Der neue Honda e setzt mit vielen technischen Neuerungen und Feinheiten sowie einer herausragenden Fahrdynamik neue Maßstäbe bei den kompakten Elektroautos.

Der nur 3,92 Meter lange Honda e ist für die urbanen Verhältnisse optimiert und wird mit seiner äußeren Hülle stark polarisieren. Ab März 2020 wird der Kleine im Handel erhältlich sein. Preise stehen noch nicht fest, intern wird bei Honda von 35.000 bis 40.000 Euro gemunkelt.

Knackiger Viertürer

Mit seinen Glubschaugen und der dunkel abgesetzten Spange, die einst ein Kühlergrill war, wirkt der Honda e gutmütig und brav. Besonders auffällig sind die nicht vorhandenen Außenspiegel. Diese sind durch ein Kamerasystem ersetzt worden, das neben einem deutlich besseren Rückblick auch aerodynamische Vorteile bietet. Der Luftwiderstand ist rund 90 Prozent geringer.

Die Bilder werden in Echtzeit auf zwei sechs Zoll große Monitore übertragen, die im klassischen Blickfeld jeweils seitlich montiert sind. Der Fahrer kann in den Einstellungen zwischen „Normalansicht“ und „Weitwinkelansicht“ wählen und damit das Sichtfeld deutlich stärker erweitern als mit konventionellen Außenspiegeln.

Tote Winkel werden in der Normalansicht um rund zehn Prozent und in der Weitwinkelansicht um etwa 50 Prozent reduziert. Das Rückwärtsfahren wird durch die Einblendung von Hilfslinien auf den Monitoren zusätzlich erleichtert. Die Form der Kameragehäuse verhindert Wassertropfen oder sonstige Verschmutzungen der Linse, sodass immer freie Sicht gewährleistet werden kann.

Das Interieur des noch im Prototypen-Status fotografierten Honda E ist eine Mischung aus futuristisch wirkenden Bildschirm-Einheiten und konventionellen Elementen, die unterhalb der Monitore in Holzimitation gehalten sind. Die Screens lassen sich individuell programmieren und zeigen Informationen wie die Geschwindigkeit, die Navigation, die Audioanlage und den elektrischen Antrieb an.

Die Fahreigenschaften des Honda e

110 kW (150 PS) leistet der Elektromotor des Honda e. Die Batteriekapazität liegt bei 35,5 kWh, was laut WLTP eine Reichweite von 200 Kilometern ermöglicht. Damit qualifiziert sich der kompakte Japaner eindeutig für den Betrieb auf kürzeren Strecken. Dort also, wo Elektromobilität also durchaus Sinn machen kann.

Sensationell ist der winzige Wendekreis von 8,60 Metern. Damit lässt sich der Honda e auf einem kleinen Teller drehen. Diese außergewöhnliche Agilität liegt am Hinterradantrieb. Dieser ist zusammen mit der optimalen Gewichtsverteilung von 50:50 und dem niedrigen Schwebpunkt zudem für sportliche Fahrdynamik verantwortlich.

Genau das richtige für den Stadtverkehr, in dem man mit dem Elektroflitzer flink um die Ecken wuseln kann. Da die 1.500 Kilogramm des Honda e für ein E-Auto relativ wenig sind, rechnen wir mit herausragenden Beschleunigungswerten, die aus der Kraft der 300 Nm an Drehmoment entstehen.

Besonders cool finden wir das One-Pedal-Driving. Damit wird der Honda e nur mit dem Gaspedal. Betrieben. Drück man drauf, beschleunigt er, löst man es, wird er langsamer. Das regt dir Rekuperation deutlich an, was gerade bei den häufigen Start-Stopp-Situationen im Stadtverkehr der Erhöhung der Reichweite dienlich ist. Noch mehr Fahrspaß haben wir mit dem aktivierbaren Sportmodus erlebt.

Laden des Honda e

Die Lithium-Ionen-Batterie des Honda e lässt sich per Typ-2-AC-Anschluss oder per CCS2-DC-Anschluss laden. Daraus resultiert die Möglichkeit, den Akku in nur 30 Minuten auf 80 Prozent zu laden. Die Steckdose befindet sich sinnvollerweise an der Front.

Die Flüssigkeitskühlung der Batterie ermöglicht einen stetigen optimalen Temperaturbereich, der für eine maximale Effizienz verantwortlich ist. Nach Angaben von Honda wurden zudem das Gewicht und die Größe auf ein Minimum reduziert.

Diese Maßnahmen sollen laut Hersteller das durchaus als anständig zu bezeichnende Platzangebot für die Passagiere nicht beeinträchtigen.

Fazit

Der Honda e ist ein echter Kleinwagen für die Stadt und das suburbane Umfeld. Größe, Effizienz und sein witziges Äußeres sind beeindruckend. Wer ins Blaue bestellen mag, ohne den tatsächlichen Preis zu kennen, kann sich jetzt schon für eine Anzahlung von 800 Euro auf der Honda-Webseite einen der 1.500 in 2020 für Deutschland avisierten Fahrzeuge bestellen. Es lohnt sich aber vielleicht auch bis zur IAA im September zu warten, denn dort feiert das Serienmodell seine Weltpremiere und bis dahin steht wohl auch der endgültige Preis fest.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Honda e (Prototyp)

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Permanenterregter Elektro-Synchronmotor

Getriebe: 1-Gang-Getriebe

Leistung in kW (PS): 110 (150)

Maximales Drehmoment in Nm: 300

Reichweite nach WLTP in km: 200

Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 18-20

Batterie

Batterietyp: Lithium-Ionen

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge in mm: 3.920

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.500 (geschätzt)

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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