Die zweite Generation des Crossovers Nissan Juke ist deutlich gewachsen. Das Design ist spürbar gefälliger geworden, damit polarisiert er erheblich weniger als sein Vorgänger.

Als Nissan zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts den Juke auf den Markt brachte, rieben sich Branche und Käufer verwundert die Augen: Sehr expressiv war der B-Segment-Crossover geraten, das war nicht jedermanns Sache. Die Käuferzurückhaltung  gab sich aber schnell. Mehr als eine Million Juke der ersten Generation hat Nissan weltweit abgesetzt. Dies in einer Fahrzeugklasse, die immer wettbewerbsintensiver wird. Konkurrierte der Nissan Juke vor knapp zehn Jahren noch mit zwei Modellen im SUV-B-Segment, so sind es jetzt knapp zwei Dutzend. Allerdings ist auch die Nachfrage der Kunden deutlich gewachsen. Die kleinen Crossover haben ihren Anteil an den Neuzulassungen in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Ihr Marktanteil liegt bei rund zehn Prozent.

Spürbar mehr Platz auf den hinteren Sitzen und im Kofferraum

Markt und Kunden sind also da für den neuen Nissan Juke. Der ist deutlich runder und erwachsener geraten. Gewachsen auf 4,21 Meter Länge, stimmige Proportionen, nichts, was einen Interessenten abschrecken könnte. Voll-LED-Scheinwerfer vorne und scharf geschnittene LED-Rückleuchten prägen die Optik. Ein hübsch anzuschauendes kleines SUV, aber mit einem Plus an Nutzwert. Der Kofferraum ist auf 422 Liter angewachsen, das ist ein mittelgroßer Koffer (68 Liter) mehr als beim Vorgänger. Unter der Kofferraumabdeckung befindet sich ein großes weiteres Fach. Und wenn die im Verhältnis 60:40 klappbaren Rücksitze umgelegt werden, ergibt sich ein durchgehender Ladeboden und ein Ladevolumen von bis zu 1305 Litern. 

Der um 106 Millimeter verlängerte Radstand (2,64 Meter) bringt vor allem den hinteren Passagieren mehr Knieraum. Trotz der abfallenden Dachlinie können auch größer gewachsene Menschen bequem einsteigen, ohne den Kopf einziehen zu müssen. Die hohe Dachform sorgt vor allem vorne für ein großzügiges Raumgefühl. 

Nissan Juke: Mut zur modischen Farben, gute Vernetzung

Die am Armaturenbrett verbauten Materialien fassen sich weich und angenehm an. Einzelne Interieurkombinationen wie die auf Wunsch bestellbaren orangefarbenen Applikationen verlangen jedoch Mut zum Modischen. Neben klassischen, analogen Rundinstrumenten wird das Armaturenbrett von dem hoch aufgesetzten Touchscreen (8 Zoll) dominiert, unter dem sich drei Lüftungsdüsen aufreihen. Die Bedienelemente sind spürbar näher an den Fahrer gerückt. So lassen sich zum Beispiel die Aussenspiegel jetzt elektrisch verstellen, ohne sich dabei zum Schalter vorbeugen zu müssen.

Der neue Juke ist nach Angaben des Herstellers das am besten vernetzte Fahrzeug, das Nissan je gebaut hat. Die neueste Generation von NissanConnect sorgt für die Anbindung ans Web. Das Infotainment-System umfasst eine Smartphone-Integration per Apple CarPlay und Android Auto, eine App zur Fahrzeugsteuerung und -überwachung sowie einen drahtlosen WLAN-Hotspot. Über den können mehrere mobile Endgeräte mit dem Internet verbunden werden.

Das Angebot an Fahrerassistenzsystemen ist gut: Es umfasst einen intelligenten Notbremsassistenten mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung,  einen intelligenten Geschwindigkeitsassistenten mit Verkehrszeichenerkennung sowie Spurhalte-, Querverkehrs- und Totwinkelassistent.

 Nissan Juke aktuell nur mit Dreizylinder-Triebwerk

Nissan verabschiedet sich in Europa vom Diesel, und das engt die Motorenauswahl für den Juke  erkennbar ein. Den Juke gibt es ausschließlich mit dem Dreizylinder-Turbobenziner, der aus einem Liter Hubraum 117 PS mobilisiert. Das tut er durchaus angenehm, auch wenn er mit 180 Nm kein Drehmomentriese ist. Kurzfristig lässt sich durch einen beherzten Tritt aufs Gaspedal per Overboost das Drehmoment auf 200 Nm steigern. Das reicht bequem für die Ebene, im bergigen Geläuf verliert der Juke aber spürbar an Temperament.

Wahlmöglichkeiten haben die Kunden beim Getriebe: Das manuelle Sechsganggetriebe lässt sich leicht und genau schalten, verlangt aber nach einem aktiven Fahrer. Das Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen ist da die bessere Wahl, denn es hält den kleinen Turbobenziner immer in einem angenehmen Drehzahlbereich. Antriebsalternativen könnte es im Lauf des Jahres durch ein Hybridmodell geben.

Die Preisliste für den neuen Nissan Juke startet bei 18.990 Euro für das Basismodell Visia mit Sechsgang-Handschaltung. 

Fünf Ausstattungslinien stehen zur Wahl. Beim Topmodell arbeitet Nissan beim Juke mit einer Doppelspitze: Der Nissan Juke Tekna soll technikaffine Kunden ansprechen, er kostet ab 25.790 Euro (mit Automatikgetriebe 27.790 Euro), während die Variante N-Design optische Akzente setzt mit Zweifarblackierung und entsprechend angepasstem Interieur. Preis für den N-Design ab 26.390 Euro, Aufpreis für das Automatikgetriebe in diesem Fall 1400 Euro.

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Nissan Juke N-Design DIG-T 117 DCT 

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Turbobenziner

Getriebe: Siebengang-Doppelkupplung

Hubraum in ccm: 999

Leistung in kW (PS) bei U/min: 86 (117)/5.250

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 180/1.750 – 4.000 (Overboost 200/1.750–3.750)

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 11,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 180

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km:5,2

CO2-Emission kombiniert in g/km: 118

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.210/1.983/1.595

Radstand in mm: 2.636

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.333

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.725

Kofferrauminhalt in l: 422 – 1.088

Bereifung: 225/45 R19

Felgen: 7 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 27.790

 

Klaus Justen
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