Steckbrief Ford Mustang GT

Das Facelift des Ford Mustang steht in Kürze an. Im Herbst 2017 sollen die amerikanischen Märkte dran sein. Europa wird frühestens Ende des ersten Quartals 2018 mit dem neuen Pony Car beliefert.  Es ist also an der Zeit vor den durchwegs interessanten Neuerungen, wie einem adaptiven Fahrwerk, einer Zehngang-Automatik, einem digitalen Bildschirm sowie ein klein wenig mehr Leistung für den V8 und den 2,3-Liter-Turbo, sich die aktuelle Version anzusehen.

Das Erscheinungsbild

Die aktuelle Generation des Ford Mustang orientiert sich an die Ur-Modelle der 1960er Jahre. Besonders hervorgehoben ist dies durch die Rücklichter, dessen Dreiteilung dies eindeutig widerspiegelt. Der gestreckte und maskuline Körper wird von weit ausgestellten hinteren Kotflügeln geprägt. Die Front partizipiert von einem in die Breite gezogenen Kühlergrill, in dessen Mitte der Mustang reitet.

Mit einiger Wertarbeit ist nun auch das Interieur auf nahezu europäischem Empfinden angekommen. Es ist zwar nicht alles Leder, was so aussieht, fühlt sich aber fast so an. Klar ablesbare Instrumente und die Konzentration der Bedienung für die meisten Funktionen auf den Touchscreen zeugt von guter Ergonomie.

Das Pony zeigt sich auch mal bockig

Einzelradaufhängung, mechanische Sperre und vier elektronisch einstellbare Fahrmodi (Normal, Sport, Gelände und Schnee/Nässe) scheinen ein gutes Gesamtpaket zu sein. Wobei der Terminus Gelände nicht zielführend ist. Es sollte eher Track oder Rennstrecke heißen, denn in diesem Modus ist das ESP nicht mehr aktiv. Und im Gelände hat ein Ford Mustang eh nichts zu suchen.

Kommt das Heck in den anderen Modi vor allem bei feuchten oder gar nassen Verhältnissen schon extrem schnell in eine Querlage, ist es ohne ESP nur von absoluten Kennern der Materie wieder einzufangen. So empfiehlt sich, allein schon aus dem Aspekt der Sicherheit, bei Regen, Nässe und Schnee immer den Modus Schnee/Nässe zu wählen.

Auf abgesperrtem Gelände ist der Spaß Donuts zu drehen und die teuren Reifen weg zu schmirgeln riesengroß. Sind die in der Erstausstattung montierten Pirelli-Pneus dann nahezu profillos, sollte man sich Gedanken über Gummis machen, die bei feuchtem Untergrund besseren Halt bieten.

Nach dem Druck auf den Starterknopf, der Mustang gewährt schlüssellosen Zugang, rumort unter der voluminösen Haube der 5-Liter-V8. Tiefes Grummeln aus acht Töpfen, deren Stimmen sich nie erheben oder gar schrill klingen. Dumpf ausgelegt, benimmt sich der Mustang reichlich dezent.

Ford hat es zudem geschafft, den Durst des Mustangs auf einzubremsen. Knapp unter 12 bis gut 17 Liter sind für ein 421-PS-Triebwerk und knapp 1,8 Tonnen Leergewicht legitim. Im Schnitt kamen wir auf 12,8 Liter und somit 0,7 Liter weniger, als der von Ford kommunizierte Kombiverbrauch.

Handgeschaltet mag es der Mustang gerne härter. Die Gänge hakeln ein wenig, Präzision ist angesagt, um den richtigen Kanal zu treffen. Für einen Sportler alter Schule ist dieses Verhalten durchaus okay und wer es komfortabler mag, kann auf das Automatik-Getriebe zurückgreifen, das mit einem Durchschnittsverbrauch von 12 Litern zudem sparen hilft.

Was soll rein und was ist drin im Ford Mustang?

Zwei Dinge sind vonnöten, um den Mustang GT so auszustatten wie unseren Testwagen. Metallic-Lackierung und Premium-Paket. Die Lackierung kostet 700 Euro Aufpreis. Das empfehlenswerte Premium-Paket in der Version I mit silbernen 19-Zöllern aus Leichtmetall liegt bei 2.500 Euro, mit schwarzen Felgen sind es 250 Euro weniger.

In beiden Paketen sind ein Navigationssystem inklusive Ford Sync3, 12 Lautsprecher, höherwertigeres Leder, beheiz- und kühlbare Vordersitze, Einparkhilfe hinten sowie ein mit Kunstleder überzogenes Armaturenbrett enthalten. Recaro-Leder-Sportsitze sind für weitere 1.800 Euro bestellbar.

Fazit

Gegen den neuen Chevrolet Camaro kann der jetzige Ford Mustang nicht anstinken. Sei es der Verbrauch, das Fahrverhalten oder auch die Verarbeitung. Dennoch wird der Mustang seinem Ruf als Urgestein gerecht und ist noch dazu um 1.900 Euro günstiger als der Camaro V8.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ford Mustang GT

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: V8-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 4.951

Leistung in kW (PS) bei U/min: 310(421)/7.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 530/4.250

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 4,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 250

Tankinhalt in l: 61

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 13,5

CO2-Emission kombiniert in g/km: 299

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.784/1.916/1.381

Radstand in mm: 2.720

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.732

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: n.n

Kofferrauminhalt in l: 408

Bereifung: 255/40 R 19 vorne, 275/40 R 19 hinten

Felgen: 9 x 19″ vorne, 9,5 x 19″ hinten Alu-Schmiederäder

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 44.000

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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