Durch die Kombination eines 1,6-Liter-Turbobenziners mit einem Elektromotor ist der neue Hyundai Tucson Hybrid der stärkste Vertreter seiner Baureihe.

Die 132 kW (180 PS) des Verbrennungsmotors und die 44,2 kW (60 PS) des Elektromotors ergeben eine satte Systemleistung von 169 kW (230 PS). Dazu steht ein maximales Drehmoment von 350 Nm zur Verfügung. Das Sahnestückchen hinter der ganzen Technik ist ein herausragendes Design mit einer dramatisch schönen Seitenlinie, die von herausragend gesetzten Sicken und Kanten betont wird.

Reichlich Platz

Die Design-Merkmale haben wir bereits in unserem Artikel bezüglich der Weltpremiere des Hyundai Tucson im September 2020 beschrieben. Deshalb tauchen wir gleich in die Haptik des Innenraums sowie die reichhaltigen Platzverhältnisse ein. Von den Türeinlässen zieht sich bis in den Armaturenträger eine Spange, die nur durch eine Bedieneinheit unterbrochen wird.

In dieser befinden sich Lüftungsauslässe, der 10,25 Zoll große Touchscreen sowie die Klimatisierung. Daneben liegt im Sichtfeld des Fahrers ein weiteres 10,25 Zoll großes Display mit Tacho, Drehzahlmesser und wichtige Kontrollleuchten. Die klassische Einhausung fehlt, dieses Display ist unterhalb der Spange platziert.

Sämtliche Funktionen werden über Touchsensoren bedient. Aber es geht auch anders: Die Sprachsteuerung regelt das Klima genau man es für die Audioanwahl, das Navigationssystem und das Telefonieren nutzen kann. Für eine noch bessere Vernetzung sind die Bluelink-Telematikdienste, Apple CarPlay und Android Auto an Bord.

Mit seiner Länge von 4,50 Metern und einem Radstand von 2,68 Metern bietet der neue Hyundai Tucson Hybrid überzeugend viel Platz. Das gilt für die Fondpassagiere genauso wie das Gepäck. So wuchs die Beinfreiheit gegenüber dem Vorgänger um 996 Millimeter. Die Zuladung liegt zwischen 616 und 1.795 Litern. Wie sehr sich Yuki auf der komplett für sie reservierten Rücksitzbank wohlfühlte, müsste an dem Grinsen erkennen zu sein

Die Antriebseinheit des Hyundai Tucson Hybrid

Der klassische Vollhybrid ist serienmäßig an eine Sechsgang-Automatik gekoppelt. Mit ihrer elektronischen Antriebssteuerung ist immer für den perfekten Kraftschluss zwischen dem Benziner und dem Elektromotor gesorgt. Die Kapazität des Lithium-Ionen-Polymer-Akku liegt bei 1,49 kW. Dieser wird entweder bei hoher Geschwindigkeit oder besser noch, durch Rekuperation.

Diese entsteht bekanntermaßen durch Bremsen oder vom Gas gehen. Ist der Akku entsprechend voll, erfolgt der nächste Ampelstart voll elektrisch. Zudem sind mehrere hundert Meter bei ruhiger und gleichmäßiger Fahrt ebenfalls im Elektromodus möglich

Fahrdynamik

Eco oder Sport und für den von uns getesteten Allrad noch Traction. Dazu aber später. Wir waren meistens im Eco-Modus unterwegs. Was unseren Fahrspaß nicht minimierte. Denn die Willigkeit am Gas zu hängen, vollzog der Hyundai Tucson Hybrid auch im sparsamen Modus.

Ging es auf der Landstraße mal ein bisschen wilder zu, zogen wir am Hebel, vor uns loderten die Armaturen blutrot auf und der Dampf der beiden Systeme erreichte seinen Höhepunkt.

Dem SUV wurde von den Ingenieuren ein optimal abgestimmtes Fahrwerk verpasst. Mit der Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim und dem nahe gelegenen Nürburgring ist klar, wo der Hase hinläuft. Die Electronic Controlled Suspension (ECS) ist eine adaptive Dämpfungstechnik die über den Eco-Modus für den normalen Verkehr wegen ihrer komfortableren Abstimmung perfekt ist. Der Sportmodus zeigt eine höhere Rückmeldung des Fahrwerks und eine mehr Lenkpräzision.

