Ja, der Diesel lebt und ist sauber wie nie zuvor. Auch Land Rover setzt weiter auf den Selbstzünder, der mit modernster Abgasreinigung bis zu 225 kW (306 PS) leistet.

Wer nicht so viel Leistung benötigt, aber trotzdem nicht auf den seidenweichen Antrieb des V6 Twinturbo-Diesel verzichten möchte, kann sich entweder für 183 kW (249 PS) oder 202 kW (275 PS) entscheiden. Je nach Ausführung und Modell, sind diese Triebwerke für den von uns gefahrenen Land Rover Discovery, den Range Rover Velar, den Range Rover Sport und den Range Rover zu bekommen.

Effizient und bullenstark

Das Drehmoment sämtlicher V6-Twinturbo-Diesel ist äußerst beeindruckend und erstreckt sich von 600 über 625 bis hin zu 700 Nm. Modernste Technik, wie das Piezo-Common-Rail-System mit einem Einspritzdruck von 200 bar, das zweistufige und damit parallel-sequenzielle Turboladersystem mit Keramik-Kugellager sowie sauberer SCR-Abgasnachbehandlung sorgen für höchste Effizienz.

Wir haben uns für eine Ausfahrt im Rheingau den Land Rover Discovery ausgesucht. Natürlich mit dem stärksten Triebwerk. Weil wenn schon Fahrdynamik, dann mit der nötigen Kraft unterm Hintern.

Wie bei Land Rover üblich, sind die starken Triebwerke an eine Achtgang-Automatik gekoppelt. Diese schaltet entweder komplett ohne manuellen Zugriff oder aber auch über die Paddels am Lenkrad. Bereits die erste Beschleunigung auf einer freien Landstraße zeigte uns, den unbändige Leistungswillen dieses Triebwerks.

Profane Dinge, wie die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h legt der Land Rover Discovery in Windeseile, gemessen in 7,5 Sekunden zurück. Vehement in die luxuriös gepolsterten Sitze gepresst, sausen wir durch die karge Landschaft der Weinreben des sich zu Ende neigenden Monats Januar.

Aufpassen müssen wir, damit wir nicht zu sehr am Gas stehen. Der Vorwärtsdrang des Disco der vierten Generation scheint ungehemmt und das Flensburger Punktekonto soll rein bleiben. Auch das herausragende. weil luftgefederte Fahrwerk stimmt sich auf den möglichen Geschwindigkeitsrausch ein. Ein solch mächtiger Geländewagen und eine Fahrdynamik, die den Raubkatzen aus dem gleichen Stall nahekommt, ist in freier Wildbahn recht selten anzutreffen.

Ausstattung und Kosten des V6-Twinturbo-Diesel

Land Rover startet seine Preisliste für den Land Rover Discovery V6-Twinturbo-Diesel in der Ausführung SE bei 67.200 Euro. Der HSE kostet bereits 76.400 Euro, der HSE Luxury 84.000 Euro. Allen gemein ist die Achtgang-Automatik, die Hill Descent Control, oder auch Bergabfahrhilfe sowie das Allrad-System Terrain Response mit fünf Modi und eine zweistufige Straßen-/Geländeuntersetzung.

Fazit

Der Diesel lebt. Bei all der Elektrifizierung geht eben nichts über einen wirklich effizienten und kraftvollen Antrieb, der WLTP-zertifiziert ist und zudem die ab September 2019 geltende Euro 6d-Temp-Norm tadellos erfüllt. Es wäre nun noch schön zu beobachten, dass auch die verantwortlichen Politiker von ihrem entweder/oder ein sowohl als auch in ihr Denken aufnehmen würden. Zu hoffen wäre es, denn die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Land Rover Discovery V6 Twinturbo-Diesel HSE

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 6-Zylinder-Diesel

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 2.993

Leistung in kW(PS) bei U/min: 225 (306)/3.750

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 700/1.500 bis 1.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,5

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 209

Tankinhalt: 85 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert auf 100 km in l: 7,7

CO2-Emission kombiniert in g/km: 202

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.970/2.073/1.846

Radstand in mm: 2.923

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.311

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.240

Kofferrauminhalt: 258 – 2.500 l

Bereifung: 255/55 R 20

Felgen: 8,5 x 20″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 76.400 Euro

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka