Den Run auf kleine und agile Crossover beantwortet Hyundai ab sofort mit dem Bayon.

Wir haben das Fahrzeug aus dem B-Segment bereits vor einigen Wochen vorgestellt und hatten Anfang Juni die Gelegenheit, die ersten Testkilometer zu absolvieren. Der Bayon nutzt die gleiche technische Plattform wie der neue Hyundai i20 und ist sozusagen der Nachfolger des ix20.

Sensuous Sportiness

Einmal mehr ist den Designern von Hyundai ein fein gezeichnetes Automobil gelungen. Die Philosophie dahinter wird als Sensuous Sportiness bezeichnet und mixt Emotionen mit Dynamik. Kurze Überhänge ermöglichen den langen Radstand von 2.580 Millimetern, was wiederum viel Raum für Passagiere und Gepäck schafft.

Obwohl einige Zentimeter kürzer, übertrifft das Ladevolumen des Hyundai Bayon das des Kona um 40 Liter. Es erreicht bis zu 411 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank entstehen 1.205 Liter. Für die 48-Volt-Varianten sind es aber nur 334 bis 1.128 Liter, da der Akku einiges an Kapazität benötigt.

Der Fahrer hat ab der Ausstattungslinie Trend einen 10,25 Zoll großen digitalen Bildschirm als Informationseinheit im Blickfeld. Mittig ist je nach Ausstattung entweder ein 8 oder 10,25 Zoll großer Touchscreen montiert, der unter anderem die Bedienung von Audio, Telefon, Android Auto, Apple CarPlay sowie dem optionalen Navigationssystem ermöglicht.

Antriebe

Motoren und Getriebe entsprechen eins zu eins denen des neuen Hyundai i20. Drei Leistungsstufen stehen zur Wahl. Ein 1,2-Liter-Saugmotor mit 62 kW (84 PS) und der 1-Liter-Dreizylinder mit entweder 74 kW (100 PS) sowie 88 kW (120 PS).

Der schwächere Motor wird optional mit dem 48-Volt-Mildhybrid angeboten, das für die stärkere Version Standard ist. Die „normale“ 100-PS-Variante wird manuell mit sechs Gängen geschaltet. Für beide Turbos stehen entweder dieses Schaltgetriebe oder das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (7-DCT) zur Wahl.

Fahrverhalten des Hyundai Bayon

Wir waren mit der stärksten Version mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe, das über die elektronisch geregelte Kupplung iMT verfügt unterwegs. Mit dieser Technik wird bei Gaswegnahme der Segelmodus aktiviert, der den Motor ausschaltet und Sprit spart.

Außerdem wird beim Herunterschalten Zwischengas gegeben. Dieses sogenannte Rev Matching passt beim Herunterschalten das Drehzahlniveau des Motors an und ermöglicht damit schnellere Gangwechsel. Vom Veranstaltungsort in Dreieich im Süden von Offenbach fuhren wir zuerst über die A661 in Richtung Egelsbach.

Auf diesem relativ kurzen Stück erreichten wir zügig die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Beeindruckend war die sehr geringe Geräuschentwicklung, die entspanntes Reisen auch auf langen Strecken angenehm macht.

Zurück fuhren wir über Land und durch einige Dörfer und Städte. Die Schaltpunktanzeige gab uns selbst bei vermeintlich zu niedrigen Drehzahlen den Hinweis hochzuschalten. Aber was tut man nicht alles, um den Verbrauch niedrig zu halten.

In Summe lag unser Verbrauch bei durchwegs flotter Fahrweise bei etwas über 6 Liter. Die von Hyundai ermittelten WLTP-Werte liegen kombiniert bei 5,5 Liter. Definitiv ein Wert, der bei vorausschauender Fahrweise sowie einem weniger schweren Gasfuß problemlos erreichbar ist. Aber wir wollten den neuen Bayon ja auch ein bisschen herausfordern und sehen, welches Leistungsspektrum in ihm steckt.

Das Fahrverhalten empfanden wir auch auf zügig gefahrenen und kurvigen Landstraßen tadellos. Straff abgestimmt und dennoch komfortabel, fanden die Entwickler einen sehr guten Kompromiss mit einem Schuss sportlicher Dynamik.

Ausstattung und Preise

Mit Saugmotor und 84 PS sowie manuellem Schaltgetriebe startet der Bayon als Pure bei 16.790 Euro. Mit der Ausstattung Select kostet er 2.000 Euro mehr. Der Dreizylinder mit 100 PS startet als Select bei 19.990 Euro, als Trend kostet er 21.490 Euro.

Für den Mildhybrid mit manueller Schaltung liegt die Preisspanne zwischen 20.990 Euro (Select) und 24.290 Euro (Prime). Der Bayon mit 120 PS wird als Trend für 23.290 und als Prime für 25.090 Euro angeboten. Das 7-DCT kostet jeweils 1.500 Euro mehr.

Wie bereits in unserem Fahrbericht des neuen Hyundai i20 beschrieben, ist auch die Ausstattung des Bayon bereits in der Basisversion überzeugend. Beispielsweise durch die Klimaanlage, das DAB+-Radio mit USB-Anschluss sowie den autonomen Notbremsassistenten inklusive Frontkollisionswarner und Fahrraderkennung.

Ab dem Select gehören Leichtmetallfelgen zum Serienumfang. Dazu die Einparkhilfe hinten, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie Lederlenkrad und Lederschalthebel.

Der Trend verfügt über den 8 Zoll großen Touchscreen mit Anbindung von Android Auto und Apple CarPlay sowie ein beheizbares Lenkrad und ebenfalls beheizbare Vordersitze. Der Prime rollt mit Voll-LED-Scheinwerfern auf 17 Zoll großen Felgen mit 205er Bereifung vor. Außerdem ist der Zugang schlüssellos und eine Rückfahrkamera macht Rangieren einen Deut sicherer.

Das Navigationssystem ist mit 1.480 Euro auf den ersten Blick relativ teuer. Es kommt aber zusammen mit acht Lautsprechern inklusive Subwoofer, einer Bose-Soundanlage sowie den aktuellen Bluelink-Telematikdiensten.

Mit Assistenzsystemen geizt Hyundai beim Bayon ebenfalls nicht. Für den Trend ist für 590 Euro die Einparkhilfe hinten, der Querverkehrswarner hinten sowie der Totewinkel-Warner bestellbar. Das Pluspaket steht für den Prime für 750 Euro in der Preisliste und beinhaltet unter anderem den Ein- und Ausparkassistenten sowie den Querverkehrswarner hinten mit Notbremsfunktion.

Fazit

Es wird immer schwieriger, bei den neuen Automobilen des koreanischen Herstellers kritische Ansatzpunkte zu finden. Die Designabteilung von Hyundai haut einen Kracher nach dem anderen raus, die Qualität ist unbestritten auf einem hohen Niveau und die verwendeten Materialien sind durchwegs hochwertig. Der neue Bayon steht für all die genannten Attribute und überzeugt dazu mit einem feinen Fahrverhalten und einem passenden Preisgefüge.

Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48-Volt-Hybrid Prime

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48-Volt-Hybrid Prime

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung iMT

Hubraum in ccm: 998

Leistung in kW (PS) bei U/min: 88 (120)/6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 172/1.500 – 4.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,4

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 185

Tankinhalt in l: 40

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,5 (WLZP)

CO2-Emission kombiniert in g/km: 125

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.180/1.775/1.490 (1.500 mit 17-Zoll-Bereifung)

Radstand in mm: 2.580

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.230

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.650

Kofferrauminhalt in l: 334 – 1.128

Bereifung: 205/55 R17

Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive 19 % Mehrwertsteuer: 25.090

 

Dietmar Stanka
Letzte Artikel von Dietmar Stanka (Alle anzeigen)