Die Zeiten eines Freelander sind lange vorüber. Heutzutage ist der Land Rover Discovery Sport mit einer Länge von 4,60 Metern der kleinste Landy.

Dazu aber fast so vielseitig wie der seit 30 Jahren auf dem Markt befindliche Discovery. Die Anklänge des Designs und der Vielseitigkeit hin zum großen Bruder sind unübersehbar. Das zeigt sich unter anderem an der schalenförmigen Motorhaube, der ansteigenden Gürtellinie und dem sich nach hinten verjüngendem Heck.

Einfach mehr Auto

Mit bis zu 24 möglichen Sitzkonfigurationen, was bis zu sieben Sitze und eine im Verhältnis 40:20:40 teilbare Rückbank beinhaltet, zeigt der neue Land Rover Discovery Sport einen Teil seiner Vielseitigkeit. Dazu kommen großzügig dimensionierte Ablagefächer in den Türen bis hin zu einem bis zu 7,3 Liter fassenden Faches in der Mittelkonsole zwischen Fahrer und Beifahrer.

Da die zweite Sitzreihe in der Längsachse verschiebbar ist, entsteht eine Beinfreiheit von bis zu 969 Millimetern. Dazu kommen 984 Millimeter Kopffreiheit in der zweiten und immer noch 8575 Millimeter in der optionalen dritten Reihe. Die traditionelle Stufe der Discovery Familie im Dach macht es möglich. Eine Besonderheit stellt der serienmäßige Fußgänger-Airbag dar, der Verletzungen bei einer Kollision deutlich mindern kann

Triebwerke des Land Rover Discovery Sport

Der Einstieg in die Welt des Land Rover Discovery beginnt mit dem 110 kW (150 PS) leistenden 2-Liter-Diesel, der mit Frontantrieb und manueller Sechsgang-Schaltung bei 37.050 Euro startet. 5.100 Euro teurer ist das Modell mit Allrad, Neungang-Automatik und der gleichen Leistungsausbeute. Ebenfalls mit 2 Litern Hubraum rollen die 132 kW (180 PS) und 177 kW (240 PS) starken Selbstzünder vor.

Zwei Benziner ergänzen für den Moment das Angebot. Der P200 AWD mit 147 kW (200 PS) und der P250 AWD mit 184 kW (249 PS). Sämtliche Motoren sind mit dem 48-Volt Mild-Hybrid-System MHEV ausgestattet. Die mittels Bremsen oder Gaswegnahme gewonnene Energie wird in einem Akku gespeichert und steht beim Beschleunigen wieder zur Verfügung.

Zusätzlich wird bei einer Geschwindigkeit von weniger als 17 km/h und gleichzeitiger Betätigung des Bremspedals der Motor ausgeschaltet. Das spart vor allem im Stopp-and-Go-Verkehr Benzin und verhindert den sinnlosen Ausstoß von Schadstoffen.

In wenigen Monaten soll die Motoren-Palette mit einem neu entwickelten Plug-in Hybriden mit einem Dreizylinder-Benziner und Elektromotor erweitert werden. Über die Leistung und sonstige Eigenschaften schwiegen sich die Mitarbeiter des britischen Unternehmens bei unserem Fahrtermin Mitte September 2019 noch aus.

Fahrverhalten

Der Tag begann morgens kurz nach acht Uhr mit einem Trip vom Hotel Florida oberhalb von Barcelona mit einer Fahrt über Landstraßen und Autobahnen in Richtung Andorra. Unser erster Testwagen war ein D240 in der R-Dynamic Ausstattung. Mehr als 2 Tonnen Leergewicht sowie zwei Insassen und ein wenig Gepäck waren keine große Herausforderung für das Triebwerk mit 500 Nm an Drehmoment.

Allerdings können wir uns vorstellen, dass bei der Nutzung der vollen Anhängelast von 2,5 Tonnen und mehr Passagieren an Bord, das große Schnaufen beginnt. Für mehr Souveränität könnte der 3-Liter-Diesel-V6 sorgen, der aber leider keinen Einzug in den Land Rover Discovery Sport halten wird.

Nach gut 200 Kilometern erreichten wir Les Comes. Ein riesiges und frei zugängliches Offroad-Gelände. Dort spielte der Disco Sport seine Stärken mit Leichtigkeit aus. Das neue und für alle AWD-Modelle serienmäßige Terrain Response 2 ist herausragend konzipiert und unterstützt den Fahrzeuglenker mit verschiedenen Modi, die je nach Untergrund mit dem Drehschalter angewählt werden.

Zusätzlich sorgen die Kamerabilder des Clear Sight Ground View für eine sichere Fahrt in unbekanntem Gelände. Die Motorhaube wird sozusagen durchsichtig und ermöglicht einen 180-Grad-Blick unter den Vorderwagen.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem P250 AWD in der SE-Ausstattung zurück in Richtung Barcelona. Natürlich mit einer weiteren Runde durch das Gelände. Wir probierten die vor vielen Jahren von Land Rover entwickelte Hill Descent Control (Bergabfahrhilfe) ebenso aus, wie die Offroad-Geschwindigkeitsregelanlage. Diese funktioniert analog wie die klassische Geschwindigkeitsregelung, ist aber für deutlich niedrigere Kriechgeschwindigkeiten entwickelt.

Am Flughafen endeten unsere ersten Testfahrten mit den neuen Land Rover Discovery Sport. Überzeugt haben uns bei beiden Modellen die hohe Laufruhe, der gute Verarbeitungskomfort sowie die Übersichtlichkeit und die Fahreigenschaften.

Ausstattungsversionen

Sport, S, SE und HSE, dazu kommen die R-Dynamic Versionen mit den gleichen Typenbezeichnungen. Die Preisrange reicht von 37.050 bis 63.650 Euro. Da muss aber noch lange nicht Schluss sein. Schließlich ist die Preisliste insgesamt 66 Seiten lang und darin locken viel Versuchungen, den Preis auf locker über 80.000 Euro zu treiben.

Die Basisausstattung umfasst sinnvolle Features wie Bluetooth, eine Zweizonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Einparkhilfe vorne und hinten inklusive Rückfahrkamera, den Notfall-Bremsassistenten sowie die Berganfahr- und die Bergabfahrhilfe. Gleiches gilt für den adaptiven Geschwindigkeitsassistenten, der teilautonomes Fahren ermöglicht.

Das Navi ist inklusive des 12,3 Zoll großen TFT-Instrumentendisplays ab der Version SE serienmäßig an Bord. Der mittige Touchscreen mit einer Diagonale von 10 Zoll ist in allen Varianten Serie. Sinnvoll ist die Investition in den erweiterten Anhängerassistenten, mit dem jeder Trailer problemlos rangiert werden kann.

Fazit

Es klingt bei den Preisen, die je nach Trimlevel und Ausstattungsoptionen 60.000 Euro deutlich überschreiten können, seltsam. Dennoch ist der Land Rover Discovery Sport die günstigste Art, einen britischen Geländewagen zu fahren. Warum wir ihn nicht profan als SUV bezeichnen? Das liegt alleine schon wegen der Offroad-Eigenschaften auf der Hand. Zudem ist der Disco Sport ein Automobil mit vielen Facetten und Einsatzmöglichkeiten. Ein echter Tausendsassa, der mit einer üppigen Serienausstattung überzeugt.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Land Rover Discovery Sport D240 MHEV AWD R-Dynamic S

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Neungang-Automatikgetriebe

Hubraum in ccm: 1.998

Leistung in kW(PS) bei U/min: 177 (240)/4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 500/1.500 – 3.000

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,7

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 220

Tankinhalt: 65 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l auf 100 km: 6,5

CO2-Emission kombiniert in g/km: 170

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.597/2.069/1.727

Radstand in mm: 2.741

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.934

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.640

Kofferrauminhalt in l: 963 – 1.574

Bereifung: 235/60 R18

Felgen: 8 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 55.300

 

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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