Im Sommer 2018 haben wir bereits ausführlich über den Hyundai Tucson nach seinem ersten Facelift berichtet.

Wie versprochen, haben wir jetzt das Spitzenmodell, den Hyundai Tucson 2.0 CRDi 4WD mit dem 48-Volt-Bordnetz ausführlicher unter die Lupe genommen. Einen sogenannten Mildhybrid. Was das genau ist, erklären wir in unserem Fahrbericht.

Mildhybrid mit 48-Volt-Bordnetz

Neben den klassischen 12 Volt verfügt der Tucson mit dem 2-Liter-Diesel und 136 kW (185 PS) an Leistung über ein zweites Bordnetz mit 48 Volt. Dieser deutlich stärkere Stromkreis erzeugt bei jedem Beschleunigungsvorgang bis zu 12 kW mehr Kraft und ist zudem für einen Minderverbrauch von bis zu sieben Prozent gegenüber einem Fahrzeug ohne diese Technik verantwortlich.

Ein mit einem Riemen mit der Kurbelwelle verbundener Startergenerator ersetzt den sonst üblichen Anlasser. Bemerkenswert sind in dieses Zusammenhang das Abschalten des Motors nicht nur bei einem Stopp, sondern auch beim Ausrollen. Zudem vollzieht sich der nachfolgende Startvorgang in unglaublicher Geschwindigkeit.

Die mit der Rekuperation gewonnene Energie, die bei jedem Bremsvorgang, beim Ausrollen oder bei Bergabfahrten entsteht, wird in einer 0,44 kWh großen Batterie gespeichert.

Das Fahrverhalten des Hyundai Tucson 48 Volt

Während unserer Testfahrten, die über zwei Wochen und mehr als 1.400 Kilometer reichten, bewegten wir uns zu gut 80 Prozent auf Landstraßen. Mit einem Drehmoment von 400 Nm waren immer zügig durchgeführte Überholmanöver möglich. Der serienmäßige Allradantrieb namens HTRAC sorgte für die notwendige Traktion, vor allem auf den anfangs noch schneebedeckten Flächen von Parkplätzen in Skigebieten.

Bei der Fahrwerksabstimmung fanden die Ingenieure genau die Balance zwischen Komfort und einem gewissen Maße an Sportlichkeit. Wankneigungen kennt der Hyundai Tucson praktisch gar nicht und selbst mit den montierten Winterreifen waren die Fahrgeräusche angenehm niedrig.

Trotz vorausschauender Fahrweise und der nahezu immer beachteten Schaltpunktanzeige lag der Verbrauch unseres Hyundai Tucson im Schnitt bei 7,4 Litern. Deutlich über den Werksangaben, die bei 5,8 Litern liegen. Möglicherweise lässt sich der Konsum durch noch mehr Zurückhaltung und zudem mit Sommerreifen sowie wärmeren Temperaturen herunterschrauben. Insgesamt betrachtet, ist der von uns erzielte Wert für einen SUV mit Allradantrieb und einem der Top-Ausstattung geschuldeten Gewicht von mehr als 1,7 Tonnen gerechtfertigt.

Ausstattung

Der Hyundai Tucson 48 Volt ist ausschließlich in den Versionen Style für 39.100 Euro sowie Premium für 41.850 Euro bestellbar. Wer es bequemer haben will und sich nicht manuell durch sechs Gänge wühlen möchte, darf sich für einen Aufpreis von 1.900 Euro eine Achtgang-Automatik gönnen.

Der uns zur Verfügung stehende Testwagen in der Varianten Premium hatte ein manuelle Schaltung und war zudem mit dem elektrisch betätigten Panorama-Hub-Schiebedach für 1.200 Euro sowie mit Leder bezogenen Gestühl inklusive kühlbarer Vordersitze für weitere 1.600 Euro ausgestattet.

Ansonsten ist im Premium alles drin, was heutzutage bei einem Automobil zum guten Ton gehört. Unter anderem LED-Hauptscheinwerfer, ein Navigationssystem, das Sicherheitspaket mit Querverkehrswarner hinten, Tote-Winkel-Assistent,  Verkehrszeichenerkennung und Around-View-Monitor für leichteres Rangieren.

Fazit

Der Hyundai Tucson 48 Volt ist das erste Fahrzeug des koreanischen Autobauers, mit einem Mildhybrid. Die hervorragende Verarbeitung, eine Ergonomie auf höchstem Niveau und ein tadelloses Fahrverhalten sind genauso wie die Fünf-Jahres-Garantie perfekte Argumente für diesen SUV.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Hyundai Tucson 2.0 CRDi 4WD Premium

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Sechsgang-Getriebe

Hubraum in ccm: 1.995

Leistung in kW (PS) bei U/min: 136 (185)/4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 400/1.750 – 2.750

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 9,9

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 201

Tankinhalt in l: 62

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,4

CO2-Emission kombiniert in g/km: 142

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.480/1.850/1.650

Radstand in mm: 2.670

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.696

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.230

Kofferrauminhalt in l: 513 – 1.503

Bereifung: 245/45 R19

Felgen: 8 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 41.850

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka