Der Honda HR-V war schon immer ein besonderes Automobil.

Das gilt auch für den neuen Crossover mit dem Beinamen e:HEV. In der dritten Generation wird dieses Automobil bei uns nur als Hybrid angeboten. Das spezielle Antriebskonzept kennen wir bereits vom Honda CR-V e:HEV und dem Honda Jazz e:HEV, die wir beide Anfang 2021 im Praxistest hatten.

Die neue Optik des Honda HR-V e:HEV

Weiche Linien und ein deutlich hoch gesetztes Fahrwerk sowie kurze Überhänge und eine nach hinten abfallende Dachlinie kennzeichnen den neuen Honda HR-V e:HEV. Die glatte Front wird von einem Kühlergrill mit schmalen Streben und hoch angesetzten LED-Scheinwerfern betont.

Obwohl der frontgetriebene Crossover nur 3,34 Meter lang ist, wirkt er mit seiner Coupé-haften Form deutlich größer. Die Griffe der hinteren Türen sind in der C-Säule angebracht, sodass der HR-V auf den ersten Blick wie ein Dreitürer aussieht. Das Heck wird durch eine durchgehende LED-Leuchteinheit bestimmt, die dem Japaner einen eigenständigen Auftritt verleiht.

Das Interieur des Honda HR-V ist mittels einer horizontalen Linie des Armaturenträgers stark reduziert. Der Mix aus analogen und digitalen Bedienelementen ist ergonomisch und sehr gut gelungen. Das Honda Magic-Seat-Konzept lässt die hinteren Sitze komplett im Wagenboden verschwinden und lässt dadurch einen ebenen zu. 319 Liter passen rein, wenn die Rücksitze aufgestellt sind, 1.289 Liter sind es, wenn sie umgeklappt sind.

Der Antrieb des Honda HR-V e:HEV

Das Antriebssystem besteht aus zwei Elektromotoren, die an einen 1,5-Liter-i-VTEC-Benzinmotor gekoppelt sind. Der Antriebsmotor entwickelt eine Leistung von 96 kW (131 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 253 Nm bei 4.500 U/min. 

Das e:HEV System umfasst drei Antriebsmodi, die entsprechend der Fahrweise automatisch ausgewählt werden. Das Anfahren mit dem HR-V erfolgt im Elektromodus. Bei höher werdenden Geschwindigkeiten folgt nahtlos der Hybridmodus.

Beim Fahren mit höherem und gleichmäßigerem Tempo wird der Benzinmotor genutzt. Mit den Fahrmodi „Sport“, „Normal“ und „Econ“ wird je nach Gusto die Fahrdynamik angepasst. Für eine stärkere Rekuperation kann mit dem Schalthebel die zusätzliche Fahrstufe B aktiviert. Über Wählhebel hinter dem Lenkrad kann der Fahrer zudem das Maß an Rekuperation und Bremswirkung seinen persönlichen Vorlieben anpassen. 

Fahrverhalten

Das Wohlfühlen beginnt bereits beim Einsteigen in den neuen Honda HR-V e:HEV. Die Sitze sind komfortabel und bieten einen vernünftigen Seitenhalt und genügend Auflagefläche für die Oberschenkel. Durch die großen Fensterflächen ist die Rundumsicht optimal. Die Bedienung erfolgt intuitiv und nach dem Druck auf den Starterknopf geht es, je nach Ladezustand des Akkus, erst einmal rein elektrisch los.

Der Benziner schaltet sich nach Bedarf automatisch zu und beschleunigt den Crossover in 10,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. In der Stadt und auf Landstraßen spielt er die Vorteile des Hybrid-Antriebs voll aus. Wir waren hier grundsätzlich im der Fahrstufe B unterwegs, die den Akku durch die Energierückgewinnung immer wieder schnell aufgeladen hat. So schafften wir tatsächlich den von Honda angegebenen kombinierten Verbrauch von 4,6 Litern nach WLTP zu erreichen.

In der Summe waren es im Schnitt 5 Liter, die aber vor allem unserer meist zügigen Fahrweise zuzurechnen sind. Als Fahrmodus wählten wir hauptsächlich Econ, auf längeren Strecken Normal und für zügige Fahrten auf Land- oder Passstraßen den Sportmodus.

Typisch wie für die meisten Hybride mit CVT-Getriebe ist das Aufheulen des Motors, wenn stärker beschleunigt wird. Bei Überholvorgängen muss man damit leben, ansonsten empfiehlt es sich, das Gaspedal sanft zu betätigen, um die angenehme Fahrt mit dem Honda HR-V e:HEV zu genießen. Denn Fahrgenuss bietet der Japaner mit seinem ausgewogenen Fahrwerk und der guten Geräuschdämmung definitiv.

