Die Verfolgungsjagd von Frank Bullitt mit seinem Ford Mustang durch San Francisco war ein Meilenstein der Filmgeschichte.

Steve McQueen, ein Haudegen der besonderen Sorte und leidenschaftlicher Rennfahrer, saß aber nicht immer hinter dem Steuer, wie wir in unserer Story über 50 Jahre Bullitt beschrieben haben. In dieser Geschichte widmen wir uns aber dem aktuellen Sondermodell Mustang Bullitt. 338 kW (460 PS) stark und lackiert in Dark Highland Green.

Mächtiger Auftritt

Es sind die bulligen Ausmaße, die uns immer wieder bei Muscle Cars faszinieren. Die pure Kraft des 5-Liter-V8 mit 338 kW (460 PS) ist in das Design des Ford Mustang Bullitt eingemeißelt. Der Kühlergrill ist bar jeglicher Markenzeichen. Weit aufgerissen und mit Chrom eingefasst wird er von schmalen LED-Leuchten flankiert.

Das Heck ziert eine Zielscheibe mit der Typbezeichnung Bullitt. Das einzige Erkennungsmerkmal dieses Mustangs. Kein Ford-Emblem, kein reitendes Pony, einfach nur Bullitt. Gesessen wird serienmäßig auf sportlichen und dabei äußerst bequem ausgelegten Sitzen von Recaro. Ja, die Amis wissen was gut ist für unseren Rücken.

Motor und Antrieb

Ein bisschen mehr muss schon sein für den Ford Mustang Bullitt. Im Gegensatz zum GT sind es 10 PS, die der V8 mobilisiert. Das Drehmoment des Saugmotors schmeißt 529 Nm auf die Waage. Genug, um den Mustang in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h galoppieren zu lassen. Oben ist bei 263 km/h Schluss.

Geschaltet wird fein justiert mit sechs manuellen Gängen. Der weiße Ball auf dem Schalthebel ist eine Hommage an den Bullitt von Steve McQueen. Ein echtes Muss ist das MagneRide-Hochleistungsfahrwerk. Die 2.000 Euro sind gut angelegt, um den Bullitt perfekt durch sämtliche Fahrsituationen zu zirkeln.

Der ultimative Fahrspaß

Wer noch nie mit einem Muscle Car modernster Prägung gefahren oder geschweige gesessen ist, wird möglicherweise den Stammtischparolen folgen und von billigem Plastik, fürchterlichen Starrachsen und extremen Spritverbrauchswerten faseln.

Wir wollen diesen Menschen die Augen öffnen und erzählen erst einmal von einem hohen Verarbeitungsniveau mit feinem Materialmix. Es ist wohlfühlen angesagt im Ford Mustang Bullitt, auch was die Ergonomie betrifft, die bei einem heißen Ritt unabdingbar ist.

Das adaptive Fahrwerk reagiert in Sekundenbruchteilen und hält den gut 1,8 Tonnen schweren Sportwagen, der mit seinem Hinterradantrieb gerne querschießt, perfekt in der Spur. Eingebremst wird der Quertreiber mit einem präzise arbeitenden ESP, das über diverse Fahrmodi-Einstellungen beeinflusst werden kann.

Kommen wir zum Fahrspaß als solchen, der ja auch durch übermäßigen Durst vermiest werden kann. Je nach Fahrweise konsumierte unser Bullitt auf unseren Testfahrten zwischen 9 und 12 Litern. Klar, bei Vollgas auf der Autobahn waren es auch mal kurzfristig 15 Liter, in der Summe im Durchschnitt aber gerade einem rund 11 Liter auf 100 Kilometer.

Dabei hatten wir eine Fahrfreude, die uns permanent Grinsen ins Gesicht zauberte. Schade nur, dass wir nicht auf den hügeligen Straßen von San Francisco den einen oder anderen Sprung vollziehen konnten. Die bayerischen Voralpen waren aber eine ebenso feine Kulisse, die noch dazu mit einem Übermaß an kurvigen Landstraßen den Spaß perfektionierten.

Ausstattungsfeatures des Ford Mustang Bullitt

Der Preis von 53.000 Euro für den Ford Mustang Bullitt ist sensationell günstig. Schließlich und endlich bekommt für dieses Geld kaum einen Vierzylinder-Turbo mit deutlich weniger Leistung und ähnlichen Ausstattungsdetails.

Der Bullitt rollt auf schwarz lackierten 19-Zöllern unter denen eine mächtige Brems-Anlage von Brembo mit roten Zargen schimmert. Wem der wunderbar abgemischte Natursound des V8 nicht genügt, darf sich an einer 1.000-Watt-Audioanlage von B&O erfreuen, die aus 12 Lautsprechern bollert.

Das Navigationssystem mit dem acht Zoll großen Bildschirm, der Sprachsteuerung Ford Sync3 sowie klimatisierte und natürlich auch beheizbare Vordersitze und das Park-Pilot-System mit Rückfahrkamera komplettieren die umfangreiche Serienausstattung.

Fazit

Geil, geil und nochmals geil. Steve McQueen hätte seine wahre Freude an dem mittlerweile dritten Sondermodell des Ford Mustang Bullitt. Und dem definitiv besten Mustang aller Zeiten. Erfreuen wir uns also weiterhin an fetten V8 und einem Sound, der einem die Haare zu Berge stehen lässt ohne dass er einem der Einstandspreis die Haare vom Kopf frisst.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ford Mustang Bullitt

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: V8-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 5.038

Leistung in kW (PS) bei U/min: 338(460)/7.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 529/4.600

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 4,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 263

Tankinhalt in l: 61

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 12,4

CO2-Emission kombiniert in g/km: 277

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.794/1.916/1.381

Radstand in mm: 2.720

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.818

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.105

Kofferrauminhalt in l: 408

Bereifung: 255/40 R 19 vorne, 275/40 R 19 hinten

Felgen: 9 x 19″ vorne, 9,5 x 19″ hinten Alu-Schmiederäder

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 53.000

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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