Mit dem Mercedes-Benz A 250 e haben die Stuttgarter ihren ersten kompakten Plug-in Hybrid im Portfolio.

Die Strategie ist eine klare Ausrichtung hin zur Elektromobilität unter dem Label EQ Power. Mit der A-Klasse startet das umfangreiche Portfolio dieses Segments. Durch die Systemleistung von 160 kW (218 PS) hat der A 250 e ordentlich viel Kraft unter der Haube.

Die neue A-Klasse

Das Angebot in dieser Baureihe ist groß. Es reicht vom A 180 d mit 85 kW (116 PS) bis hoch zum AMG A 45 S mit 310 kW (421 PS). Dazu wird die A-Klasse weiterhin als Fünftürer und als klassische Limousine angeboten. Die Formen wurden nicht verändert, die Aerodynamik einmal mehr verbessert.

Der Fünftürer mit Schrägheck kommt nun auf einen cw-Wert von 0,25 (Vorgänger 0,26), die Limousine hält für den Moment den Weltrekord mit einem cw-Wert von 0,22 und einem Luftwiderstand von weniger als 0,49 m².

Ein wesentliches Merkmal der A-Klasse ist auch im neuen Modell zu finden. Die großen runden Luftausströmer, die auf Wunsch von der Ambientebeleuchtung umrahmt werden. Der Instrumententräger wird von einem Widescreen-Bildschirm beherrscht. Im Fokus des Fahrers liegend, sind alle notwendigen Informationen abzurufen. Mittig werden Funktionen wie das Navigationssystem, die Audioanlage oder auch die App-Steuerung über Android Auto oder Apple Car Play dargestellt.

Die Bedienung dieser Informationsvielfalt funktioniert entweder über das Touchpad auf der Mittelkonsole oder über die kleinen schwarzen Tasten, die links und rechts auf dem Multifunktionslenkrad angebracht sind. Für die Verkehrssicherheit ist es aber besser, die Sprachsteuerung Linguatronic mit dem Befehl „Hey Mercedes“ zu verwenden.

Die 4,41 Meter lange A-Klasse verfügt über einen großzügigen Radstand von über 2,72 Metern. Das bedeutet angenehmen Sitzkomfort in der zweiten Reihe und ein klassenübliches Kofferraumvolumen von 370 Litern. Die Zuladung wurde durch eine Verbreiterung der Ladeöffnung dank zweigeteilter Heckleuchten deutliche verbessert.

Der Plug-in Hybrid

Die Systemleistung von 218 PS und dem daraus resultierenden Drehmoment von 450 Nm katapultiert den Mercedes-Benz A 250 e in 6,6, Sekunden von 0 auf 100 km/h. Oben ist bei 235 km/h Schluss. Die rund 1,7 Tonnen Leergewicht zehren beim häufigen Ausnutzen dieser Werte Akkuladung und Tankinhalt in Windeseile auf.

Also cool bleiben und sich dem Thema Elektrifizierung mit ein bisschen Zurückhaltung widmen. Wobei das nicht heißen soll, dass der Fahrspaß auf der Strecke bleiben muss. Bei unserem ausführlichen Praxistest waren wir durchwegs zügig unterwegs und haben es auf der Autobahn auch mal in die 200-km/h-Regionen geschafft.

Soweit es möglich war, sind wir meistens mit vollem Akku gestartet. Laut Bordcomputer lagen die prognostizierten Reichweiten zwischen 46 und 5o Kilometern. Weit weg von den Herstellerangaben von 74 bis 77 Kilometer nach dem alten NEFZ Messverfahren. Etwas näher dran ist der WLTP Wert von 60 bis 68 Kilometern. Schauen wir uns aber einmal die Akkukapazität von 15,6 kWh an und betrachten den von uns ermittelten Durchschnittsstromverbrauch von rund 23 kWh pro 100 Kilometer bei rein elektrischer Fahrt, die übrigens bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h möglich ist.

Da die Temperaturen meist nur um den Gefrierpunkt lagen, in manchen Regionen der Nebel herrschte und daher einige Verbraucher permanent eingeschaltet waren, reduzierte sich der Akkuinhalt deutlich schneller bis auf nahezu Null.

Spätestens dann kam der Benziner ins Spiel. Das kaum merkliche Zuschalten wurde nur durch das Motorengeräusch kenntlich. Und natürlich auch über die veränderten Anzeigen im Display, wo auf einmal wieder der Drehzahlmesser seine Runden drehte. Apropos Benziner: Im Zusammenspiel und dem Fahrmodus Sport fährt der Mercedes-Benz A 250 e seine Krallen weit aus.

In Verbindung mit dem exzellent abgestimmten Fahrwerk und den wieder einmal positiv zu erwähnenden Pirelli Sottozero 3 Winterreifen, fegten wir mit großer Freude über die Landstraßen. Aber selbst im Eco- oder Comfort-Modus war immer genügend Dampf an der Kette. Insgesamt lagen wir bei einem Mixverbrauch von 3,1 Litern Benzin und 12,4 kWh Strom.

Rekuperation und Co.

Lässt man sich auf die radarunterstützte Rekuperation des Mercedes-Benz A 250 e ein, wird man faktisch gefahren. Der Eco-Assistent überwacht Tempolimits, Gefälle, Kurven oder auch Ortsdurchfahrten und nimmt selbstständig das Gas weg. Dabei segelt der Daimler oder der Akku gewinnt durch die Rekuperation neue Energie.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, sollte das Navi auch auf bekannten Strecken aktiviert werden. Die Strategie dahinter ist einfach. Vorausschauendes Fahren wird durch Parameter wie die Topografie und den Streckenverlauf faktisch automatisiert. Damit wird effizientes Fahren einmal mehr deutlich vereinfacht.

Effizienz entsteht aber vor allem durch die Nutzung beider Antriebsquellen. Oder besser noch den reinen Einsatz von Strom. Aber bitte nur aus regenerativer Energie, die beispielsweise aus der Solaranlage des Eigenheims kommen könnte. Wichtig ist aber immer jede nur erdenkliche Lademöglichkeit zu nutzen.

Was beispielsweise in Wolfratshausen wunderbar mit der im Testwagen beiliegenden Ladekarte funktionierte. An der öffentlichen Ladestation in Penzberg hätten wir uns dagegen erst über eine App registrieren müssen. Was wir aber wegen des kurzen Aufenthalts von unter einer Stunde nicht umgesetzt haben. Schade, denn der leere Akku wäre mit der Leistung von mehr als kWh in diesem Zeitfenster zu mehr als der Hälfte geladen worden.

Was uns gleich zu den Ladezeiten führt. An der öffentlichen Ladestation oder der heimischen Wallbox mit einer Kapazität von 7,4 kWh Wechselstrom dauert es 1:45 Stunden um den Akku voll zu bekommen. Das Gleichstromladen mit 24 kWh lädt den Akku in rund 25 Minuten von 10 bis 80 Prozent. An der klassischen Steckdose vergehen rund 6 Stunden, bis der Akku wieder voll ist.

Die Ausstattung des Mercedes-Benz A 250 e

Wer sich für eine neue A-Klasse interessiert, darf sich über eine 104 Seiten umfassende Preis- und Ausstattungsliste freuen. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf den A 250 e, der in der Basisversion bei 36.812,60 Euro startet. Es lohnt dennoch ein kurzer Blick in den umfangreichen Katalog, um festzustellen, dass die A-Klasse in der Basis bis auf wenige Ausnahmen mit Stahlfelgen und Radzierblenden ausgerüstet wird. Kann man verstehen, muss man aber nicht.

Dafür sind im Serienumfang immerhin eine Klimaautomatik, der Regen- Lichtsensor, zwei USB-C-Anschlüsse, das Multifunktionslenkrad sowie der im Verhältnis 40/60 klappbare Rücksitze enthalten. Zudem, und das ist positiv zu vermelden, die erweiterten Funktionen der Sprachsteuerung, ein LTE-Modul, das Digitalradio DAB+ und ein Festplatten-Navigationssystem.

Neben der AMG Line unseres Testwagens stehen für das Aufhübschen der A-Klasse die Linien Style und Progressive. Dazu kommen diverse Lederpakete und das Night-Paket. Wenden wir uns nun der 3.468,40 Euro teuren AMG Line zu.

Die sportlichste Ausprägung der A-Klasse rollt dann auf 225er und 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen. Zusätzlich sind die Frontschürze mit Seitensplittern in Chrom, Seitenschwellerverkleidungen und die Heckschürze im AMG Look gehalten.

Fahrer und Beifahrer nehmen auf Sportsitzen Platz, die mit einer Mischung aus einer Ledernachbildung und Mikrofaser bezogen sind. Unser Testwagen verfügte zudem über die das zweifarbige AMG Leder-Paket mit rot-schwarzen Sitzbezügen und Zierelementen aus Chrom für 1.334 Euro.

Fazit

Die neue A-Klasse ist ungeachtet der Motorisierung ein echter Knaller in Bezug auf Qualität und Ausstattungsfeatures wie dem adaptiven Multibeam LED-Licht für 1.450 Euro. Oder der Echtzeitdarstellung grafischer Navigations- und Verkehrshinweisen in Live-Bildern auf dem 10,25 Zoll großen Bildschirm.

Speziell zum Mercedes-Benz A 250 e ist unser Mantra bezüglich Plug-in Hybriden immer das Gleiche. Ohne permanentes Laden macht es keinen Sinn, so ein Fahrzeug zu kaufen. Es sei denn, man ist nur auf den Steuervorteil aus.

Für Pendler, die regelmäßig Strecken von bis zu 60 oder 70 Kilometern fahren und zuhause wie auch am Arbeitsplatz Lademöglichkeiten haben, rentiert sich der A 250 e. Der Langstrecken-Düser ist mit einem Diesel weiterhin bestens bedient.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Mercedes-Benz A 250 e

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: 8G-DCT Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 1.332

Leistung in kW (PS) bei U/min: 118 (160)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 250/1.620

Leistung Elektromotor in kW (PS): 75 (402)

Nenndrehmoment Elektromotor in Nm: 300

Systemleistung in kW (PS) 160 (218)

Nenndrehmoment Systemleistung in Nm: 450

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 6,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 235

Tankinhalt: 35 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 1,5 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 34

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.419/1.992/1.452

Radstand in mm: 2.729

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.680

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.155

Kofferrauminhalt in l: 310 – 1.125

Bereifung: 205/60 R16

Felgen: 7 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer: 36.943,55 Euro

Listenpreis in Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer: 37.764,65 Euro

Dietmar Stanka