Steckbrief Ford KA+

In der dritten Generation ist der kleinste Ford ein Zwei-Kontinenten-Automobil. Entwickelt in Südamerika und gefertigt im indischen Sanand, macht der neue Ford KA+ dem Motto „One World, One Ford“ alle Ehre. Auf eine Länge von 3,93 Meter gewachsen und erstmals mit zwei Türen an jeder Seite teilt er sich die B-Plattform mit dem Fiesta. Nur leider nicht dessen hohe Ausstattungsumfänge, vor allem was die Assistenzsysteme angeht. Da beispielsweise der Spurhalte- oder Notbremsassistent fehlen, muss sich der Ford KA+ mit drei Sternen beim Euro NCAP-Test begnügen.

Großzügige Dimensionen

Mit seinem Radstand von 2,49 Metern sind kurze Überhänge verbunden und es entsteht ein unwahrscheinlich großes Raumgefühl auf allen Plätzen. Am bequemsten geht es vorne zu, aber auch hinten sind längere Strecken problemlos zu bewältigen.

Die beiden hinteren Türen sind ein Segen für den Ford KA+. Es gestaltet den Ein- und Ausstieg in den Fond viel einfacher, zudem ist „was auch immer“ schneller hinter den Vordersitzen oder auf der Rückbank verstaut. Deren Lehne lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen.

Der Kofferraum fällt mit einem Volumen von 270 Litern großzügig aus. Das Armaturenbrett ist ergonomisch konzipiert, die Bedienung des KA+ erfolgt problemlos intuitiv. Die verwendeten Materialien wirken qualitativ, der Klasse entsprechend, hochwertig und die gesamte Verarbeitung macht einen soliden Eindruck.

Antrieb und Fahrverhalten

Egal ob Hyundai i10, Kia Picanto oder Opel Karl. wie sie auch alle heißen mögen. Fast keiner dieser Kleinstwagen fährt noch einen Vierzylinder unter der Haube spazieren. Ganz anders Ford mit dem KA+. Vier Töpfe und ein Hubraum von 1,2 Litern stehen zur Verfügung. Bei der von mit gefahrenen Ausstattungsvariante Cool & Sound leistet dieses Triebwerk 63 kW (85 PS).

Dieses Teilchen riss mich nicht aus dem Sitz, ist aber für ein Automobil dieses Segments ausreichend. Der kleine KA+ zieht sich in 13,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 169 km/h ist nach oben hin Schluss.

Ein Blick auf die Verbrauchswerte des Ford KA+ zeigt uns einen durchschnittlichen Konsum von 5 Litern auf 100 km. Ist für Fahrzeug dieser Klasse keine Meisterleistung, aber dafür im täglichen Gebrauch durchaus erreichbar. Denn was hilft der Papierwert, wenn es in der Realität ganz anders aussieht?

Die Fahreindrücke über Landstraßen und ein Stück Autobahn waren durchwegs positiv. Besonders anzumerken ist die Geräuschdämmung des Ford KA+ und die sehr gute Rundumsicht. Das Fahrwerk ist ordentlich konzipiert, es scheppert nichts und der Kleine lässt sich offensiv um Kurven zirkeln.

Welchen Ford KA+ soll man nehmen?

Der Cool & Sound für 11.600 Euro inklusive Leichtmetallfelgen sollte schon sein. Klar ist auch der schwächere KA+ mit 51 kW (70 PS) für 9.990 Euro ein adäquates Fortbewegungsmittel. Gerade für junge Menschen ist der Ford KA+ Cool & Sound auch wegen der Anbindung der Smartphones durch Ford SYNC interessant. Mithilfe des Systems können per Sprachbefehl Musiktitel ausgewählt werden, über die Freisprechanlage telefoniert werden oder per AppLink ausgewählte Apps ebenfalls per Sprachbefehl gesteuert werden.

Zudem sorgt MyFord Dock mittig im oberen Bereich des Armaturenträgers für einen sicheren Stauraum für das Mobiltelefon und verfügt zudem über einen USB-Anschluss und einen AUX-Ausgang. Ein weiterer Vorteil des Cool & Sound liegt in einem Teil der Typbezeichnung begründet. Eine manuelle Klimaanlage ist serienmäßig, das Upgrade zur Klimaautomatik kostet gerade einmal 300 Euro.

Ford hat zudem ein Sondermodell namens Black & White Edition für den KA+ im Programm. Dieses ist, Nomen est omen, in der Farbkombination Schwarz und Weiß bestellbar, wahlweise mit schwarzem Dach, weißer Karosserie und schwarzen Außenspiegel oder weißem Dach, schwarzer Karosserie und weißen Außenspiegeln.

Fazit

Der Ford KA+ ist ein ordentliches Auto. Er ist ein relativ preisgünstiges Angebot in der Kleinstwagen-Kategorie und zeigt auf, wieviel Platz so ein Wägelchen bieten kann. Mit seiner umfangreichen Serienausstattung und den 85 PS hat der Cool & Sound klar die Nase vorne. Benötigt man sein Automobil nur im urbanen Umfeld, wird man wohl auch mit der Basisausführung glücklich werden.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ford KA+ Cool & Sound

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Fümfgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.196

Leistung in kW (PS) bei U/min: 63(85)/6.300

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 112/4.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 13,3

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 169

Tankinhalt in l: 42

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,0

CO2-Emission kombiniert in g/km: 114

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 3.929/1.769/1.534

Radstand in mm: 2.489

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.055

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.510

Kofferrauminhalt in l: 270

Bereifung: 195/55 R15

Felgen: 6 x 15″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 11.600

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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