Steckbrief Hyundai Kona

Der Run auf kompakte SUV ist ungebrochen. Nahezu jeder Hersteller will die bis dato von Klein- und Kompaktwagen beherrschten Segmente mit einem Derivat füllen. Der Hyundai Kona ist ein typischer Vertreter dieses Hypes und wird in Kürze sogar als rein elektrisches Automobil durch die Welt kurven. Wir haben den 130 kW (177 PS) starken Kona mit Allradantrieb einen ausführlichen Test unterzogen.

Ein hübscher Dress

Mit einer Länge von 4,17 Metern bahnt sich der neue Hyundai Kona seinen Weg auch durch den noch so dichten Großstadtdschungel. Trotz dieser Kürze wirkt dieser SUV deutlich größer und bulliger. Was sich äußerst gelungenen Designgimmicks ausdrückt. Der mächtig wirkende Kaskaden-Kühlergrill wird von insgesamt sechs Leuchteinheiten umrahmt.

Ganz unten sind es die Nebelscheinwerfer, mittig außen die Hauptscheinwerfer und oberhalb die schmalen und damit die asiatische Herkunft zeigenden LED-Tagfahrlichter. Das außergewöhnliche Bild setzt den Hyundai Kona deutlich von seinen Mitbewerbern ab. Seitlich fallen die mit Kunststoffplanken betonten Kotflügelverbreiterungen ins Auge, hinten sind es die in zwei Reihen angebrachten Heckleuchten.

Sind es außen die kompakten Maße die begeistern, sind es innen die großzügigen Platzverhältnisse. Verantwortlich dafür sind unter die anderen die kurzen Überhänge und der damit lange Radstand von 2,60 Metern. Das schafft Raum für bis zu Passagiere und für ordentlich Gepäck. Das Ladevolumen staffelt sich von 361 bis 1.143 Liter. Verbunden mit einer niedrigen Ladekante von 695 Millimetern und einer maximalen Breite von 1.016 Millimetern wird das Be- und Entladen einfach und problemlos ermöglicht.

Bestens aufgeräumt und ergonomisch zeigt sich das Armaturenbrett des neuen Hyundai Kona. In der Mitte ist ein acht Zoll großer Touchscreen in der Art eines Tablets der erste Hingucker. Das Kombiinstrument zeigt neben Drehzahl und Geschwindigkeit mittig die diversen Infos des Bordcomputers an.

Ergänzt wird die Informationsflut durch ein optionales Head-up-Display. Dieses fährt in Form einer transparenten Scheibe oberhalb des Armaturenträgers aus und verfügt laut Hyundai über eine hohe Lichtstärke in Höhe von 10.000 Candela pro Quadratmeter. In der praktischen Umsetzung überzeugt dieses Head-up-Display mit seiner sehr guten Ablesbarkeit bei allen mögliche Lichtverhältnissen und einer Vielzahl von Einstellmöglichkeiten.

Die Triebwerke des Hyundai Kona

Neben dem auch aus dem Kia Rio bekannten 1,2-Liter-Dreizylinder mit 120 PS fuhr der Hyundai Kona am Anfang seiner Karriere zudem mit dem von uns getesteten 1,6-Liter-Turbobenziner vor. Noch in diesem Jahr ergänzen zwei Diesel mit 115 und 136 PS sowie die auf dem Autosalon in Genf vorgestellte Elektro-Variante das Angebot.

Der 177 PS starke Turbo ist immer an das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und einen permanenten Allradantrieb gekoppelt. Das Drehmoment von 265 Nm liegt zwischen 1.500 und 4.500 Umdrehungen pro Minute an und lässt den Hyundai Kona in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Oben ist bereits bei 205 km/h Schluss.

