Steckbrief Jaguar XF Sportbrake

Ob Deutschlands Autofahrer je wieder die Limousine in ihr Herz schließen, darf bezweifelt werden. Als ich am frühen Morgen zum Münchner Flughafen unterwegs war, um in Frankfurt meinen Fahrtermin mit dem neuen Jaguar XF Sportbrake wahrzunehmen, war ich von Kombis aller Klassen umzingelt. Deshalb ist auch klar, dass die Briten den attraktiven XF wieder mit einem großen Gepäckabteil anbieten.

Der Sportbrake

Schick ist er geworden. Der Jaguar XF Sportbrake hat auch als Kombi nichts von seiner Strahlkraft und Eigenständigkeit verloren. Im Interieur ist alles wie bei der Limousine, das Exterieur wurde entsprechend erhöht und erweitert. Unter der Heckklappe ist reichlich Volumen vorhanden. 565 Liter sind es regulär, 1.700 Liter werden es, wenn die Rückbank umgeklappt wird.

Betrachtet man den neuen Jaguar XF Sportbrake von außen, erkennt man ab der B-Säule die Dachlinie die einen Kombi ausmacht. Die Eleganz der Limousine wurde eins zu eins fortgesetzt und durch den praktischen Nutzen erweitert. Die serienmäßige automatische Niveauregulierung mit Luftfederung an der Hinterachse sorgt zudem für einen waagrecht liegenden Aufbau.

Die Motoren für den Jaguar XF Sportbrake

Das Triebwerksportfolio des neuen Jaguar XF Sportbrake ist dem der Limousine nahezu gleich. Es reicht vom besonders sparsamen 2-Liter-Diesel E-Performance mit 120 kW (163 PS) bis hin 30d mit 221 kW (300 PS). Einziger Benziner ist der 25t mit 184 kW (250 PS). Im Lauf des kommenden Jahres wird der 30t mit 221 kW (300 PS) in den Markt eingeführt.

Grundsätzlich wird der XF mit Hinterradantrieb ausgeliefert. Die klassische Antriebsart von Fahrzeugen dieser Klasse kann bei der Version 20d für einen Aufpreis von 2.600 Euro mit einem Allradantrieb aufgewertet werden. Der 25d ist serienmäßig als Allradler unterwegs.

Bis auf den E-Performance sind alle Motorvarianten serienmäßig mit der von ZF stammenden Achtgang-Automatik ausgestattet. Für 2.500 Euro mehr kommt auch dieses Modell in den Genuss des hervorragend abgestimmten automatischen Schaltwerks.

Die Ausfahrt mit dem Jaguar XF Sportbrake 25t

Warum nicht mal wieder einen Benziner in diesem Segment fahren? Das ja in Deutschland eindeutig von Selbstzündern beherrscht wird. Aber den neuen 2-Liter-Turbo wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der neue 2-Liter Single Twin-Scroll-Turbolader erzielt sein maximales Drehmoment von 365 Nm auf einer Plattform von 1.200 bis 4.500 Umdrehungen pro Minute.

Obwohl mehr als 1,7 Tonnen schwer, beschleunigt der Jaguar XF Sportbrake in nur 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht spielend eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h. Perfekt für eine heiße Kurvenhatz durch den oben am Feldberg eingeschneiten Taunus?

Na klar, wären da nicht die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen, die mich immer wieder eingebremst haben. Dennoch präsentierte sich das Verhalten des auf der Hinterachse angetriebenen Jaguar XF Sportbrake 25t mit Bravour.

Auf den teilweise noch feuchten Streckenabschnitten kam auch mal das Heck in eine leicht übersteuernde Phase und wurde ratzfatz wieder von der elektronischen Stabilitätskontrolle eingefangen. Hätte ich also gedurft, wie ich gerne gewollt hätte, dann wäre die Quertreiberei möglicherweise breit grinsend uferlos ausgeweitet worden.

Die Ausstattung

Pure, Prestige, Portfolio, R-Sport, S und First Edition stehen für den neuen Jaguar XF Sportbrake zur Wahl. Der günstigste Vertreter ist der handgeschaltete E-Performance als Pure für 43.960 Euro. Die Spitze markiert die First Edition, die es genau wie den S ausschließlich als 30d gibt, mit 75.970 Euro.

Der von mir gefahrene 25t kommt als R-Sport auf einen Preis von 56.060 Euro. In Anbetracht der umfangreichen Ausstattung, dem kraftvollen Motor und dem herausragenden Fahrwerk steht dieser Jaguar im Vergleich zu den Mitbewerbern am unteren Ende der Preisliste.

Fazit

Ja, so finden wir Kombis als bekennende Fans von Limousinen auch schick. Der Jaguar XF Sportbrake setzt die Eleganz nahtlos fort und bietet dazu reichlich an Stauraum. Dazu kommen die durchwegs sparsamen und kräftigen Motoren, das in der Klasse nicht selbstverständliche luftgefederte Fahrwerk und die umfangreiche Ausstattung.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Jaguar XF Sportbrake 25t R-Sport

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 1.997

Leistung in kW (PS) bei U/min: 182 (250)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 365/1.200 – 4.500

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 7,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 241

Tankinhalt in l: 74

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,8

CO2-Emission kombiniert in g/km: 155

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.955/1.987/1.496

Radstand in mm: 2.960

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.760

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.310

Kofferrauminhalt in l: 565 – 1.700

Bereifung: 245/45 R18

Felgen: 8 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 56.060

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka