Steckbrief Ford Kuga Vignale

Aufhübschen und Luxus ist angesagt bei den Kölnern. So auch beim Ford Kuga Vignale. Dem mittleren SUV. Darunter sind der neue Ecosport, darüber der aus Kanada stammende Ford Edge angesiedelt. Der Kuga, in Nordamerika Escape getauft, wird für den europäischen Markt südlich von Valencia gebaut. Im gleichen Werk, in dem auch der Mondeo vom Band läuft.

Ein bisschen zugelegt

Unser Ford Kuga Vignale stammt aus der zweiten Generation des kompakten SUV. Dieser hat gegenüber der Ersten Länge gewonnen. 8,1 Zentimeter um genau zu sein. 4,52 Meter und ein paar zerquetschte Millimeter sind es, die dem neuen Kuga vor allem optisch erheblich strecken.

Was vor allem dem Platzangebot für die Passagiere zugutekommt. Vorne wie hinten ist genügend Raum, nur mit dem Ladevolumen von 456 Litern hat sich Ford nicht mit Ruhm bekleckert. So verfügt beispielsweise der nur 4,38 Meter lange Skoda Karoq über eine Kapazität von 521 Litern.

Das Interieur des Ford Kuga Vignale

Bevor wir das in üppiges Leder gehüllte Interieur des 38.500 Euro teuren Ford Kuga Vignale betrachten, werfen wir einen Blick auf den Namensgeber. Alfredo Vignale gründete sein Unternehmen 1946 in Turin und schneiderte Karosserien für Automobile. 1969 verkaufte er kurz vor seinem tragischen Unfalltod seine Firma an die Carozzeria Ghia.

Diese wurde wiederum ein Jahr später von Ford gekauft, was dazu führte, dass auch die Namensrechte Ghia und Vignale erworben wurden. Während Ghia schon länger ein Begriff für die gehobene Ausstattung von Ford-Modellen ist, wurde Vignale erstmals 2013 auf der IAA in Frankfurt bei einem Mondeo vorgestellt. Heute sind neben dem von uns getesteten Ford Kuga Vignale weiterhin der Mondeo, der Fiesta, der S-Max und der Edge als Vignale verfügbar.

Leder beherrscht den Innenraum des Kuga von den Sitzen über die Türeinlässe bis hin zum Armaturenbrett. Die sehr gute Verarbeitung muss sich nicht hinter den sogenannten Premiumprodukten anderer Hersteller verstecken.

Ob es sich allerdings lohnt, in diesem Segment so viel mehr Geld auszugeben, ist, wie so oft, Geschmacksache. Vergleicht man den von uns getesteten Ford Kuga Vignale mit dem 150-PS-Diesel und Frontantrieb mit dem ST-Line, der ebenfalls eine üppige Ausstattung aufweist, beträgt der Preisunterschied gute 4.000 Euro.

Vignale ist aber nicht nur besonders luxuriös, sondern soll den gemeinen Ford-Kunden in VIP-Sphären heben. Die zusätzlichen Dienstleistungen umfassen neben einer kostenlosen Fahrzeugwäsche pro Monat auch den Premium-Aufbereitungsservice im Rahmen jeder Vignale-Inspektion sowie auf Wunsch einen Hol- und Bringservice bei Werkstattterminen. Zudem steht Käufern eines Ford Kuga Vignale rund um die Uhr die spezielle Vignale-Kundenhotline mit Rat und Tat zur Seite.

Der Diesel-Antrieb

Lohnt es sich heutzutage noch, einen Diesel zu kaufen? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen und greifen entweder zu einem Benziner, einem Erdgas- oder einem wie auch immer elektrifizierten Fahrzeug. Erdgas, Hybrid und rein elektrisch bietet Ford für den Kuga leider nicht an, bleiben also die beiden klassischen Antriebsarten.

Der Ford Kuga Vignale mit dem wir innerhalb von zwei Wochen mehr als 1.100 Kilometer zurücklegten hatte unter der Haube einen guten Bekannten des Kölner Autobauers. Ein 2-Liter-Diesel mit 110 kW (150 PS) und einem Drehmoment von 370 Nm. Das verschafft dem Kuga einen ordentlichen Antritt und eine adäquate Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h, die locker erreicht werden.

Beim Verbrauch hielt sich unser Kuga nicht gerade zurück. Der Durchschnittsverbrauch von 4,7 Litern, die Ford ausweist, wurde um gut 2 Liter überschritten. Das mag unter anderem an der kalten Witterung und den Winterreifen sowie auch an unserer manchmal zügigen Fahrweise gelegen haben. Eine Entschuldigung ist jedoch nicht. Da fällt es uns nicht schwer, den gleich starken 1,5-Liter-Benziner zu empfehlen, der noch dazu 2.900 Euro günstiger ist.

Das Fahrverhalten

Der Ford Kuga Vignale fährt, wie er fahren soll und es das Zielpublikum erwartet. Das Fahrwerk ist eher komfortabel als sportlich abgestimmt, was von den montierten Winterreifen zusätzlich unterstützt wird. Langstrecken sind ein Kinderspiel, auch wegen des langen Radstands von 2,69 Metern und dem sehr guten Geräuschdämmung im Innenraum.

Die Ausstattung

Neben dem Vignale wird der Kuga als Trend, Cool & Connect, Titanium und ST-Line angeboten. Die Motorenpalette reicht von 120 bis 242 PS. Allrad ist teilweise Serie, teilweise Option. Die Assistenzsysteme sind State of the Art und reichen vom Active City Stop über den Fahrspur-Assistenten bis hin zur Verkehrsschilderkennung und dem Tote-Winkel-Warner.

Das aktuellste Kommunikations- und Entertainmentsystem nennt sich nun FordSync3 und fiel uns besonders durch die sehr gut funktionierende Sprachsteuerung positiv auf. Befehle wie „Ich will einen Kaffee“, „Ich möchte tanken“ oder „Ich suche einen Parkplatz“, werden anstandslos mit einem passenden Ergebnis pariert.

Fazit

Der Ford Kuga Vignale ist trotz seiner umfangreichen Ausstattung ein grundsolides Automobil. Da Ford immer wieder Aktionen fährt, die dieses Fahrzeug um rund 5.000 Euro günstiger gestalten als es die Preisliste ausweist, lohnt ein Blick ins Internet oder der Besuch des nächstgelegenen Ford-Händlers.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ford Kuga Vignale 2,0 TDCi

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.997

Leistung in kW (PS) bei U/min: 110 (150)/3.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 370/2.000 – 2.500

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 194

Tankinhalt in l: 60

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,7

CO2-Emission kombiniert in g/km: 122

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.524/1.838/1.736

Radstand in mm: 2.690

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.614

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.250

Kofferrauminhalt in l: 456 – 1.653

Bereifung: 235/50 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 38.500

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka