Steckbrief DS 3 Performance

Eine Automarke mit meinen Initialen und noch dazu ein kompakter Racer namens DS 3 Performance. Da sollte ein klarer Sieg vorprogrammiert sein. Aber da wir bei Auto360.de Objektivität ernst nehmen, üben wir auch konstruktive Kritik. Dazu aber später.

Erst einmal muss der immer noch nahezu unbekannte Markenname DS Automobiles erläutert werden. Die dritte Marke im PSA-Konzern. Neben Citroen und Peugeot. DS Automobile basieren selbstverständlich auf den Plattformen der vorgenannten Hersteller.

Unterscheiden sich aber im Design und der Ausstattung erheblich. Drei Modellreihen, DS 3, DS 4 und DS 5 sind im Moment erhältlich. Der SUV namens DS 7 feierte seine Europa-Premiere bei der Amtseinführung von Emmanuel Macron. Vornehmlich für den chinesischen Markt gebaut, soll er auch bald zu uns kommen.

Der Racer

Als DS noch unter dem Doppelwinkel von Citroen firmierte, war das Spitzenmodell der DS 3 Racing. Eine spaßige Kiste, dessen Pressevorstellung ich in und um Nizza erleben konnte. Nun hat der DS 3 Performance ohne das Signet der ehrwürdigen Marke Einzug gehalten. Besser als der Racing jemals war, aber mit seinen 153 kW (208 PS) nur 1 PS stärker.

Nicht minder zu verachten ist der deutlich geringere Preis des DS 3 Performance gegenüber dem letzten Racing. 26.990 Euro stehen rund 33.000 Euro gegenüber. Dagegen hat sich die Außenhülle und auch das Interieur nur marginal verändert. Das Design des DS 3 hat auch nach über sieben Jahren Bauzeit eine hohe Strahlkraft.

Im Innenraum protzen zwei Schalensitze um die Gunst der Passagiere. Das Armaturenbrett ist aufgeräumt und über den 7 Zoll großen Touchscreen können die meisten Funktionen des DS 3 Performance bedient werden. Relativ teuer erscheint mir das Navigationssystem für 1.590 Euro, das ausschließlich im Paket mit HiFi-System, Einparkhilfe vorne, Rückfahrkamera und DAB zu bekommen ist.

Neben dieser Kritik kommen gleich noch drei andere Kleinigkeiten ins Spiel. Satelliten für die Bedienung der Audio-Einheit sowie der Geschwindigkeitsregelanlage sollten bitte ins Lenkrad wandern. Das erhöht die Verkehrssicherheit, weil das Gefummel an unsichtbar angebrachten Schalteinheiten verhindert wird. Und wenn ich schon beim Lenkrad bin. Dieses ist, trotz der sportlichen Optik eindeutig zu groß. Ein Griff ins Regal von Peugeot könnte da künftig Abhilfe schaffen.

Fahrspaß mit dem DS 3 Performance

Nun zum eigentlichen Thema dieses Steckbriefs. Den Fahreigenschaften des kleinen Racers aus Frankreich. Ein knallhartes, dennoch nicht unbequemes Fahrwerk, gepaart mit einer Torsen Differenzialsperre an der Antriebsachse und fertig ist ein cooler Kompaktsportler. Ingredienzien wie die Pégase-Gelb genannte Außenfarbe unseres Testwagens mit dem Onyx-Schwarzen Dach sind da nur kleine Zuckerchen obendrauf.

Die Kiste geht nämlich wie der kleine Teufel. Bis zu 230 km/h schnell, fetzt der DS 3 Performance in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit der Kleine auch immer brav auf der Straße bleibt und diese nicht forsch untersteuernd verlassen will, wird das Rad mit dem Mehr an Traktion mit der Leistung von 300 Nm versorgt. Das führt dazu, dass der Franzose ordentlich um jegliche Kurven gezirkelt werden kann und einem das Grinsen nicht mehr vergeht. Fein gemacht ist auch die direkte Lenkung, die bestens dosiert, diese hohen Quer- und Längsbeschleunigungen steuern lässt.

Was den Fahrspaß weiter erhöht, ist der relativ sparsame Umgang mit dem teuren Sprit. Der 1,6-Liter-Turbo begnügte sich bei unseren Testfahrten, die teilweise mit viel Schmackes über Autobahnen, Landstraßen und Ortsdurchfahrten führten mit rund 7 Litern. Das liegt zwar deutlich über dem kombinierten Wert, den der Hersteller mit 5,4 Litern auf 100 Kilometern angibt, aber wir waren ja nicht auf Schleichfahrt unterwegs.

Ausstattung

Wer für einen Kleinwagen knapp 27.000 Euro auf den Tisch legt, darf einiges erwarten. Geiz kennt DS nicht und stattete den DS 3 Performance unter anderem mit LED-Hauptscheinwerfern, Klimaautomatik, 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen, einer zweifarbigen Karosserie, Einparkhilfe hinten sowie automatisch abblendenden Innenspiegel aus.

Neben dem bereits erwähnten Navigations-Paket Performance empfiehlt sich für den Flitzer der City-Notbremsassistent für 400 Euro. In unserem Testwagen war zudem die Innenausstattung Carbon für 790 Euro vorhanden. Diese beinhaltet Carbon-Einsätze im Lenkrad, dem Armaturenbrett und der Türverkleidung.

Fazit

Die französische Bumblebee bereitete mir viel Fahrspaß. Die deutliche Steigerung der Performance gegenüber dem Racing rechtfertigt eindeutig auch die neue Typbezeichnung. In der Summe ist der DS 3 Performance eine coole Kiste mit hohem Alltagsnutzen. Knapp 4 Meter lang, ist er zudem ein cooles Stadtauto, das auf der Autobahn so manchem die Tränen in die Augen treiben wird.

Fotoshooting mit unserem Pin-up Lisa, fotografiert von Franz-Josef Seidl

Technische Daten

Im Auto360.de Test: DS 3 Performance

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.598

Leistung in kW (PS) bei U/min: 153 (208)/6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 300/3.000

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 6,7

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 230

Tankinhalt in l: 50

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,4

CO2-Emission kombiniert in g/km: 125

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 3.968/1.717/1.443

Radstand in mm: 2.464

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.250

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.607

Kofferrauminhalt in l: 285

Bereifung: 215/40 R18

Felgen: 7 x 18″

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 26.990

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka