Seit mehr als 50 Jahren begeistert der Honda Civic mit außergewöhnlichen Eigenschaften.

Die elfte Generation kam in Deutschland im Herbst 2022 auf den Markt. Als e:HEV, genau wie unter anderem der von uns getestete Honda HR-V e:HEV. Die Entwicklung des Civic vom Kompaktwagen bis zum aktuellen Modell war schon immer von Innovationen getrieben. Und mit dem neuen Design dürften nun deutlich mehr Menschen angesprochen werden.

Außen und Innen

Mit dem neuen Look, der nun mehr dem Mainstream entspricht, als die Vorgänger, hat Honda ein elegantes und gleichzeitig dynamisches Fahrzeug entworfen. Lang gestreckt und mit einem Radstand von über 2,73 Metern sowie kurzen Überhängen zeigt der neue Honda Civic seine Kraft bereits im Stand.

Die Fließheck-Limousine verfügt über eine Coupé-hafte Dachlinie, deren Form die Fond-Passagiere nicht ihrer Kopffreiheit beraubt. Das Dach selbst wurde per Laserstrahl gelötet, was eine Leiste entlang des Daches überflüssig macht. Die weit nach oben öffnende Heckklappe ist aus Kunststoff gefertigt. Darunter verbirgt sich ein ordentlicher Kofferraum mit einem Ladevolumen von 410 bis 1.220 Litern.

Das Cockpit ist ähnlich wie im HR-V klar und übersichtlich gestaltet. Die Bedienung erfolgt entweder über den Touchscreen, über ein paar Schalter und Knöpfe, über die Spracheingabe oder aber per Daumendreh und –druck am Multifunktionslenkrad. Die Rundumsicht ist nur durch die abfallende Dachlinie minimal eingeschränkt.

Der Antrieb des Honda Civic Sport e:HEV

Das Hybridsystem des Honda Civic Sport e:HEV besteht aus einer Lithium-Ionen-Batterie, zwei kompakte Elektromotoren sowie einem 2,0-Liter-Benzindirekteinspritzer. Der e:HEV-Antrieb leistet 135 kW (184 PS) Leistung und verfügt über ein Drehmoment von 315 Nm.

Gestartet wird, wenn der Akku entsprechend geladen ist, rein elektrisch. Je nach Fahrweise können so vor allem im Stadtverkehr einige Strecken emissionsfrei und nahezu lautlos zurückgelegt werden. Im nächsten Schritt wird der Hybridantrieb aktiviert, in dem Honda Civic e:HEV weiter über den Elektromotor angetrieben wird. Der Verbrenner fungiert als Generator und lädt über den zweiten Elektromotor die Batterie.

Bei höheren Geschwindigkeiten wie beispielsweise auf der Autobahn übernimmt der 2-Liter-Benziner den Antrieb und greift bei Bedarf auch auf den E-Motor zurück. Bei noch höherem Leistungsbedarf im Bereich der Höchstgeschwindigkeit wechselt das System zurück in den Hybridmodus, um die volle Leistung des Elektromotors freizusetzen. 

Das Fahrverhalten des Honda Civic Sport e:HEV

Da geht was vorwärts. Ganz im Gegensatz zu einigen anderen Fahrzeugen mit einem stufenlosen CVT-Getriebe glänzt der neue Honda Civic Sport e:HEV mit einem dynamischen Antritt, der von einem ausgewogenen Fahrwerk bestens unterstützt wird. Von 0 auf 100 km/h geht es in 7,9 Sekunden, oben ist bei 180 km/h aber leider Schluss.

Wie bei Hybrid-Fahrzeugen üblich, wird Brems- und Verzögerungsenergie zurückgewonnen, um den Wirkungsgrad zu verbessern und den Akku zu laden. Mit dem linken Lenkradpaddel kann zudem die Rekuperation und gleichzeitig die Bremskraft erhöht werden, wenn man sich beispielsweise eine Ortschaft oder einer Kreuzung nähert.

Eco, Normal, Sport und Individual stehen zudem als Fahrmodi zur Wahl. Wir waren häufig im Eco-Modus unterwegs, was unserer eher sportlichen Fahrweise aber nicht entgegenstand. Für die schnellere Kurvenhatz legten wir den Schalter aber auch mal auf Sport um. Mit der deutlich reaktionsschnelleren Gasannahme verwandelte sich der Honda Civic e:HEV in einen richtigen Racer.

Und um die Fahrt über kurvenreiche Landstraßen richtig zu genießen und nicht ins Schwitzen zu kommen, entwickelten die Ingenieure von Honda eine spezielle Kurvensteuerung. Absolut unmerklich für den Lenker am Volant stellt dieses System immer sicher, dass das Fahrzeug in Kurven in dem am besten geeigneten Fahrmodus befindet.

Egal welcher Fahrmodus, der Honda Civic e:HEV bereitete uns in jedem viel Fahrfreude. Angenehmes Reisen, verbunden mit dynamischen Elementen und geringer Lärmentwicklung im Innenraum sind nur einige der Attribute, dies die Fließheck-Limousine auszeichnen.

Bleibt noch der Verbrauch, der sich bei durchwegs kalten Temperaturen und wenig Stadtverkehr bei 5,4 Liter einpendelte. Wir haben aber auch unter 5 Liter geschafft und lagen damit bei dem von Honda angegebenen kombinierten Verbrauchswert.

Die Ausstattungsumfänge

Mit drei Ausstattungsvarianten geht der Honda Civic e:HEV an den Start. Die Einstiegsversion Elegance startet bei 32.900 Euro und verfügt über eine umfangreiche Serienausstattung. Darunter ein Navi, eine Zweizonen-Klimaautomatik, eine Rückfahrkamera, hinten abgedunkelte Scheiben sowie 17 Zoll große Leichtmetallfelgen.

Der von uns getestete Honda Civic Sport e:HEV kostet 34.200 Euro. Die Leichtmetallfelgen sind von 17 auf 18 Zoll gewachsen und um dem sportlichen Look gerecht zu werden, in schwarz lackiert. Die weiteren Serienumfänge sind unter anderem ein automatisch abblendender Innenspiegel, eine kabellose Ladestation für das Smartphone sowie LED-Nebelscheinwerfer.

Im Advance für 37.600 Euro sind beispielsweise ein beheizbares Lenkrad, ein Soundsystem von Bose mit 12 Lautsprechern, die elektrische Sitzverstellung vorne und ein Panorama-Glasschiebe- und Hebedach Serie.

In allen Varianten steht das Assistenzsystem Honda Sensing zur Verfügung. Neu sind unter anderem je vier Sonarsensoren an Front und Heck, die mit Schallwellenreflexion arbeiten und nicht-metallische Objekte wie Glas und Wände deutlich besser erkennen.

Ebenfalls ein Novum ist die Weitwinkel-Frontkamera mit einem 100 Grad breiten Sichtfeld und einer verbesserten Erkennungstechnologie. Damit können Fußgänger, Fahrbahnmarkierungen, Begrenzungen sowie andere Fahrzeuge einschließlich Motorräder und Fahrräder zuverlässig erkannt werden. 

Die neue Frontkamera kann über die adaptive Geschwindigkeitskontrolle Fahrzeuge früher erkennen. Dies ermöglicht beim Beschleunigen und Bremsen ein natürlicher wirkendes Fahrverhalten. Wen der Spurhalteassistent bei schnellen Kurvenfahrten nervt, kann diesen über das Rädchen am Lenkrad deaktivieren.

Fazit

Besonders und fein sind nur zwei Bezeichnungen, die der Honda Civic in unserem Praxistest verdient hat. Dazu kommt ein Fahrverhalten, dass gleichermaßen effizient wie auch sportlich ist. Der Motor hängt immer gut am Gas und bereitet viel Fahrfreude. Für weitere Begeisterung sorgen die umfangreiche Ausstattung und die gute Verarbeitung. Last but least sei das gute Preis- Leistungsverhältnis erwähnt, das so manchen Mitbewerber blass aussehen lässt.

Honda Civic Sport e:HEV FWD 135kW Direct Drive

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Honda Civic Sport e:HEV FWD 135kW Direct Drive 

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder, Sauger, plus E-Motor

Getriebe: e-CVT-Automatikgetriebe

Hubraum in ccm: 1.993

Leistung Verbrenner bei U/min in kW (PS): 105 (143)/6.000

Systemleistung in kW (PS): 135 (184)

Maximales Drehmoment Verbrenner  in Nm bei U/min: 175/4.000

Maximales Drehmoment E-Motor  in Nm: 315

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,9

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 180

Tankinhalt: 40 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,0 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km:  113

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.551/2.082/1.408

Radstand in mm: 2.734

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.685

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.240

Kofferrauminhalt in l: 410 – 1.220

Bereifung: 235/40 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 34.200