Steckbrief Ford Focus

Achtzehn Millimeter ist der neue Ford Focus länger als sein Vorgänger. Dazu ein bisschen niedriger und einen Ticken breiter. Was ihn gleichzeitig stämmiger und dynamischer wirken lässt. Und vor allem im Innen- und im Kofferraum verdammt viel mehr Platz verschafft hat. Eines soll zudem gleich Erwähnung finden. Das oft und zu Recht kritisierte Cockpit der letzten Generation des Focus ist einem modernen und ergonomischen gewichen. Gut so!

Fabelhafter Auftritt

Strömungsgünstig, der cw-Wert liegt bei 0,273 und zudem mit kurzen Überhängen sowie einem kraftvoll wirkenden Kühlergrill versehen, zeigt der neue Ford Focus seine Herkunft. Der Radstand von 2,70 Metern steht gleichzeitig für hohen Fahrkomfort und die bereits erwähnten üppigen Platzverhältnisse.

Je nach Ausstattungslinie erscheint der neue Ford Focus in einem neuen Kleid. Zusätzlich ergänzen der Kombi mit dem klassischen Namen Turnier und der nagelneu ins Programm genommene Active die viertürige Limousine mit der großen Heckklappe. Der Active ist 30 Millimeter höher gelegt und mit einigen Elementen ausgestattet, die den Crossover-Charakter verstärken sollen.

Fahrverhalten des Ford Focus

Zu der ersten Fahrveranstaltung des neuen Ford Focus Anfang Juli am Niederrhein standen uns zwei verschiedene Motoren- und Getriebevarianten zur Verfügung. Der 1-Liter-Dreizylinder mit 92 kW (125 PS) und einer manuellen Sechsgang-Schaltung sowie der neue 1,5-Liter-Diesel mit 88 kW (120 PS) mit der ebenfalls neu entwickelten Achtgang-Automatik.

Nach dem Druck auf den Starterknopf ist vom Dreizylinder so gut wie nichts zu hören. Leises Säuseln allemal und nur bei stärkerem Gas geben ein knurriger Laut. Äußerst angenehm also, was die Laufruhe anbetrifft. Ordentlich ist auch der Antritt dieses Ford Focus. 10,3 Sekunden vergehen bei der Beschleunigung aus dem Stand heraus auf 100 km/h. 198 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit.

Bei der Fahrt über die Ebenen durch die niederrheinischen Landschaften bewies dieses Fahrzeug seine Effizienz. Die Werksangaben von 6 Litern auf 100 Kilometer erreichten wir bei unserem Ausritt problemlos. Zudem erfüllen dieses wie auch alle anderen Triebwerke des Ford Focus die Euro 6d-Temp Norm.

Typisch Ford, ist die Abstimmung des Fahrwerks einmal mehr tadellos gelungen. Fein justiert ist es gleichzeitig sportlich und komfortabel ausgelegt.

Ähnlich leise, aber mit einem Ticken mehr Bums, waren wir mit dem 1,5-Liter-Diesel unterwegs. Statt 170 Nm verfügt der Selbstzünder über kraftvolle 300 Nm an Drehmoment. Mit der Achtgang-Automatik zieht in den neuen Ford Focus zudem ein Hauch von Oberklasse ein. Die Gänge werden mit einem Drehschalter angewählt und können zudem über die Paddels am Lenkrad gewechselt werden.

 

Große Fülle an Assistenzsystemen

Mit einem riesigen Bündel an serienmäßigen und optionalen Assistenzsystemen boostet Ford den Focus in seinem Segment ganz weit nach vorne. Unter der Bezeichnung Ford Co-Pilot360 erreicht dieses Modell viele Funktionen des Level 2 für autonomes Fahren. Ein besonderes Highlight ist für uns die Falschfahrer-Funktion, die akustisch und optisch den Fahrzeuglenker warnt, wenn er verkehrt auf eine Autobahn auffahren will.

Neben der mittlerweile obligatorischen Fußgängererkennung werden vom neuen Ford Focus nun auch Fahrräder erfasst und das Auto abgebremst. Mit dem Automatik-Getriebe wird Parken zum Kinderspiel. Erkennen die Sensoren eine geeignete Parklücke, quer oder längs, wird der Wahlhebel auf N gestellt ein Schalter auf der Mittelkonsole gedrückt. Danach übernimmt das Fahrzeug alles selbst und rangiert sich selbst in die Bucht.

Ausstattungsumfänge

Mit dem Trend startet der neue Ford Focus ab 18.700 Euro ab September 2018 in den Markt. Der Cool & Connect fängt bei 22.600 Euro an, die von uns getestete und favorisierte ST-Line bei 25.200 Euro, der Titanium kostet ebenso viel und die Luxus-Version Vignale startet bei 28.700 Euro.

Unsere beiden Testwagen war jeweils in der Version ST-Line ausgestattet. Der Benziner kostet in diesem Fall 25.200 Euro, der Diesel 29.500 Euro. Der relativ große Preisunterschied erklärt sich durch die 1.900 Euro teure Achtgang-Automatik, die auch für den stärksten Dreizylinder-Benziner zu bekommen ist.

Die für den Moment kräftigsten Ford Focus sind der 1,5-Liter-Benziner mit 182 PS, der als ST-Line 27.700 Euro kostet und der 150-PS-Diesel der als Cool & Connect bei 27.800 Euro startet. Mit einer ganzen Reihe von Paketen lässt sich der Ford Focus je nach Lust, Laune und Geldbeutel ausstatten. Empfehlenswert sind in jedem Fall die LED-Hauptscheinwerfer, die entweder einzeln oder im Design-Paket verfügbar sind.

Fazit

Mit dem neuen Ford Focus sind die Kölner wieder ganz vorne bei der Musik. Die beiden größten Mitbewerber aus Deutschland, der Opel Astra und der VW Golf haben wieder einen ernst zu nehmenden Konkurrenten im Kampf um die Marktanteile im Segment der Kompaktwagen. Vor alle die Fülle der Assistenzsysteme, die gute Serienausstattung und die moderate Aufpreispolitik sind neben den sparsamen Motoren und dem großzügigen Platzangebot schlagende Argumente fpr den neuen Ford Focus.

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ford Focus 1,0 EcoBoost ST-Line

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 998

Leistung in kW (PS) bei U/min: 92 (125)/6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 170/1.400 – 4.500

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,3

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 198

Tankinhalt in l: 47

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,4

CO2-Emission kombiniert in g/km: 146

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.387/1.825/1.452

Radstand in mm: 2.700

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.371

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.905

Kofferrauminhalt in l: 375 – 1.354

Bereifung: 215/50 R17

Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 26.200

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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