Es war uns immer ein Rätsel, warum Ford nicht die großen SUV über den Teich nach Europa geholt hat. Beim Edge war bis dato Schluss.

Die Beliebtheit dieser Fahrzeugkategorie ist weiterhin genauso groß, wie sie in Teilen umstritten ist. Mit dem 5,05 Meter langen Ford Explorer wagt das US-amerikanische Unternehmen noch 2019 den Markteinstieg. Allerdings ausschließlich als Plug-in-Hybrid mit einer starken Systemleistung von 331 kW (450 PS).

Meistverkaufter SUV aller Zeiten in Amerika

Sieben Sitze sind in Nordamerika in Fahrzeugen dieser Kategorie das Maß der Dinge. Diese Disziplin erfüllt der neue Ford Explorer tadellos. Bei einer Sitzprobe fühlten wir uns sogar noch in der dritten Reihe auf den Plätzen sechs und sieben noch recht wohl.

Absolut familiengerecht sind neben 12 (!) Getränkehaltern die sogenannten „Easy-Fold“-Sitze der zweiten und dritten Sitzreihe. Werden diese nicht oder nur teilweise benötigt, werden sie elektrisch umgelegt und bilden dann eine ebene Fläche. So entsteht ein Ladevolumen von bis zu 2.274 Litern.

Das aufgeräumte und ergonomische Cockpit wird zentral von einem senkrecht stehenden 10.1 Zoll großen Touchscreen beherrscht. Ganz im Stil eines Tablets ist dieser Bildschirm über die vollflächige Anzeige der Navigationskarte über das sprachgesteuerte Informations- und Entertainmentsystem Ford SYNC 3 für nahezu alle Anwendungen zuständig.

Ebenfalls digital ist die 12,3 Zoll große Anzeige im Instrumententräger. Diese informiert im Elektro-Modus über Kraftfluss und zum Ladezustand. Dazu gibt es Hinweise für eine besonders effiziente Fahrweise.

Die Antriebseinheit

Das Plug-in-Hybrid-System besteht aus einem 257 kW (350 PS) starken Ford EcoBoost-V6-Turbobenziner mit 3,0 Liter Hubraum und einem Elektromotor mit 74 kW (100 PS). Daraus resultiert die Systemleistung von 450 PS und ein Drehmoment von 840 Nm.

 Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Kapazität von 13,1 Kilowattstunden (kWh). Im rein elektrischen Betrieb soll der Ford Explorer rund 40 Kilometer zurücklegen können. Eine Zehngang-Automatik übernimmt die Schaltaufgaben.

Eine Anhängelast von 2,5 Tonnen prädestiniert den großen SUV als Zugfahrzeug vom Pferdeanhänger bis zum Bootstrailer. Besonders nützlich ist dabei der erweiterte Tote-Winkel-Assistent, der auch einen bis zu zehn Meter langen Anhänger erfasst.

Ausstattungslinien des Ford Explorer

Serienmäßig rollt der neue Ford Explorer auf 20-Zoll-Leichtmetallfelgen. Bei der ST-Line erhalten die Felgen eine schwarze, maschinell bearbeitete Oberfläche.  Die Felgen der Platinum-Modelle zeichnen sich durch ein mattschwarzes Finish aus.

Die ST-Line wartet zudem mit einem einteiligen, schwarz glänzenden Kühlergrill und hochglänzend schwarz abgesetzten Applikationen der Dachreling sowie der Türverkleidungen auf. Im Innenraum spielen rote Akzente, das im unteren Bereich abgeflachte Sportlenkrad und die Fußmatten sowie Blenden im Carbon-Look die sportliche Rolle.

Im Platinum zeigen der Kühlergrill, die Dachreling und die Türverkleidungen satinierte Oberflächen. Innen sind dem Premiumanspruch nach, Echtholz-Applikationen auf dem Instrumententräger zu finden.

Umfangreiche Assistenzsysteme

Ford fasst die Assistenzsysteme neuerdings unter dem globalen Oberbegriff „Ford Co-Pilot360“ zusammen. Der Explorer wartet mit einer Vielzahl von Helferlein auf. Unter anderem mit Ein- und Ausparkfunktionen, Radar- und Ultraschallsensoren für das Rückwärtsfahren, eine 360-Grad-Kamera zur Umfeldbeobachtung sowie Fußgänger- und Fahrrad-Erkennung mit Notbremsfunktion.

Teilautonomes Fahren ermöglichen der Fahrspur-Pilot, der Stau-Assistent mit Stopp & Go-Funktion und die intelligente Geschwindigkeitsregelanlage mit Verkehrsschild-Erkennung. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Technologien wie der Ausweich-Assistent, der über gezielte Lenkunterstützung hilft, einen Ausweichvorgang sicher umzusetzen. In diesem Sinne greift auch der Post-Collision-Assist ein, der nach einem Aufprall die Bremsen aktiviert, um das Risiko einer zweiten Kollision zu vermindern.

Fazit

Ganz schön viel drin und dran an dem neuen Ford Explorer. Der in Nordamerika seit 1990 angeboten wird und 2019 mit der sechsten Generation durchstartet. Auch wenn das Image nicht so toll ist, wie bei Audi, BMW oder Mercedes-Benz. Einen zweiten Blick ist dieses Modell in jedem Fall wert, wenn man sich für ein Fahrzeug dieser Größenordnung interessiert. Die Preise des in Chicago gebauten SUV sind offiziell noch nicht bekannt. Wir tippen auf rund 60.000 Euro, die in Anbetracht von Antrieb, Ausstattung und Verarbeitungsqualität mehr als nur angemessen scheinen.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ford Explorer 3.0 EcoBoost Plug-in Hybrid

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Sechszylinder-Benziner + 1 Elektro-Motor

Getriebe: 10-Gang-Automatik

Hubraum in ccm: 3.000

Motorleistung in kW (PS)

– Benzinmotor: 257 (350)

– Elektromotor: 74 (100)

– Systemleistung: 162 (220)

Maximales Drehmoment in Nm: 840

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 3,4

CO2-Emission kombiniert in g/km: 78

Abmessungen, Gewichte

Länge/Breite/Höhe in mm: 5.050/2.280/1.780

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.000

Kofferrauminhalt in l: bis 2.274

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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