Unter dem Terrain-Hebel sind die Modi Schlamm, Sand oder Schnee anwählbar. Über das Erkennen der jeweiligen Untergründe werden die Leistungs- und Drehmomentabgabe sowie die Schaltvorgänge der Automatik angepasst. Dazu wirkt das Allradsystem HTRAC das die Kraftverteilung von 100:0 bis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse ermöglicht.

Im täglichen Leben ist der Eco-Modus definitiv die beste Wahl. Schließlich ist (leider) nicht überall eine Rennstrecke vorhanden und Schlamm, Sand und Schnee kommt auch nicht alle Tage vor. Wir waren durchwegs mit der hohen Laufruhe, der fantastischen Kraftentfaltung und ja, auch mit dem Spritverbrauch zufrieden.

Wir erreichten zwar nicht den kombinierten Wert von 5.6 Litern auf 100 Kilometern, den Hyundai angibt. Die 6,8 Liter, die wir unserer zweiwöchigen Testwagenphase verbrauchten, sind in Anbetracht unserer zügigen Fahrweise und dem Leergewicht von über 1,8 Tonnen adäquat. Wir sind auch sicher, dass mancher Zeitgenosse den Herstellerwert problemlos erreicht.

Ausstattung und Sicherheitskonzepte

Der neue Tucson startet in der Version Pure mit 110 kW (150 PS) aus dem 1,6-Liter-Turbobenziner bei 26.800 Euro. Die beiden Spitzenmodelle sind entweder mit Front- oder Allradantrieb zu bestellen und liegen zwischen 36.900 Euro (Select) und 45.400 Euro (Prime). Dazwischen tummeln sich 48-Volt-Varianten zwei Dieselmodelle. Neben den bereits erwähnten Ausstattungslinien liegt die faktisch mittlere Version Trend. Denn der Pure steht nur wie geschrien zur Wahl.

Die Aufzählung sämtlicher Ausstattungsdetails können wir uns sparen. Wie bei Hyundai üblich, ist bereits im Style der Tempomat, eine Zweizonen-Klimaautomatik, eine Rückfahrkamera plus Einparkhilfe hinten und der Regensensor an Bord. Unser Prime rollte auf 19-Zöllern vor, verfügte über eine Dreizonenklimaautomatik, ein Soundsystem von Krell sowie der Insassenalarm, den wir zusammen mit unserer Akitahündin Yuki ausprobierten.

Wurde der Tucson Hybrid von uns rangiert, warnte er, von uns nicht hörbar, die umstehenden Passanten. Eine gute Idee, denn dieser Vorgang geschieht oftmals nur im Elektromodus. Die Vielzahl weiterer Assistenzsysteme reicht unter anderem vom Autobahnassistenten, über Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsassistenten und den Tote-Winkel- und Spurhalteassistenten bis zur radarbasierten navigationsbasierten adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage.

Fazit

Das Spitzenmodell der Baureihe hinterlässt auch in der Praxis Spitzenwerte. Der harmonische und gleichzeitig kraftvolle Antrieb sowie die glanzvolle Optik und die gute Verarbeitung hinterließen einen sehr guten Eindruck. Das Preis- Leistungsverhältnis ist vor allem im Blick auf so manche Premiumhersteller ausgesprochen gut. Dazu kommt die breite Angebotspalette vom Benziner über den Diesel und den 48-Volt-Versionen bis hin zum Hybrid und dem Plug-in-Hybrid. Der Erfolg mit dem kompakten SUV wird der Marke wohl treu bleiben.

Hyundai Tucson Hybrid 1.6 T-GDi Hybrid Prime 4WD

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Hyundai Tucson Hybrid 1.6 T-GDi Hybrid Prime 4WD

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner plus E-Motor

Getriebe: Sechsgang-Automatikgetriebe

Hubraum in ccm: 1.598

Leistung Verbrenner bei U/min in kW (PS): 132 (180)/5.500

Leistung E-Motor in kW (PS): 44,2 (60 PS)

Systemleistung in kW (PS): 169 (230)

Maximales Drehmoment Verbrenner  in Nm bei U/min: 265/1.500 – 4.500

Maximales Drehmoment E-Motor in Nm bei U/min: 264/1.600

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 8,0

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 193

Tankinhalt: 52 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert (WLTP): 5,6 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km (WLTP):  149

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.500/1.865/1.650

Radstand in mm: 2.680

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.830

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.245

Kofferrauminhalt in l: 616 – 1.795

Bereifung: 235/50 R19

Felgen: 7,5 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 45.400

Dietmar Stanka
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