Der erste SUV namens DS 7 Crossback von der im PSA Konzern jüngsten Marke DS Automobiles wurde zuerst in China verkauft.

Ist der Aufbau der Karosserie eindeutig der SUV-Szene zuzuordnen, verliert sich das Design in einer Vielzahl von speziellen und des frankophilen zugeneigten Details. Wir haben den stärksten DS 7 Crossback mit 165 kW (225 PS) und der serienmäßigen Achtgang-Automatik eingehend unter die Lupe genommen.

Detailverliebtheit des DS 7 Crossback

Von weitem betrachtet, ist der DS 7 Crossback ein klassischer SUV. Bei näherem Hinsehen erkennt man eine Detailverliebtheit, die für den Anspruch von DS Automobiles, besonders zu sein, ebenso steht, wie für den französischen Automobilbau. An der Front zeugen deshalb ein mächtiger und von Chromelementen umrankter Kühlergrill  genauso davon wie die LED-Scheinwerfer.

Die nicht nur gut leuchten, sondern mit einem Lichtspiel der besonderen Art aufwarten. Einem Ballett gleich richten sie sich nach dem Abschalten des Motors mehrfach aus und warten dabei mit einem Schauspiel der besonderen Art auf. Ebenso speziell sind die Rückleuchten, deren Design an Schuppen erinnert.

Das Interieur ist teilweise verspielt und deshalb nicht so ergonomisch optimiert, wie wir uns dies wünschen. Ein Beispiel ist die mächtige Mittelkonsole, auf der die Hebel für die  Bedienung der Fenster angeordnet sind. Mag zwar schick aussehen, verschwendet aber Platz und dient leider nicht der besseren Bedienbarkeit.

Wirklich Raum ist dagegen in der Fahrgastzelle und dem Kofferraum vorhanden. Alle Passagiere sitzen bequem und können eine gute Aussicht genießen. Der Stauraum hinten startet bei 555 Litern und erreicht mit dem Umklappen der Rückbank 1.752 Liter. Wie auf den Bildern zu erkennen ist, passt das Rennrad problemlos rein.

Motor und Fahrverhalten

Prinzipiell ist der 1,6-Liter-Turbo ein alter Bekannter aus dem Hause PSA. Fit gemacht für die neue Abgasnorm Euro 6d-Temp leistet er im DS 7 Crossback starke 165 kW (225 PS). Das Drehmoment von 300 Nm ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Mit drei den drei Fahrmodi Eco, Normal und Sport können die Leistungsabgabe sowie die Schaltvorgänge der serienmäßigen Achtgang-Automatik beeinflusst werden.

Wobei wir den Eco-Modus tunlichst vermieden haben. Dieser zeigt sich zugeschnürt und jeglichen Fahrspaß im Keim erstickend. Der reguläre Modus reichte für nahezu alle Anlässe aus, die sportliche Variante knallt die Gänge dagegen richtig hoch.

Die Schwere des Gasfußes sowie die Ambitionen, die 225 PS artgerecht zu bewegen, schlägt sich eins zu eins im Verbrauch nieder. Im urbanen und suburbanen Verkehr erreichten wir einen Konsum, der bei rund 7 Litern lag. Auf dem schnellen Ritt über nahezu frei befahrbare Autobahnen pendelten sich die Werte zwischen 10,5 und 11,5 Litern ein.

Mit einer Besonderheit hebt sich der DS 7 Crossback mit seinem Fahrwerk in höhere Gefilde. Die Active Scan Suspension „tastet“ die Fahrbahn 20 Meter vor dem Auto ab und passt die Dämpfer entsprechend an. Einer Sänfte gleich wird über sämtliche Untergründe geglitten, sehr fein und geruhsam oder auch sportlich agil.

Der DS 7 Crossback ist neben der von uns getesteten Variante zudem mit Diesel-Motoren, die 130 respektive 177 PS leisten und zwei weiteren Benzinern mit 130 und 181 PS zu bekommen.  Ab dem zweiten Halbjahr 2019 wird der Plug-in Hybrid E-Tense 4x4 zu bestellen sein, der mit zwei Elektromotoren und einem Benziner eine Systemleistung von über 300 PS und Allradantrieb bietet.

Ausstattungsfeatures des DS 7 Crossback

Individualität hat bei DS Automobiles einen hohen Stellenwert. Neben den Ausstattungslinien Chic, Be Chic, So Chic, Performance Line und Business Line kann der DS 7 Crossback mit den Inspirationen genannten Varianten Bastille, Performance Line, Rivoli und Opera aufgepeppt werden.

Nun klappen aber nicht alle Kombination unter- und miteinander, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Deshalb ist bei der Konfiguration Geduld gefragt. Unser Testwagen war als Be Chic mit der Inspiration Opera ausgestattet, die mehr als nur Premium-hafte 7.150 Euro verschlingt.

Spezielle Embleme und Chromelemente zeigen sich an der Karosserie. Die Sitze aus Nappa Leder werden von Perlenstickereien aus der Haute Couture gesäumt. Das Leder auf dem Armaturenbrett und der Türtafeln ist mit patiniertem Muster versehen.

Die Sitzheizung vorne, eine beheizbare Windschutzscheibe, die um sich selbst drehende Uhr B.R.M. R180 und das Navigationssystem mit Digitalradio sind weitere Features von Opera.

Fazit

Die herausragenden Eigenschaften des DS 7 Crossback liegen in der Qualität der verwendeten Materialien sowie deren Verarbeitung und dem fein abgestimmten Fahrwerk. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich DS Automobiles den Premium-Anspruch teuer bezahlen lässt. Allein die Sonderausstattung von 16.000 Euro in unserem Testwagen zeugt davon. Aber man will ja gegen den Audi Q5 oder auch den BMW X3 in Konkurrenz treten. Ob das klappt, wird sich zeigen müssen.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: DS 7 Crossback PureTech 225 Be Chic

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 1.598

Leistung in kW (PS) bei U/min: 165 (225)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 300/1.900

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 8,3

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 236

Tankinhalt in l: 62

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,8

CO2-Emission kombiniert in g/km: 134

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.573/1.906/1.625

Radstand in mm: 2.738

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.690

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.050

Kofferrauminhalt in l: 555 – n.n.

Bereifung: 235/55 R18

Felgen: 8 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 39.490

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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