Wird der Turbo entsprechend seiner Leistungsmöglichkeiten gefordert, schluckt er ganz schön was weg. In den zwei Wochen unserer Testphase kamen wir selten auf die 6,7 Liter, die Hyundai als kombinierten Verbrauch auf 100 Kilometer angibt. Gut 9 Liter betrug der Durchschnitt, was nur teilweise unserer durchwegs flotten Gangart anzurechnen war. Möglicherweise ein Wert, der dem neuen Messverfahren nach WLTP näherkommt.

Die Fahreigenschaften

Fast hätten wir den Allrad nicht mehr gebraucht. Als wir den Hyundai Kona Anfang März in unseren Testwagen-Fuhrpark übernahmen, verabschiedeten sich das eisige Wetter und damit auch die rutschigen Straßenverhältnisse. Bei flotten Kurvenfahrten oder dem schnellen Antritt an einer Ampel kam uns die verbesserte Traktion gerade recht.

Mit gehörigem Dampf unter der Haube vermittelte der Hyundai Kona trotz der Winterreifen Fahrspaß, die sogar dem eines Hyundai i30 N ein bisschen nahe kam. Die drei über Knopfdruck wählbaren Fahrmodi Eco, Comfort und Sport trugen ebenfalls zur Freude am Fahren bei, wie die gute Geräuschdämpfung im Innenraum bei niedrigen Geschwindigkeiten. Sobald wir aber dem Kleinen die Sporen gaben und in Richtung der Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h beschleunigten, wurde es deutlich lauter.

Seinem Auftritt entsprechend, haben die Ingenieure dem Hyundai Kona ein reichlich hartes Fahrwerk verpasst. Das bei schnellen Kurvenfahren den Flitzer ordentlich in der Spur hielt, auf nicht so eben asphaltierten Straßen Stöße nahezu ungefiltert in Richtung der Passagiere schickt. Da nutzte er der Comfort-Modus nichts, da der Kona über kein adaptives Fahrwerk verfügt.

Ausstattungslinien

Der Pure bildet mit einer Leistung von 120 PS und einem Preis von 17.500 Euro den Einstieg in die Welt des Hyundai Kona. Danach folgt der Select für 18.350 Euro. Mit dem Trend ab 20.300 Euro steht auch der allradgetriebene Kona zur Wahl. 25.000 Euro kostet dieses Vergnügen. Style und Premium bilden die beiden Spitzen und kosten als frontgetriebene Dreizylinder 21.990 bzw. 24.100 Euro und als AWD 26.400 bzw. 28.600 Euro.

Wenden wir uns gleich dem Premium und seiner reichhaltigen Ausstattung zu, die diesen für das Segment scheinbar hohen Preis rechtfertigt. Neben Ledersitzen, die für einen Aufpreis von 800 Euro vorne elektrisch verstellbar und belüftbar sind, kommt der Kona zudem mit dem Head-up-Display, schlüssellosem Zugang sowie einem automatisch abblendenden Rückspiegel und der Einparkhilfe vorne.

Zudem verfügt er über die Features der anderen Versionen. Dazu gehören beispielsweise eine Zweizonen-Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, dunkel getönte Scheiben hinten, 18 Zoll große Leichtmetallfelgen, Rückfahrkamera das beheizte Lenkrad und ebenfalls beheizbare Vordersitze.

Fazit

Mit der Erweiterung des Antriebsportfolios für den Hyundai Kona steht dem Erfolg des kompakten SUV nichts mehr im Wege. Der Kleine passt gut in die urbane Welt und hat wird mit seinem witzig-dynamischen Design viele Liebhaber finden. Allerdings wäre ein wenig Feinarbeit in Sachen Fahrwerk und Geräuschdämmung angenehm.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Hyundai Kona 1.6 T-GDI Premium

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 1.591

Leistung in kW (PS) bei U/min: 130 (177)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 265/1.500 – 4.500

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7.9

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 205

Tankinhalt: 50 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,7 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 153

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.165/1.800/1.565

Radstand in mm: 2.600

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.496

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.910

Kofferrauminhalt in l: 361 – 1.143

Bereifung: 235/45 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 28.600 Euro

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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