Steckbrief Kia Niro Plug-in Hybrid

Mit dem Kia Niro Plug-in Hybrid ist seit dem Herbst 2017 das zweite Derivat dieser Crossover-Baureihe auf dem Markt. Bereits ein Jahr vorher wurde der klassische Hybrid auf den Markt gebracht und in Kürze wird uns ein rein elektrischer Niro beglücken. Für jeden etwas also, wenn man denn Elektromobilität bevorzugt.

Der Pragmatiker

Kia hat ein gutes Package zusammengestellt. 4,35 Meter Länge und 2,70 Meter Radstand sind nur durch kurze Überhänge zu schaffen. Garniert mit dem Tigernase genannten Kühlergrill, einer gedrungenen und breiten Karosse, steht der Kia Niro Plug-in Hybrid wie ein kleiner Kraftprotz auf seinen Rädern.

Der lange Radstand kommt eins zu eins den Passagieren zugute. Viel Schulterfreiheit vorne, angenehme Freiheiten auch für längere Beine auf der Rückbank und trotz größerer Batterie immerhin noch ein Ladevolumen von 324 Litern.

Das Cockpit ist aufgeräumt und ergonomisch ohne stundenlanges Wälzen der Betriebsanleitung zu bedienen. Je nach Ausstattungslinie sind Audio, Navigation sowie weitere Einstellungen entweder über einen 5-, 7,- oder 8-Zoll-Bildschirm steuerbar.

Der Vortrieb im Kia Niro Plug-in Hybrid

Allrad wird für den Kia Niro Plug-in Hybrid nicht angeboten. Dabei wären doch die beiden Antriebssysteme für solch ein System prädestiniert. Nun gut, die Systemleistung 103,6 kW (141 PS) zerrt nicht mit allzu großer Wucht an den Vorderrädern. Dennoch wäre es ein Sicherheitsgewinn, den Benziner mit 105 PS die Vorderachse und den Elektromotor mit 60,5 PS die Hinterachse antreiben zu lassen.

Verlieren wir uns nicht weiter in Spekulationen, sondern sehen uns den Kia Plug-in Hybrid und die Versprechungen des Herstellers genauer an. Eines vorneweg. Plug-in bedeutet, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um die Batterie extern aufzuladen. Ob zuhause, im Büro oder bei einem öffentlichen Anbieter ist vollkommen egal. Wer aber nicht regelmäßig mindestens einmal am Tag eine Ladestation zur Verfügung hat, sollte sich lieber einen klassischen Hybrid zulegen.

Der Verbrauch ist abhängig von der Jahreszeit

Es sollte keine Rolle spielen, in welcher Jahreszeit ein Auto getestet wird. Wir hatten den Kia Niro Plug-in Hybrid Anfang Februar zur Verfügung, was kalte Temperaturen zur Folge hatte. So sprang nach dem Kaltstart und der kühlen Witterung erforderlichen Verbraucher wie der Innenraum-, Sitz- und Lenkradheizung trotz voller Batterie grundsätzlich der Verbrennungsmotor an.

Trotz dieser zusätzlichen Kraftquelle schaffte es unser Kia Niro Plug-in Hybrid nicht vor 10 Minuten Fahrzeit oder gut 8 Kilometern Wegstrecke den Innenraum aufzuwärmen. Der Verbrauch bei solch einer Fahrt durch städtische Randgebiete pendelte sich zwischen 4 und 5 Litern ein. Was dem Plug-in also fehlt, ist ein elektrischer Vorheizer. Deshalb unsere Bitte in Richtung Kia: baut schnellstmöglich so ein Teil ein!

Anders sah dieser Wert mit leerer Batterie aus. Dann flossen mehr als 5 Liter durch die Einspritzdüsen. Waren die Temperaturen im Innenraum angenehm, die Batterie voll und die Geschwindigkeit niedriger als 120 km/h, sank der Verbrauch deutlich bis unter 2 Liter. Je nach Leistungsabforderung erreichten wir bei Fahrten mit voller Batterie tatsächliche elektrische Reichweiten von knapp 40 Kilometern. Unterm Strich lag der Durchschnittsverbrauch unseres Testwagens nach gut 1.000 Kilometern bei 4,4 Litern.

Ausstattungsumfang

Mit der Edition 7 und den Versionen Vision und Spirit ist der Kia Niro Plug-in Hybrid für 32.350, 35.550 bzw. 38.050 Euro zu erwerben. Damit ist er rund 7.000 Euro als sein Hybrid-Brüderchen. Wird die Förderung von 3.000 Euro und die bessere Ausstattung mit einem Wert von etwa 1.000 Euro abgezogen, sind immer noch 3.000 Euro mehr zu bezahlen.

Wie üblich, ist auch der Kia Niro Plug-in Hybrid bereits in der Basis gut ausgestattet. Unter anderem mit einer Zweizonen-Klimaautomatik, Nebelscheinwerfern, Bluetooth sowie Lederlenkrad mit Multifunktion und 16 Zoll großen Leichtmetallfelgen.

Mit dem Vision kommt das Navi hinzu, das in diesem Fall auf einem 7 Zoll großen Touchscreen zu sehen ist.  Warum aber das Digitalradio DAB+ erst im deutlich teureren Spirit serienmäßig ist, entschließt sich uns ganz und gar. Vor allem, weil Kia sonst sehr großzügig mit solchen Features ist.

Fazit

Der Kia Niro Plug-in Hybrid verträgt von seinem Fahrwerk her betrachtet, locker die doppelte Leistung. Das große Ladevolumen und viel Platz auf der Rückbank sind für den Sportler wie für Familien gleichermaßen perfekt. Dennoch muss klar sein, dass man einen Plug-in Hybriden immer von außen laden muss, damit man möglichst effizient fährt. Unsere Empfehlung lautet daher, sich den Kia Niro Hybrid näher anzusehen.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Kia Niro Plug-in Hybrid Vision

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 1.580

Leistung in kW (PS) bei U/min: 77 (105)/5.700

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 147/4.000

Leistung Elektromotor in kW (PS) bei U/min: 44,5 (60,5)1.798-2.500

Maximales Drehmoment E-Motor in Nm bei U/min: 170/0-1.798

Systemleistung in kW (PS) 103 (141)

Nenndrehmoment Systemleistung in Nm: 265

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 10,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 172

Tankinhalt: 43 l

Batteriekapazität in kWh: 8,9

Ladedauer an AC 2,3 kW: 135 min

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 1,3 l auf 100 km

Stromverbrauch: 9,8 kWh auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 29

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.355/1.805/1.535

Radstand in mm: 2.700

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.651

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.000

Kofferrauminhalt in l: 324 – 1.322

Bereifung: 205/60 R 16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 35.550 Euro

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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