Innerhalb weniger Monate vom gleichen Auto einen zweiten Fahrbericht zu veröffentlichen, scheint komisch. Aber nicht, wenn er von zwei verschiedenen Journalisten geschrieben wurde und zudem im gleichen Zeitraum der Einstieg des Hyundai i30 N TCR in die ADAC TCR Germany am Nürburgring erfolgte. Also nochmal her mit dem Hyundai i30 N Performance und mit dem 275-PS-Kompaktsportler durch die Eifel heizen.

Der Hyundai i30 N in der ADAC TCR Germany

Das Rennwochenende Anfang August 2018 war ein neuer Schritt für die Truppe des Engstler Motorsport Teams aus Wiggensbach westlich von Kempten im Allgäu. Anfangs der Saison starteten Jungs um Franz Engstler mit sechs VW Golf GTI TCR in die ADAC TCR Germany.

Nach den Rennen in Oschersleben, Most und am Red Bull Ring waren es nur noch vier Wolfsburger. Luca Engslter, unverkennbar der Sohn vom Franz und Theo Coicaud hatten einfach mal schnell die Rennautos gewechselt. Vom Golf in den Hyundai i30 N TCR.

Neue Autos, neues Glück? Ja, kann so gesagt werden. Engstler etwa fuhr im zweiten Rennen von Startplatz 18 auf sechs vor, für Coicaud ging es von zwölf auf acht. „Wir sind absolut zufrieden und überrascht, dass wir so schnell schon so gut mithalten können“, sagte Teamchef Franz Engstler, der die Zusammenarbeit mit Hyundai lobte.

Zum Saisonende am Hockenheimring war der Titelkampf noch einmal brutal spannend. Luca hätte die Chancen gehabt, den Titel zu holen. Musste sich dann aber Harald Proczyk mit sieben Punkten Vorsprung geschlagen geben.

Der Hyundai i30 N Performance

Ja klar, das Performance-Paket muss es schon sein. Nein, ganz bestimmt nicht wegen der 19 Zoll großen Felgen mit Pirelli P Zero Bereifung. Die 18-Zöller mit dem herausragenden Michelin Pilot Super Sport sind mindestens genauso gut.

Aber die Klappensteuerung der Sportabgasanlage mit zwei Endrohren und die elektronische geregelte N-Corne Carving Differenzialsperre sind die 2.500 Euro Mehrpreis definitiv wert. Ach so, die Bremssättel sind rot lackiert und sind mit 345 mm und dem aufgemalten N noch packender.

Das heiße Fahrerlebnis

Also nix wie rein in einen der gegenüber dem alten Fahrerlager positionierten Hyundai i30 N Performance und ab auf die kurvigen Eifelstraßen rund um den Nürburgring. Bevor es aber richtig losgehen kann, sollte man das N Grin Control System studieren.

Die Kontrolle über die Regelsysteme des Hyundai i30 N Performance ist elementar für den Fahrspaß verantwortlich. Was geht also alles, außer normalen Cruisen und Alltagsaufgaben bewältigen?

Erstens verfügt der Racer über adaptive Stoßdämpfer, die von luxuriös bis bretthart alle Gangarten durchspielen. Dann gibt es eine elektronische Stabilitätskontrolle, die in zwei Modi arbeitet und ganz und gar abgeschaltet werden kann. Empfiehlt sich aber nur auf abgesperrten Strecken!

Rev Matching im Kompaktwagen

So ziemlich das schärfste ist Rec Matching. Schon mal bei uns gelesen? Klar doch, bei den handgeschalteten Chevrolet Camaro V8 und Corvette C7 und der Z06 gibt es diese Zwischenschaltfunktion ebenfalls. Geile Sache, weil Du immer idealen Drehzahlbereich unterwegs bist.

Wer nun glaubt, dass Carving nur was für Skifahrer ist, irrt gewaltig. Die elektronisch geregelte Differenzialsperre des Hyundai i30N Performance erhöht durch die bestmögliche Verteilung der Antriebskraft auf die Vorderräder die Traktion bis zum geht nicht mehr. Sensationell! Und dann natürlich noch der Sound, einfach nur Gänsehautfeeling.

Hat man sich dann durch die Einstellmodi über die Drive Mode-Taste und die N Mode-Taste durchgefieselt, steht der ultimativen Herausforderung über Eifelstraßen zu heizen, nichts mehr im Wege.

Ach so, Sport+, neben Normal, Eco und Sport das größte Vergnügen, sollte man je nach Strapazierfähigkeit der Bandscheibe individuell dosieren. Motoransprechverhalten ja, Rev Matching ja, Sportabgasanlage ja, Stoßdämpfer besser nein. Da reicht der Modus Sport für eine adäquate Straßenlage absolut aus.

Das Grinsen fest in Gesicht eingemeißelt fuhren wir am Samstag nach dem Rennen runter ins Hotel nach Bad Neuenahr-Ahrweiler und am Sonntagmorgen wieder hoch auf den Ring. Es war ein geiles Erlebnis und wir können gespannt sein, was das Team um Albert Biermann aus dem Buchstaben N in der Zukunft noch so alles aus dem Ärmel zieht.

Fazit

Der Hyundai i30 N Performance ist eine hammermäßige Spaßkiste. Mit 32.800 Euro ein echtes Schnäppchen, denkt man an den allgegenwärtigen Konkurrenten, den VW Golf GTI Performance. Wer zudem genau recherchiert, wird feststellen müssen, dass einige Händler trotz des großen Zuspruchs diesen Racer um bis zu 25 Prozent günstiger verticken. Verstehen muss man das nicht, dafür zuschlagen.

Fotos: Jochen Merkle

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Hyundai i30 N Performance

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe mit Zwischengasfunktion Rev Matching

Hubraum in ccm: 1.998

Leistung in kW(PS) bei U/min: 202 (275)/6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 353/1.450 bis 4.700

Im Overboost-Mode in Nm bei U/min: 378/1.750 bis 4.200)

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 6,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 250

Tankinhalt in l: 50

Kraftstoffverbrauch kombiniert auf 100 km in l: 7,1

CO2-Emission kombiniert in g/km: 163

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.335/1.795/1.447

Radstand in mm: 2.650

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.504 bis 1.584

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.950

Kofferrauminhalt in l: 395 bis 1.301 (mit Querstrebe 381 bis 1.287)

Bereifung: 235/35 R 19 Pirelli P Zero mit Hyundai-Reifenkennung (HN)

Felgen: 8,0 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 32.800

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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