Im Abstand von nur wenigen Wochen haben uns wir mit dem neuen Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, abgekürzt PHEV, zweimal beschäftigt.

Ende August 2018 mit einem kurzen Trip durch das Bergische Land, im November 2018 in einer 14-tägigen Testwagenphase im bayrischen Voralpenland. Eines vorneweg. Die warmen Temperaturen im Sommer erhöhten die Reichweite des SUV erheblich, die kühlen senkten sie laut Angabe des Bordcomputers deutlich.

Die praktische Erfahrung mit dem Mitsubishi Outlander PHEV

Mit einer Länge von fast 4,70 Metern disqualifiziert sich der Outlander PHEV als Stadtauto. Für solch enge Verhältnisse sind der Mitsubishi Space Star oder des ASX die deutlich bessere Wahl. Wohnt man an der Peripherie oder gar auf dem Land, rückt der Outlander wieder deutlicher in den Vordergrund.

Vor allem, wenn Platz benötigt wird. Viel Platz. Beispielsweise für die Sportgeräte, einen Hund oder aber für bis zu fünf Passagiere. Von denen drei auf der Rückbank ordentlich viel Raum vorfinden. Für das Gepäck stehen Volumen von 463 bis 1.602 Liter (Top 451 und 1.590) zur Verfügung. Mit ein bisschen Geschick passt da sogar ein Mountainbike mit einem breiten Lenker rein. Ja, wir haben es ausprobiert.

Sitzposition und Rundumsicht sind wunderbar. Die Ergonomie des Outlander PHEV lässt aber zu wünschen übrig. Es scheinen mehrere unabhängig voneinander tätige Personen gewesen zu sein, die willkürlich Schalter und Bedienelemente in diesem SUV verteilt haben.

Der Schalter für den Bordcomputer versteckt sich links am Armaturenbrett hinter dem Lenkrad, anstatt an diesem selbst angebracht zu sein. Dessen Multifunktionseinheit hätte durchaus noch Platz für dieses Bedienelement gehabt. Und anstatt alle Fahrmodi-Schalter an einem Platz anzuordnen, wurden diese lustig im Bereich des Cockpits verteilt.

Lob finden dagegen die Einheit Klimaregelung und der 7 Zoll große Touchscreen, auf dessen Anzeige Smartphone-Apps gespiegelt werden. Die 600 Euro Aufpreis für das Navigationssystem können sich so theoretisch gespart werden.

Fahrerlebnisse mit dem PHEV

Der Bordcomputer wies nach dem ersten Ladevorgang an einer Haushalts-Steckdose eine Reichweite von 33 Kilometern auf. Nicht gerade viel, sind doch laut WLTP bis zu 57 Kilometer rein elektrische Reichweite möglich. Aber nicht im Winter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Außer man verzichtet auf die Heizung und andere Verbraucher wie Licht und Radio. Aber wir wollen es ja erstens bequem haben und uns zudem auch gut beleuchtet durch den Straßenverkehr bewegen.

Da wir in unserem Testzeitraum nur eine Ladestation am Arbeitsplatz zur Verfügung hatten, nutzten wir diese jeden Tag. Die Fahrtstrecke zwischen zuhause und dem Büro beträgt einfach weniger als 10 Kilometer, sodass wir – theoretisch – rein elektrisch pendeln konnten.

Käme da nicht die diversen Wärmequellen dazu. Wie die klassische Klimatisierung, die Sitz- und ja, auch die Lenkradheizung. Deshalb musste sich auch immer wieder der Verbrenner dazu schalten. Übrigens ein feines Triebwerk mit 4 Zylindern, 2,4 Liter Hubraum und 99 kW (135 PS).

Im Zusammenspiel mit den beiden Elektromotoren, vorne mit 60 kW (82 PS), hinten mit 70 kW (95 PS) werden ordentliche Fahrleistungen erzielt. Die Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h wird zügig erreicht und mit dem Sportmodus kommt der Outlander PHEV richtig gut aus den Puschen.

Geländegängigkeit ist diesem mit dem Allradsystem „Super All Wheel Control“ ausgestatteten SUV ebenfalls nicht fremd. Im Modus Snow kann man sich auch durch Matsch und Geröll wühlen und der bereits erwähnte Sportmodus lässt dynamische Kurvengeschwindigkeiten zu.

Üppige Ausstattung

Die Preispolitik von Mitsubishi lässt die Kunden frohlocken. Der Verkaufspreis des von uns getesteten Outlander PHEV mit der Intro-Edition liegt bei 44.990 Euro. Fällig werden beim Kauf aber „nur“ 36.990 Euro. Die Differenz von 8.000 ergibt sich aus der Kombination der staatlichen Förderung und einem Zuschuss von Mitsubishi. Um nicht die gleichen Details der umfangreichen Ausstattung zu wiederholen, verweisen wir auf unseren Fahrbericht aus dem August 2018.

Fazit

Ohne vernünftige Lademöglichkeiten ist der Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid die falsche Wahl. Das machte unser ausführlicher Test wieder einmal allzu deutlich. Wer den Outlander trotzdem cool findet, kann sich ja für einen Benziner oder am 2019 für einen Diesel entscheiden. Deutlich günstiger und genauso praktisch.

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Mitsubishi Outlander PHEV Intro-Edition

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Benziner + 2 Elektro-Motoren

Getriebe: Stufenlos

Hubraum in ccm: 2.360

Motorleistung in kW (PS)

– Benzinmotor: 99 (135)

– Elektromotoren: 60 (82) + 70 (95)

– Systemleistung: 162 (220)

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min:

– Benzinmotor: 211 bei 4.500

– Elektromotoren: 137 + 195 Nm

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,5

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 170

Tankinhalt in l: 45

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 1,8 + 14,8 kWh

CO2-Emission kombiniert in g/km: 40

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.695/1.800/1.710

Radstand in mm: 2.670

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.015

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.390

Kofferrauminhalt in l: 451 – 1.590

Bereifung: 225/55 R18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 44.990 – 8.000 Prämie = 36.990

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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