Ausstattungsversionen

Der Honda HR-V e:HEV ist ausschließlich mit dem beschriebenen Antrieb erhältlich in drei Ausstattungsversionen erhältlich. Der Elegance ist für 31.300 Euro das Einstiegsmodell, mit einer umfangreichen Serienausstattung. Dazu gehören unter anderem elektrisch verstell-, beheiz und anklappbare Außenspiegel, eine Rückfahrkamera, die Einparkhilfe vorne und hinten sowie das Navigationssystem und das Assistenzsystem Honda Sensing. Dazu mehr in einem eigenen Absatz.

Der von uns gefahrene Advance kostet 33.600 Euro. Er hat unter anderem eine elektrisch bedienbare Heckklappe, eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein beheizbares Lenkrad, einen automatisch abblendenden Rückspiegel sowie LED-Nebelscheinwerfer an Bord. Das Spitzenmodell Advance Style liegt bei 36.400 Euro. Er fährt mit einer Zweifarb-Lackierung vor, verfügt über eine kabellose Ladestation für das Smartphone und eine Dachreling. Dazu glänzt er außen und innen mit der namensgebenden Style-Optik.

Alle Varianten sind mit LED-Hauptscheinwerfern und –Rückleuchten, dem schlüssellosen Zugang, 18 Zoll großen Leichtmetallrädern, Regensensor, dem Fernlichtassistenten sowie Mittelarmlehnen vorne und hinten ausgestattet.

Honda Sensing

Die adaptive Geschwindigkeitsregelung und der aktive Spurhalteassistent gehören künftig in allen Varianten zur Serienausstattung. Ab der mittleren Ausstattungslinie kommt der Tote-Winkel-Warner hinzu. Die Top-Version verfügt zudem über LED-Abbiegelicht.

Die technische Basis der Assistenzsysteme bildet eine neue Weitwinkelkamera mit höherer Auflösung, die das Kamera- und Radarsensor-Layout des Vorgängermodells ersetzt. Das Kollisionswarnsystem mit aktivem Bremseingriff (CMBS) erkennt jetzt auch Motorräder vor dem Fahrzeug und bremst das Fahrzeug ab, um bei einem unvermeidbaren Zusammenstoß die Folgen zu mildern.

Die Kamera erkennt unterschiedliche Fahrbahnbeläge und Verkehrssituationen und bietet auch eine präzisere Erkennung von vorausfahrenden Fahrzeugen und Fahrbahnmarkierungen, um zum Beispiel das Beschleunigungsverhalten beim Überholen zu verbessern.

Erkannt wird auch, wenn sich das Fahrzeug der äußeren Begrenzung der Fahrbahn nähert (Bordstein, Grün- oder Schotterstreifen), einem entgegenkommenden Fahrzeug zu nahe kommt oder versehentlich ohne gesetzten Blinker bzw. entsprechende Verkehrsschilder die Spur wechselt.

Darüber hinaus berechnet das System den Neigungswinkel der Straße, um die Geschwindigkeit bei Bergabfahrten besser beizubehalten. Für ein klares Sichtfeld kann das Beschlagen der Kamera nun verhindert werden. Die rückwärtige Erkennungsreichweite wurde von drei auf 25 m erhöht.

Fazit

Mit dem neuen Honda HR-V e:HEV ist dem japanischen Automobilhersteller ein feines Fahrzeug gelungen. Reichlich Raum für Passagiere und Gebäck, ein ergonomisches und klar aufgebautes Cockpit und eine sehr gute Verarbeitung und Qualitätsanmutung sprechen für sich.

Die Antriebseinheit ist effizient und die Ausstattung ist umfangreich. Das Preis- Leistungsverhältnis krönt unsere positiven Eindrücke dieses Crossovers und zeigt, dass Verbrennungsmotoren in Kombination mit Elektromotoren noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Elektrifizierung muss eben nicht eingleisig sein, wie so mancher europäische Hersteller meint.

Honda HR-V Advance e:HEV 96 kW Direct Drive

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Honda HR-V Advance e:HEV 96 kW Direct Drive

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: e-CVT Direktantrieb

Hubraum in ccm: 1.498

Leistung Benzinmotor in kW (PS) bei U/min: 79 (107)/6.000 – 6.400

System-Leistung in kW (PS) bei U/min: 96 (131)/4.500 – 5.000

Maximales Drehmoment Benzinmotor in Nm bei U/min: 131/4.500 – 5.000

Maximales Drehmoment Elektromotor in Nm bei U/min: 253 Nm

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,7

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 170

Tankinhalt in l: 35

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,6 (WLTP)

CO2-Emission kombiniert in g/km: 122 (WLTP)

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.340/2.028/1.582

Radstand in mm: 2.610

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.452

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.870

Kofferrauminhalt in l: 319 – 1.289

Bereifung: 225/50 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 33.600

Dietmar Stanka