Steckbrief Kia Soul EV

Es ist ein Kreuz mit den Elektroautos. Entweder können sie richtig weit fahren und sind dabei unglaublich teuer wie beispielsweise ein Tesla Model S. Oder sind so gut wie nicht verfügbar wie ein Opel Ampera-e oder sie heißen Kia Soul EV und sind relativ preiswert und schnell zu bekommen.

Der Kubus

Für mich war der kubisch geformte Soul schon seit seiner Markteinführung 2014 der spezielle Tipp bei den E-Autos. Mit der erweiterten Reichweite auf nun 250 Kilometer und dem Quäntchen mehr an Leistung ist der eigenwillige Koreaner mit einem Einstandspreis von 29.490 Euro ein guter Deal. Von dem ja zudem 4.000 an Förderprämie abgezogen werden. Verglichen mit dem 128 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit Automatikgetriebe, der 26.490 Euro kostet, wirklich günstig zu nennen.

Allein schon deshalb weil Kia für das Plug genannte “Basismodell”  ein fettes Päckchen an Ausstattungsdetails spendiert hat. Dazu gehören unter anderem 16 Zoll große Leichtmetallfelgen mit rollwiderstandsoptimierten Michelin-Reifen. Ein acht Zoll großer Touchscreen mit Navigationseinheit sowie für ein E-Auto spezifische Funktionen wie Ladestationen und Programmierfunktionen für die serienmäßige Klimaautomatik und den Ladevorgang.

Sowie auch Bluetooth, DAB+, eine Rückfahrkamera, Sitzheizung vorne und schlüsselosen Zugang. Wer 31.390 Euro ausgeben möchte, trifft mit dem Play die richtige Wahl. Diese Version des Kia Soul EV schmeißt zu der reichhaltigen Ausstattung des Plug Nebelscheinwerfer, den automatisch abblendenden Innenspiegel, eine Batterieheizung sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel mit.

Neben dem klassischen Typ-1-Stecker an der Fahrzeugfront ist zusätzlich ein CHAdeMO-Stecker für die Schnellladung intergriert. Ein weiterer Energievorteil ist die integrierte Wärmepumpe, die die Abwärme der Batterie der Klimaanlage zur Schonung für die Batterie nutzt.

Der Flitzer

Dass ein elektrisch betriebenes Fahrzeug immer mehr wiegt als ein Automobil mit konventionellen Triebwerken liegt am Gewicht der Batterien. Deshalb bringt der Kia Soul EV rund 1,6 Tonnen auf die Waage. Mit seiner Leistung von 81 kW (110 PS) flitzt er trotz des Mehr an Pfunden in 11,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 145 km/h eingebremst.

Mit seiner Agilität, der Wendekreis beträgt 10,60 Meter und seiner Länge von 4,14 Metern empfiehlt sich der Kia Soul EV als das perfekte Automobil für die urbanen und suburbanen Bereiche. Dennoch gibt es Einschränkungen. Wer keine Möglichkeit hat, entweder zuhause oder am Arbeitplatz zu laden, sollte besser die Finger von einem E-Auto lassen.

Sich auf öffentliche Ladestationen zu verlassen, ist nur dann sinnvoll, wenn diese in unmittelbarer Nähe der Wohnung oder der Arbeitsstelle liegen. Aber auch dann müssen diese bei Bedarf nicht frei verfügbar sein. Zudem gilt die eiserne Regel, ein Elektroauto bei jeder sich gebenden Gelegenheit zu laden. Beipielsweise auf einem Aldi-Parkplatz während des halbstündigen Einkaufs.

Bei meiner Ausfahrt südlich von Frankfurt Mitte August 2017 wies der Bordcomputer eine Reichweite von 184 Kilometern aus. Auf meiner rund 20 Kilometer langen Testrunde hatte ich die Klimaautomatik an und musste zudem noch wegen Filmaufnahmen rangieren. Trotzdem kam ich nach meiner ersten Rundfahrt mit einer Restreichweite von 172 Kilometer an. Kia scheint also sehr konservativ zu rechnen, was definitiv zur Beruhigung beiträgt.

Ein paar wesentliche Einsparpotentiale seien noch erwähnt. Der Kia Soul EV verfügt über eine reine Fahrerplatz-Klimatisierung. Die Beifahrerseite ausgespart, sodass beim Alleinfahren keine unnötige Energie verblasen wird. Zudem kann der E-Soul eine halbe Stunde vor dem Start auf die gewünschte Temperatur gebracht werden. Im Sommer steigt man dann in ein kühles Auto ein, im Winter ist es gleich kuschelig warm. Das geschieht noch in der Zeit, in der das Auto an der Steckdose hängt.

Fazit

Der Kia Soul EV war seit 2014 unser Favorit bei den kompakten Elektroautos. Mit der Leistungsteigerung und einer sehr guten Ausstattung hat er diese Rolle sogar noch ausgebaut. Zudem ist er mit seiner kantigen Karosse ein echter Hingucker und spielt damit seine Eigenständigkeit voll aus.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Kia Soul EV Play

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor:  Elektro-Motor

Getriebe: Reduktionsgetriebe

Leistung in kW (PS) bei U/min: 81 (110)/2.730–8.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 285/ 0–2.730

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 11,3

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 145

Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 14,3

Reichweite nach NEFZ in km: 250

Batterie und Laden

Batterietyp: Lithium-Ionen-Polymer

Energie in kWh: 30

Anzahl Zellen/Module: 200/8

Nennspannung AC/DC in V: 375

Gewicht der Batterie in kg: 290

Ladedauer 0 auf 100 % in h:min

230-Volt-Haushaltsteckdose mit serienmäßigem Ladekabel: 20:00

6,6-kW-Ladestation (230 V): 5:30 bis 6:00

Ladedauer 0 auf 80 % in h:min

50-kW-Gleichstromladestation bis zu 500 V: 0:33

 

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.140/1.800/1.593

Radstand in mm: 2.570

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.638

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.960

Kofferrauminhalt in l: 281 – 891

Bereifung: 205/60 R 16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 31.390 Euro

In Deutschland aktuell abzüglich 4000 Euro Elektroautoförderung

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka