganz anders als man sich landläufig die USA vorstellt. Das mag an der liberalen Gesinnung der Einwohner genauso liegen, wie die abwechslungsreiche Gastronomie. Unser Nachtquartier schlugen wir schräg gegenüber des Kapitols von Vermont im Capitol Plaza Hotel auf. Ein feines Haus, von dem aus die gesamte Innenstadt von Montpelier zu Fuß erkundet werden kann.

Montag verließen wir in aller Früh Montpelier und düsten auf dem Interstate 89 in den Süden. Da unsere Reise bereits einen Tag später zu Ende ging, suchten wir noch einmal nach einem Quartier am Atlantik. Fündig wurden wir in Hull, einem Kleinod südlich von Boston und unserer Ansicht nach einer der Hotspots dieser Ecke.

Zurück am Meer

Die kleine Halbinsel bietet Mega-Sandstrände, ein tolles Beachresort und eine traumhafte traditionelle Bäckerei namens  Breadbasket Bakery. Wer nun meint, dass wir in dieser Geschichte noch viel über Boston erzählen, die irrt leider.

Die wirklich schöne Stadt ist mittlerweile selbst unter der Woche und außerhalb jeglicher Reisezeiten derart überlaufen, dass wir empfehlen, das Auto außerhalb stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren. Übrigens hat diese Betrachtungsweise nichts mit unserem Cadillac Escalade zu tun. Boston platzt einfach aus allen Nähten und die Infrastruktur wird mit dem hohen Verkehrsaufkommen einfach nicht mehr fertig.

Das feine Reise-Auto

Die Begeisterung über unseren Testwagen hält an. Die Frage ist nur, wer uns glaubt, dass der Durchschnittsverbrauch dieses 313 kW (426 PS) starken V8 mit einem Leergewicht von rund 2,7 Tonnen gerade einmal 11,6 Liter betrug. Gut, wir fuhren nicht mit der bei 180 km/h abgeregelten Höchstgeschwindigkeit über die Interstates, sondern hielten uns fast immer an die Speedlimits.

Dennoch wurde unser Cadillac Escalade meistens zügig bewegt und während der Filmdrehs war Stop-an-Go angesagt. Außerdem wollten wir ab und an wissen, wie so viel Masse innerhalb von 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt.

Mag sein, dass beim Cruisen öfter mal die Zylinderabschaltung aktiviert wurde und der Escalade nur mit vier Töpfen unterwegs war. Dennoch ist es erstaunlich, dass sich solch ein mächtiges Fahrzeug mit so wenig Sprit zufriedengibt.

Preislich startet der Cadillac Escalade in Deutschland als Premium bei 99.900 Euro. Der markante SUV ist bereits in dieser Version nahezu komplett ausgestattet. Unter anderem mit CUE, dem Konnektivitäts- und Navigationssystem von Cadillac, LED-Hauptscheinwerfern, Mulan- Ledersitzen sowie einem Bose Surround-System mit 16 Lautsprechern und einer Drei-Zonen-Klimaautomatik.

Edler und exklusiver wird es mit dem Cadillac Escalade Platinum. Die Sitze der ersten und zweiten Reihe sind mit Semianilin-Nappa-Leder bezogen, Armaturenbrett, die oberen Türverkleidungen und die Mittelkonsole wurden mit von Hand mit Leder bezogen und vernäht. Zudem wird der Einstieg durch die elektrisch ausfahrbaren Trittbretter vereinfacht.

Fazit

Mit dem Magnet-Ride-Fahrwerk und dem fantastischen V8 ist der Cadillac Escalade unsere erste Wahl für Reisen durch die große weite Welt. Der luxuriöse SUV ist mit seinem zuschaltbaren Allrad-Antrieb inklusive Untersetzungsstufe zudem ein echter Geländewagen. Will man richtig Größe zeigen, dem sei der ESV ans Herz gelegt. Knapp 5,70 Meter Länge sind allerdings auch eine Herausforderung für die urbanen Gebiete unseres Landes.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Cadillac Escalade

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: V8-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 6.162

Leistung in kW (PS) bei U/min: 313 (426)/5.600

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 621/4.100

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 6,7

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 180

Tankinhalt in l: 98

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 12,6

CO2-Emission kombiniert in g/km: 287

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 5.179/2.061/1.896

Radstand in mm: 2.946

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.710

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.311

Kofferrauminhalt in l: 431 – 2.668

Bereifung: 285/45 R 22

Felgen: vorne 10 x 22″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 99.900

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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