Steckbrief Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid

Es ist immer wieder das gleiche Thema mit den Fahrzeugen, die von außen mit Strom versorgt werden können. Man muss sie bei jeder sich ergebenden Gelegenheit laden. So auch den Hyundai Ioniq Plug-In Hybrid, den wir über zwei Wochen ausführlich testeten. Auf allen möglichen Strecken, sei es in der Stadt, auf Landstraßen und auf Autobahnen mit freier Fahrt. Sparsam? Ja, aber nicht so sparsam, wie man nach einen Blick auf die offiziellen Verbrauchswerte meinen könnte.

Die Tropfenform

Bevor wir zum Spritverbrauch kommen, zuerst ein Blick auf die Karosserie. Die mit einem sehr niedrigen cw-Wert von 0,24 ihre Tropfenform begründet. Weitere Details verraten die Feinarbeit der Designer und Entwickler des Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid für die Optimierung der Luftwiderstandes. Dazu gehören die Luftklappen genauso wie der aerodynamisch ausgeprägte Kühlergrill in der für Hyundai mittlerweile typischen Hexagonalform.

Extravagant wirkt die zweigeteilte Heckklappe. Bedingt durch die Spange, die die beiden Glasflächen teilt, ist die Aussicht aber leider beschränkt. Nicht alles, was hübsch aussieht, ist gleichermaßen zweckmäßig.

Ergonomisches und umweltfreundliches Cockpit

Klar und aufgeräumt wirkt das Interieur des Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid auf den Betrachter. Die Orientierung und Bedienung ist ohne langwieriges Studium des Betriebshandbuchs im Handumdrehen möglich. Die Verarbeitung ist hochwertig und im Vordergrund steht dabei die Verwendung umweltfreundlicher und regenerativer Materialien. Wie beispielsweise recycelten Kunststoff, pulverisiertem Holz, Vulkangestein und Zuckerohrfaser.

Im Mittelpunkt des Armaturenträgers steht, wie bei Hyundai mittlerweile fast schon Usus, der acht Zoll große Touchscreen, über die eine Vielzahl von Fahrzeugbedienungen ausgeführt werden können. Elementar sind für den Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid in der ab der Version Style serienmäßigen Navigationseinheit, das Verzeichnis von Ladestationen.

Im Gegensatz zu dem von uns im Spätherbst getesteten Hyundai Ioniq Hybrid verfügt der Plug-in über rund 100 Liter weniger Ladevolumen. Bei aufgestellter Rückbank sind es 341, bei umgeklappter 1.401 Liter.

Die Fahreigenschaften des Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid

Wie bei jedem Plug-in Hybrid sind zwei Antriebseinheiten für den Vortrieb notwendig. Der Verbrennungsmotor mit 77 kW (105 PS) sowie ein Elektromotor mit 32 kW (44 PS). Zusammen wird eine Systemleistung von 104 kW (141 PS) erreicht. Gekoppelt an ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das über die Schaltpaddels am Lenkrad auch manuell bedient werden kann, erreicht der Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid eine Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h.

10,6 Sekunden vergehen, wenn der Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt wird. Mit seinem Drehmoment von 265 Nm taugt der Koreaner auch für einen schnellen Überholvorgang auf einer Landstraße. Aber Achtung! Die gesamte Systemleistung steht nur dann zur Verfügung, wenn in der Batterie Saft vorhanden ist.

Bei einer unserer Testfahrten hoch auf das Sudelfeld war die Batterie leergesaugt, weshalb sich der rund 1,6 Tonnen schwere Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid mit den 105 PS des Benziners begnügen musste. In solch einem Fall geht auch nichts mehr mit dem Sportmodus, der sich automatisch mit der Betätigung der Schaltpaddels einstellt.

Immer wieder laden!

Auch einer der Gründe, warum der Ioniq bei jeder sich bietenden Gelegenheit geladen werden sollte. Ist die Batterie leer, dauert der Ladevorgang etwas mehr als drei Stunden. Dann soll die elektrische Reichweite laut Hyundai 63 Kilometer betragen. Obwohl sich der Verbrenner auch im reinen EV-Modus wegen der niedrigen Außentemperaturen immer wieder kurz dazu schaltete, erreichten wir nicht mehr als 50 Kilometer mit einer vollen Batterie.

Damit kommen wir gleich zum Verbrauch. Die erste längere Strecke über rund 300 Kilometer absolvierten wir mit einer nahezu leeren Batterie mit zügiger Geschwindigkeit über die Autobahn. Das Ergebnis war mit einem Wert von 5 Litern durchaus zufriedenstellend.

Deutlich weniger wurde es während der mehr als 1.000 Kilometer innerhalb von gut zwei Wochen nicht mehr. Obwohl zu einem Großteil im Eco-Modus unterwegs waren, lag der Schnitt bei rund 4 Litern auf 100 Kilometer. Was uns zu einem ersten Fazit führt: Der Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid ist zwar absolut langstreckentauglich, seine wahren Stärken zeigt er hauptsächlich auf der Kurzstrecke mit voller Batterie.

Ausstattungsumfang

Die Linien Trend, Style und Premium sind auch für den Plug-in gültig. Die Preise starten bei 29.900 Euro und führen über 33.250 bis zu 35.750 Euro. Allen Ioniq-Versionen ist gemein, dass sie mit einer Zweizonen-Klimaautomatik, Leichtmetallfelgen, Gepäcknetz, Bordcomputer, RDS-Radio mit DAB sowie elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln ausgestattet sind.

Dazu kommen die adaptive Geschwindigkeitsregelung, der Spurhalte-Assistent sowie der Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung. Ab dem von uns getesteten Style leuchtet der Ioniq aus LED-Hauptscheinwerfern und verfügt über einen automatisch abblendenden Rückspiegel.

Fazit

Nun fehlt noch einer im Bunde. Der rein elektrische Ioniq. Uns hat der Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid Spaß gemacht. Ordentlich viel Platz auf allen Rängen, ein gut abgestimmtes Fahrwerk und genügend Leistung für den Alltag sind ein gutes Package. Dennoch kommen wir zu dem Schluss, dass der Hyundai Ioniq Hybrid die bessere Wahl ist. Außer es bestehen die Möglichkeiten zuhause oder/und am Arbeitsplatz zu laden und die durchschnittliche Streckenlänge beträgt nicht mehr als 50 Kilometer.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid Style

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 1.580

Leistung in kW (PS) bei U/min: 77 (105)/5.700

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 147/4.000

Leistung Elektromotor in kW (PS) bei U/min: 45 (61)1.798-2.500

Maximales Drehmoment E-Motor in Nm bei U/min: 170/0-1.798

Systemleistung in kW (PS) 103 (141)

Nenndrehmoment Systemleistung in Nm: 265

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 10,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 178

Tankinhalt: 43 l

Batteriekapazität in kWh: 8,9

Ladedauer an AC 3,3 kW: 145 min

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 1,1 l auf 100 km

Stromverbrauch: 9,4 kWh auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 29

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.470/1.820/1.450

Radstand in mm: 2.700

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.580

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.970

Kofferrauminhalt in l: 341 – 1.401

Bereifung: 205/55 R16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 33.250

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka