Wir mögen den Jaguar XE. Nun noch ein bisschen mehr. Denn mit dem dezenten Facelift hat die schicke Limousine weiter gewonnen.

Tja, die Limousinen haben es schwer bei uns in Deutschland. Kombis sind angesagt, noch viel beliebter sind alle Sorten von SUV. Wir geben aber nicht auf und berichten weiter über diese Art von Automobilen.

Außen weniger, innen mehr

Die leicht geänderte Frontpartie und die schmaler gewordenen Scheinwerfer sind die augenfälligsten Merkmale des Facelifts. Am Heck wurde der Stoßfänger überarbeitet und rundum wird serienmäßig mit LED geleuchtet.

Im Interieur fällt sofort der Wegfall des Drehschalters zugunsten des aus dem F-Type bekannten klassischen Schalthebels auf. Beibehalten wurde die für Jaguar-Limousinen typische Riva-Spange, die das Armaturenbrett von der Frontscheibe abgrenzt.

Übersichtlicher wurden dagegen das Cockpit und die Anzeigen gestaltet. Eine bessere Übersicht und ein Touch mehr an Ergonomie machen die Bedienung einfacher. Durchaus praktisch sind die Änderungen der Türverkleidungen zu nennen. Sie bieten nun mehr Platz für größere Getränkeflaschen und der nach oben gezogene und angewinkelte Türinnengriff erleichtert das Zuziehen deutlich.

Für eine optimierte Sicht nach hinten, hat Jaguar dem neuen XE den ClearSight-Innenspiegel spendiert. Über die in der Dachantenne integrierte Kamera wird der Blickwinkel um 50 Prozent erweitert und das Bild im rahmenlosen Spiegelgehäuse in HD-Qualität angezeigt.

250 Pferde für den Jaguar XE

Der Jaguar XE wird ausschließlich mit vier Zylindern angeboten. Die sogenannten Ingenium-Triebwerke sind als Benziner und Diesel erhältlich und zwischen 180 und 300 PS. Letztgenanntes Triebwerk testeten wir im XE 30t 2018. Die Typbezeichnung lautet nur P300 AWD.

Für unsere Testfahrten mit dem neuen Modell haben wir uns den 184 kW (250 PS) starken P250 ausgesucht. Mittendrin im Leistungsspektrum wird dieses Triebwerk ausschließlich mit dem klassischen Hinterradantrieb angeboten.

Für unsere Testfahrten mit dem neuen Modell haben wir uns den 184 kW (250 PS) starken P250 ausgesucht. Mittendrin im Leistungsspektrum wird dieses Triebwerk ausschließlich mit dem klassischen Hinterradantrieb angeboten. Für den Diesel ist der Allradantrieb für einen Aufpreis von 2.250 Euro bestellbar.

Zurück zu unseren Fahreindrücken mit dem XE P250. Die 1,6 Tonnen die der zu 75 Prozent aus Aluminium bestehenden Karosserie zu verdanken sind, werden von dem kräftigen Triebwerk in jeder Fahrsituation in feinster Art und Weise bewegt.

Die Agilität der Raubkatze ist fein dosiert, die Fahreigenschaften harmonieren in einer breiten Spanne von luxuriös bis hin zu einer sportlichen Dynamik. Wer mag, kann über die Schaltpaddels am Lenkrad in die bestens abgestimmte Achtgang-Automatik von ZF manuell eingreifen.

Für noch mehr Performance kann das Fahrdynamik-Paket für 1.815 Euro geordert werden. Dieses enthält das adaptive Fahrwerk, rot lackierte Bremssättel, vergrößerte vordere Bremsscheiben und einen Heckspoiler.

Ausstattungsfeatures

Neben dem von uns gefahrenen Jaguar XE P250 in der sportlichen Version R-Dynamic ist das Modell auch unter der ausschließlichen Bezeichnung XE zu bekommen. Beiden Varianten ist gemein, dass es zudem die Linien S, SE und HSE wählbar sind.

Bereits in der Basisversion S sind 18-Zöller aus Leichtmetall, 14-fach verstellbare Ledersitze, LED-Hauptscheinwerfer, die Rückfahrkamera, der Spurhalte-Assistent, Bluetooth, eine Zweizonen-Klimaautomatik sowie das Digitalradio DAB+ enthalten.

Der günstigste Einstieg beginnt mit dem Diesel bei 43.690 Euro und endet mit dem P300 AWD als R-Dynamic HSE bei 60.640 Euro. Neben dem bereits erwähnten Fahrdynamik Paket wird für den S und den SE das im HSE serienmäßige Fahrassistenz-Paket mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelung, Notfall-Bremsassistenten, Toter-Winkel-Warner und Kollisionswarner für Rückwärtsfahrten für 1.300 Euro angeboten.

Fazit

Der Jaguar XE ist und bleibt einer unserer wenigen Lieblinge bei den sportlichen Limousinen. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Motoren relativ sparsam und in erster Linie kräftig. Wer wirklich preiswert unterwegs sein will, dem sei der 180- PS-Diesel empfohlen. Werte unter deutlich 6 Litern auf 100 Kilometer sind mit diesem Triebwerk locker erreichbar. Besonders angetan hat uns die Version R-Dynamic, die den XE noch dynamischer wirken lässt.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Jaguar XE P250 R-Dynamic SE

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 1.997

Leistung in kW (PS) bei U/min: 184 (250)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 365/1.300 – 4.500

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 6,5

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 250

Tankinhalt in l: 63

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,0

CO2-Emission kombiniert in g/km: 160

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.678/1.967/1.416

Radstand in mm: 2.835

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.611

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.210

Kofferrauminhalt in l: 439

Bereifung: 225/45 R19 vorne, 255/35 R19 hinten (Sonderausstattung)

Felgen: 8 x 18″vorne, 8,5 x 19″ hinten Leichtmetall (Sonderausstattung)

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 50.200

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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